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    <title>museum-digital:blog - Community</title>
    <subtitle>Ein Blog über museum-digital und die breitere Digitalisierung im Museumsbereich.</subtitle>
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    <updated>2026-10-13T00:00:00+00:00</updated>
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        <title>Das ist museum-digital</title>
        <published>2026-10-13T00:00:00+00:00</published>
        <updated>2026-10-13T00:00:00+00:00</updated>


        
        <author>
          <name>Joshua Ramon Enslin</name>
        </author>
        
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        <summary type="html">Ein Rant in der Rückschau zur diesjährigen Herbsttagung der Fachgruppe Dokumentation.</summary>
        
        <content type="html" xml:base="https://blog.museum-digital.org/2026/10/13/das-ist-museum-digital/">&lt;p&gt;&lt;em&gt;Dies war ursprünglich ein auf &lt;a rel=&quot;external&quot; href=&quot;https://mastodon.social/@jrenslin/117401189947454290&quot;&gt;Mastodon veröffentlichter Rant&lt;/a&gt;. Er ist es wert, hier referenzierbarer dokumentiert zu werden.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;p&gt;Uns war angeboten worden, mit museum-digital nicht nur beim “Anbietertreffen” dabei zu sein, sondern auch mit Werbematerialien oder Laptop vertreten zu sein, um das System zu zeigen. Das ist erstmal schön.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Am Ende haben wir ein Poster aufgehängt: &lt;a rel=&quot;external&quot; href=&quot;https://files.museum-digital.org/de/Wandzeitungen/2026-10-06_museum-digital-Adbusting-Poster_Herbsttagung-Berlin.png&quot;&gt;https://files.museum-digital.org/de/Wandzeitungen/2026-10-06_museum-digital-Adbusting-Poster_Herbsttagung-Berlin.png&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;img src=&quot;https://blog.museum-digital.org/2026/10/13/das-ist-museum-digital/2026-10-06_museum-digital-Adbusting-Poster_Herbsttagung-Berlin.webp&quot; alt=&quot;Poster&quot; /&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Genese des Posters sollte beim Anschauen offensichtlich sein. 22 Uhr am Tag davor, mit reichlich Alkohol und einer Liebe für’s Adbusting. Einem schnellen Googlen nach &lt;em&gt;Bullshit Bingo&lt;/em&gt; und dem Bewusstsein, dass die absurd formulierten Aussagen tatsächlich inhaltlich sauber sind.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Warum Adbusting? Weil die Kategorie “Anbieter” ein Problem ist. Sie macht Software zu etwas, das ein entfernter “Anbieter” produziert, und das man dann konsumiert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;museum-digital ist ein loser - und in verschiedenen Kontexten dauernd neu und unterschiedlich konstituierter - Zusammenschluss von Menschen und Institutionen mit überlappenden Interessen, Fähigkeiten und Möglichkeiten. Man gibt was man kann, man nimmt, was man braucht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das kann bedeuten, dass man museum-digital nur als Plattform zur Publikation nutzen möchte, eh schon eine OAI-Schnittstelle hat, und folgerichtig im Idealfall nichts von museum-digital mitbekommt. Alles automatisiert und aus dem Sinn. Das Museum hat einen weiteren Publikationskanal gefunden, museum-digital hat mehr Inhalte. Beide gewinnen an Reichweite. Das Museum ist Teil von museum-digital, die Interessen überlappen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das kann bedeuten, dass man musdb für das Sammlungsmanagement nutzen möchte. Auch wenn man alles gut findet, gibt es so doch immer wieder Gründe Feedback zu liefern. Und sei das nur, dass das neue Design toll ist (was in den letzten Tagen schönerweise öfter kam).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dieses Feedback ist unglaublich wertvoll - welche Anforderungen welches Museum hat, welche Workflows wo und wie passen oder nicht passen weiß jedes Museum oder jede/r Mitarbeitende selbst am Besten. Von anderen Museen zu lernen ist im Interesse aller anderen. Das Museum oder der Mensch ist Teil von museum-digital, die Interessen überlappen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Natürlich braucht es dann auch Infrastruktur und Menschen, die die Informationen sammeln und zu konkreten Handlungen kondensieren. Und welche, die die Programmierung übernehmen. Ersteres ist unglaublich interessant, man lernt extrem viel. Letzteres ist einfach - und meditativ.