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	<title>Digitalisierung | museum-digital: blog</title>
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	<description>A blog on museum-digital and the broader digitization of museum work.</description>
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		<title>Versuch einer Blaupause zur strategischen Digitalisierung in und von Museen</title>
		<link>https://blog.museum-digital.org/de/2026/03/17/versuch-einer-blaupause-zur-strategischen-digitalisierung-in-und-von-museen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Joshua Ramon Enslin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Mar 2026 17:21:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Regional (Deutschland)]]></category>
		<category><![CDATA[Strategie]]></category>
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					<description><![CDATA[Diskussionen zu Digitalstrategien gibt es seit Jahren. Wir sollten den Begriff umdrehen und fragen: Was macht strategische Digitalisierung aus? Und welche Methoden, Ziele, Infrastrukturen und Rahmenbedingungen braucht das? Ein Debattenbeitrag.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Dieser Blog war einmal als Austauschforum gedacht, nicht als Verlautbarungsplattform. Und das sollte er im Idealfall wieder werden. Hier also ein kleiner Debattenbeitrag als Crosspost aus meinem <a href="https://www.jrenslin.de/post/strategische-digitalisierung-im-museum/">persönlichen Blog</a>.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h2 class="wp-block-heading" id="einleitung">Einleitung</h2>



<p>Diskussionen über die Digitalisierung in Museen werden in Deutschland seit Jahrzehnten geführt. Der Aufbau von Datenbanken zur Bestandserschließung geht in vielen Häusern mindestens bis in die 1990er Jahre zurück. Die Nutzung digitaler Mittel für die Öffentlichkeits- und Vermittlungsarbeit in Museen ist seit spätestens Mitte der 2000er Jahre nicht mehr zu vermeiden. Und mit der Verbreitung des World Wide Web wurde klar, dass Interoperabilität und Verknüpfbarkeit in Zukunft relevante Themen sein würden.</p>



<p>Die personelle Infrastruktur der Museen und in breiteren, museumsübergreifenden Infrastrukturen und Institutionen (Museumsverbände, den Landesstellen für Museen, etc.) wurde dementsprechend in den letzten Jahren zunehmend angepasst. Gerade größere Einrichtungen haben heute Social Media Manager, verschiedene Rollen für die digitale Sammlungsarbeit, etc. In Einklang damit gab es seit ca. 2015 den Druck, digitale Strategien in den Museen zu entwickeln. Diese Entwicklungen sind an sich sinnvoll und richtig.</p>



<p>Sie bleibt nichtsdestotrotz unvollständig. Einerseits ist die Museumslandschaft extrem divers, und besonders viele kleinere Einrichtungen haben bis heute keine dezidierte Digitalstrategie. Andererseits greift das Digitale auf alle Lebensbereiche über: Kann es eine Digitalstrategie geben, die nicht eine allgemeine Museumsstrategie darstellt? Und, sollte das im Konkreten für korrekt befunden werden: Wie sorgt man dafür, dass die Strategie auch tatsächlich auf der operativen Ebene verfolgt und umgesetzt wird?</p>



<p>Welchen Nutzen haben die vielen einzelnen Strategien, wenn es keine stringente, übergreifende Strategie gibt? Auf welchem Grund sollen die digitalen Bemühungen gedeihen, wenn es kein passendes Ökotop gibt? Real gibt es auch heute schon eine Fülle von Angeboten für die digitale Arbeit von und in Museen &#8211; Hardware, Infrastrukturen, Austauschforen, Hilfsangebote. Diese strategisch zu sortieren, ein gemeinsames Ziel zu formulieren und Reibungsverluste zu reduzieren, das sollte gerade heute, in Zeiten knapper Kassen, im allgemeinen Interesse sein.</p>



<p>Im Folgenden wird versucht, einen Entwurf für eine derartige Zielvorstellung anhand eines &#8222;digitalen Idealmuseums&#8220; zu skizzieren, wichtige Hürden und Vorschläge für den Umgang und die Überwindung dieser zu benennen. Die hier formulierten Überlegungen stützen sich auf die langjährige praktische Erfahrungen von <a href="https://www.museum-digital.org/"><em>museum-digital</em></a> als offener, kooperativ entwickelter Infrastruktur für die Erschließung, Verwaltung und Publikation von Museumsdaten.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="das-digitale-idealmuseum">Das Digitale Idealmuseum</h2>



<p>Der zentrale Wissensspeicher des digitalen Idealmuseums ist seine Museumsdatenbank. In dieser werden die Objekte sowie alle standardisierbaren und planbaren Vorgänge im Museum abgebildet und verzeichnet. Hier wird für jedes Objekt und jeden Vorgang eine eindeutige Kennung generiert, mit der diese in allen Tätigkeitsbereichen des Museums klar und eindeutig referenziert werden können.</p>



<p>Zu den vom Museumsteam sauber erfassten Objekt- und Sammlungsdaten gesellen sich automatisch erfasste und in die Datenbank übermittelte Daten von Klimasensoren und aus dem mit QR-Codes kostengünstig umgesetzten Standort-Tracking. Besucherzahlen werden von den in den Ausstellungsräumen eingebauten Lichtschranken automatisch in die Datenbank übermittelt.</p>



<p>Ein Display im Foyer des Museums präsentiert ein Dashboard, in dem Besuchern die Aktivitäten des Museums transparent dargestellt werden. Besucher erhalten einen Überblick über den Fortschritt der Erschließungsarbeit, kommende Veranstaltungen und Ausstellungen werden angekündigt, es gibt eine Liste der neuesten Veröffentlichungen der Mitarbeiter des Museums. Eine Anzeige informiert über die Verfügbarkeit von Plätzen im Museumscafé und von Toiletten.</p>



<p>Die so präsentierten Daten werden direkt aus der Museumsdatenbank bezogen. Ebenso können vollautomatisch Listen und Berichte für Fördermittelgeber, Beirat und Trägerinstitutionen erstellt werden. Mitarbeitende des Museums sehen für sie relevante Aufgaben und Termine aus der Museumsdatenbank automatisch im Kalender auf ihren Endgeräten.</p>



<p>Leihverkehre und Ausstellungen sind in der Datenbank erfasst. Vordrucke für z.B. Leihverträge und eine Übersicht über alle im Rahmen des jeweiligen Vorgangs erstellten Dokumente &#8211; gekennzeichnet mit der durch die Datenbank generierten ID &#8211; können in dieser generiert und eingesehen werden. Über offene Standards wie <a href="https://cidoc.mini.icom.museum/working-groups/documentation-standards/eodem-home/">EODEM</a> können die Objektdaten verliehener Objekte automatisch, schnell und verlustfrei an Leihnehmer übermittelt und in deren Datenbanken übertragen werden.</p>



<p>Die Zusammenarbeit mit externen Kuratierenden, Ausstellungsplanern und Gestaltern wird durch eine feingliedrige Rechteverwaltung und eingeschränkten Zugriff auf die Datenbank vereinfacht. Mit einem Nutzerkonto mit rein lesendem Zugriff erhalten sie Einsicht in die Sammlung und können allgemeine wie ausstellungsspezifische Texte und Objektbeschriftungen direkt aus der Datenbank beziehen &#8211; oder diese direkt in der Datenbank kollaborativ mit den Mitarbeitenden des Hauses erstellen.</p>



<p>Für die Öffentlichkeitsarbeit des Hauses ist die Museumsdatenbank, nebst einem ggfs. vorhandenen und eng mit ihr verzahntem Digital Asset Management-System, ebenfalls eine zentrale Quelle. Beispielobjekte und Bilder für Social Media-Posts und Newsletter sowie Übersichten über die Arbeit des Hauses finden sich zuallererst in der Datenbank. Gleichzeitig übernimmt eine standardkonforme Speicherung und Publikation einige Aufgaben vollständig: Die Listung von Veranstaltungen und Ausstellungen bei Google geschieht etwa vollautomatisch mithilfe eingebetteter JSON-LD-Metadaten bei der Publikation auf der eigenen Webseite.</p>



<p>Die Publikation der Sammlungsdaten erfolgt vollständig automatisiert. Mit einem einfachen Freigabefeld entscheiden Mitarbeitende, ob ein Datensatz beim einmal täglich automatisch angestoßenen Abgleich der Daten veröffentlicht werden soll oder nicht. Ziel des Abgleichs ist eine einzige primäre Publikationsplattform, etwa die Webseite des Museums. Durch saubere Datenerfassung, die Verwendung von Normdaten und eine eng abgestimmte Synchronisations-Routine kann der Abgleich der Daten ohne weitere menschliche Intervention geschehen.</p>