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dass beides so ist liegt nicht zuletzt am radikalen Durchsetzen des Prinzips von Solidarität und gegenseitiger Hilfe. Kontrollierte Vokabulare werden gemeinsam gepflegt, neue Features niemals museumsspezifisch implementiert. Bevor eines implementiert wird, muss es soweit abstrahiert sein, dass es für mehrere verschiedene Arten von Museen nützlich ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es gibt &lt;em&gt;eine&lt;/em&gt; einheitliche Datenstruktur für alle Nutzenden. Auch da gibt es keine institutionsspezifischen Sonderwege. Und eben dadurch wird es möglich, dass ein neues Feature einmal gebaut wird und dann für alle vollumfänglich und sofort zur Verfügung steht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auch abseits von museum-digital bedeutet jede lokal spezifische Anpassung schnell ein exponentielles Wachstum des Update- und Wartungsaufwands. Das Problem ist nicht, dass Entwicklung komplex und schwierig wäre. Das Problem ist, wenn man sie freiwillig komplex macht. Für wenig direkten Gewinn, zu großem langfristigem Schaden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Institutionsspezifische Anpassungen können nur funktionieren, wenn man sich als Haus entweder eigene Entwickler anstellt oder welche bezahlt. Das kostet viel Geld. Gewinn: “Das Datenfeld heißt jetzt ‘Signatur’ statt Inventarnummer”.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Verlust, wenn die Anpassung auch das Datenmodell betrifft und nicht rein kosmetisch ist: Interoperabilität ist weg; jedes Update verursacht Anpassungs- und Wartungsaufwand; oft genug auch einen Auftrag an eine externe Firma und damit Kosten und Verwaltungsaufwand (noch mehr kosten). Es gibt sinnvollere Methoden Steuergeld auszugeben. Da macht museum-digital nicht mit.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ausnahme: Manche Dinge gehen nur hausspezifisch. Wenn Daten aus einer institutionsspezifisch angepassten Datenbank migriert oder zur publikation importiert werden sollen, dann braucht es spezifische Lösungen. Bei regelmäßigen Importen zur Publikation kann es auch Sinn machen, sie zentral bei museum-digital zu implementieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In allen anderen Fällen haben wir dokumentierte Schnittstellen und Importvorlagen, über die die Museen und ihre Mitarbeiter*innen Importe selbst vorbereiten und durchführen können.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auf Umwegen wurde mir die Frage zugetragen, was museum-digital’s Geschäftsmodell sei. Es gibt keines. Die Frage ist falsch. Die richtige Frage lautet, wie wir es schaffen kein Geschäft zu sein. Die Antwort lautet: Solidarität und gegenseitige Hilfe. In richtige Bahnen gelenktes Eigeninteresse und reiner Ehrenamtsgeist. Strukturen, die kleine und große Beiträge wertschätzen und Prinzipien verpflichtet sind, statt Innovation durch Managementstrukturen und Weisungsgebundenheit zu verhindern.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Das ist museum-digital.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;p&gt;P.S.: Es gibt Dinge, die Firmen inhärent besser können als freiere, gemeinwohlorienterte Strukturen wie museum-digital. Software schreiben gehört nicht dazu. Support bieten offenbar auch nicht (wenn man den Kommentaren der letzten 10 Jahre Herbsttagung halbwegs glauben schenken darf).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nein, Firmen haben schlicht die für manche Anforderungen nötige Rechtsform. Ein kürzliches Gespräch mit einem selbstständigen Entwickler drehte sich um EU-weite Ausschreibungen. Er erfüllt oft den geforderten Mindest-Umsatz nicht. museum-digital hätte weder Grund noch Struktur sich überhaupt zu bewerben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dass Ausschreibungen damit nicht zur Auswahl der besten oder passendsten, geschweige denn ökonomisch sinnvollsten, Software führen, sondern schlicht zur Auswahl derer, die im Beantworten von Ausschreibungen gut sind, dürfte nicht nur in unserem Feld ein Problem sein.&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;p&gt;P.P.S.: Dass unser Poster beim Aufräumen auf einmal unauffindbar war, ist wunderbar ironisch. Dass es wirklich gemeinwohlorientierte Strukturen gibt liegt nicht im Zeitgeist und ist für allzu viele Menschen schlicht nicht vorstellbar. Sie existieren, aber was man sich nicht vorstellen kann, das &lt;em&gt;verschwindet&lt;/em&gt; einfach aus dem Blickfeld.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Aber: Alternativen existieren tatsächlich.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Und wir hätten unser Poster gerne wieder, falls es jemand findet. Ohne Budget sind auch 19,90 privat aus Rentenmitteln gestemmte Euro nicht zu vernachlässigen.&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
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  &lt;div class=&quot;pl-4&quot;&gt;&lt;p&gt;This content is licensed under a &lt;a rel=&quot;external&quot; href=&quot;https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/&quot;&gt;Creative Commons Attribution 4.0 International license&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
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