<p>Die primäre Publikationsplattform dient nicht nur der direkten Ansprache der Öffentlichkeit, sondern auch als Ausgangspunkt für die Weitergabe an fachspezifische Portale wie das <a href="https://www.graphikportal.org/">Graphikportal</a> oder spartenübergreifende wie die <a href="https://www.jrenslin.de/post/strategische-digitalisierung-im-museum/www.deutsche-digitale-bibliothek.de">Deutsche Digitale Bibliothek</a> und <a href="https://www.europeana.eu/">Europeana</a>. Offene Schnittstellen wie <a href="https://www.openarchives.org/pmh/">OAI-PMH</a> und die Verwendung offener, weit verbreiteter Austauschstandards wie <a href="https://www.jrenslin.de/post/strategische-digitalisierung-im-museum/www.lido-schema.org">LIDO</a> ermöglichen eine regelmäßige, vollautomatische Übernahme und Aktualisierung der Daten durch die Portale, ohne zusätzlichen Aufwand für das Personal des Museums.</p>



<p>Eine Publikation unter offenen Lizenzen und das Angebot offener Schnittstellen erlauben eine reibungslose und vielfältige Nachnutzung durch Forschung, Bildung, Kulturvermittlung und die Kreativindustrie. So können neue und vom Museum selbst möglicherweise unvorhergesehene Potentiale geschöpft werden, die dem Museum Reichweite und neue Erkenntnisse bieten können.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p>Das digitale Idealmuseum existiert in der beschriebenen Form wahrscheinlich noch nirgends. Und das, obwohl die meisten beschriebenen Konzepte und Methoden Jahre und Jahrzehnte alt und in anderen Bereichen wohl etabliert sind. Eine derartige, stringend um einen zentralen Wissensspeicher aufgebaute Struktur wäre beliebig erweiterbar und schon eine partielle Nachbildung der oben beschriebenen Struktur könnte deutliche Arbeitserleichterungen, eine bessere Nachvollziehbarkeit und Krisenfestigkeit für Museen bedeuten.</p>



<p>Im Folgenden werden die grundlegenden organisatorischen Anforderungen für die Etablierung vergleichbarer Strukturen beschrieben. Eine sicher unvollständige Auflistung der realen Hindernisse zur Schaffung einer solchen leitet im Anschluss zum abschließenden Entwurf einer Strategie für eine weitere Verbreitung und Schaffung effizienterer, digitaler Strukturen &#8211; im einzelnen Museum wie darüber hinaus &#8211; über.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="anforderungen">Anforderungen</h2>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p><em><strong>Der zentrale Wissensspeicher des digitalen Idealmuseums ist seine Museumsdatenbank.</strong></em></p>
</blockquote>



<p>Der hier gewählte Begriff der <em>Museumsdatenbank</em> ist gezielt überspitzt. Der in der Wahl des Begriffs formulierte Anspruch, eine zentrale Zusammenführung des Wissens und der Aktivitäten eines Museums zu erreichen, ist aber essentiell. Nur so lässt sich eine wirklich eindeutige und stabile Referenzierbarkeit schaffen. Nur so können skalierbar, abteilungsübergreifend und nachhaltig Übersichten erstellt werden. Und nur so lässt sich zumindest ein Mindestmaß an grundsätzlicher Strukturgleichheit der Daten sicherstellen, das zukünftige Automatisierungen deutlich vereinfacht. Grundsätzlich gilt, dass eine möglichst weitgehende Einschränkung der Zahl verschiedener Anwendungen in einem Museum (wie auch sonst) sowohl für eine einfachere Administration der Systeme als auch für eine bessere Zugänglichkeit für die oft nicht technisch ausgerichteten Mitarbeitenden sorgt.</p>



<p>Eine einzige, zentrale und gemeinsame Datenbank bedeutet, dass alle Mitarbeiter in irgendeiner Form mit demselben System arbeiten. Es bedeutet das oft geforderte <em>Aufbrechen von Informations-Silos</em> und eine zunehmende Transparenz des Arbeitens zwischen den Mitarbeitenden. Auf institutioneller Ebene ist dies lohnend und viel besprochen. Auf persönlicher ist dafür gerade in großen und größeren Museen ein grundlegendes Umdenken nötig. Befürchtungen, dass zunehmende Informationen über den eigenen Zuständigkeitsbereich zu einem verstärkten, uninformierten Hinterfragen der eigenen Entscheidungen führen, können und müssen mit besserer Kommunikation und Vertrauen zwischen Mitarbeitenden und Abteilungen beantwortet werden. Eine effektive Digitalisierung kann nur mit den Mitarbeitenden des Museums und nicht gegen diese geschehen.</p>



<p>Andererseits gibt es getrennte Systeme, bei denen eine Trennung tatsächlich sinnvoll sein kann. Eine enge Integration von Personaldaten, Lohnabrechnungen und Sammlungsdaten ist rechtlich sicherlich problematisch, praktisch nicht von Vorteil und schon an sich dystopisch. Die Verwaltung und Bearbeitung von beliebigen Dokumenten etwa zu einer Ausstellung wird von den jeweils darauf spezialisierten Anwendungen &#8211; Dateimanagern und Office-Anwendungen &#8211; besser und effektiver erledigt, als das mit einer Museumsdatenbank möglich wäre. Eine Anbindung dieser Dokumente an die Datenbank ist aber gerade im Fall von Ausstellungen naheliegend. Welche Arbeitsbereiche es in einem gegebenen Museum gibt und welche tatsächlich logisch grundlegend abgetrennt arbeiten sollen, sollte frühestmöglich besprochen und festgelegt werden.</p>



<p>Zu guter Letzt ist ein Datenbankdesign nötig, das eine Integration der vielen verschiedenen Funktionalitäten ermöglicht. Dies bedeutet einerseits &#8211; auf Ebene der konkreten Datenbank &#8211; das grundlegende Felder für die verschiedenen Entitäten und Prozesse definiert werden müssen. Andererseits erfordert das Ziel der Integration, dass die Datenbanksoftware entweder eine API liefert, Exporte idealerweise in nicht museumsspezifischen Formaten ermöglicht oder die Daten zumindest in einer niedrigschwellig zu nutzenden Form abspeichert.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p><em><strong>Zu den sauber erfassten Sammlungsdaten [&#8230;]</strong></em></p>
</blockquote>



<p>Die Vollständigkeit und Einheitlichkeit von Sammlungsdaten ist nicht zuletzt durch die in vielen Museen mittlerweile entscheidende Rolle von Digitalisierungsprojekten für die Erschließungsarbeit durchwachsen. Mit der Festlegung allgemeiner, museumsweiter &#8222;Hausregeln&#8220; sowie ggfs. projekt- oder (teil-)sammlungsspezifischer Regeln für die Erschließung lassen sich trotz der Diversität der erfassten Daten grundlegende Erwartungsmaßstäbe definieren, auf deren Basis in der Folge gut weitergearbeitet und automatisiert werden kann. Um allerdings überhaupt sinnvolle und langfristig gültige Regeln zu definieren, braucht es in den Museen ein gutes Verständnis der Relevanz und Logik von Inventarisierung und Erschließung.</p>



<p>Eine besondere Schwierigkeit, sowohl bezüglich der Sauberkeit als auch der Einheitlichkeit der Daten, ergibt sich oft durch projektspezifische Anforderungen an die Erfassung. Die Versuchung, eigene, projektspezifische Datenbanken (oder Excel-Tabellen) zu schaffen, ist groß. Um die vollen Vorzüge der Digitalisierung im Museum zu gewährleisten, sollten solche museumsinternen Sonderwege unbedingt vermieden werden. Eine später immer wieder notwendige Migration der projektspezifischen Daten in die zentrale Datenbank ist teuer und kompliziert.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p><strong><em>Durch eine eng abgestimmte Synchronisations-Routine, saubere Datenerfassung und die Verwendung von Normdaten kann der Abgleich der Daten ohne weitere menschliche Intervention geschehen.</em></strong></p>
</blockquote>



<p>Eine vollständig automatisierte Weitergabe von Daten aus einem in ein anderes System besteht grundsätzlich aus drei Aspekten. Zuerst müssen die relevanten Daten vom Ursprungssystem ausgespielt werden, dann müssen sie zum gegebenen Zielsystem gelangen, und schließlich müssen sie dort eingelesen werden können. Sowohl das Ursprungssystem als auch das Zielsystem müssen dazu entsprechende Schnittstellen bieten. Dies betrifft die Anbindung externer Datenbanken<sup data-fn="156b3e61-1d5a-41f3-8e4d-483961d9e9db" class="fn"><a href="#156b3e61-1d5a-41f3-8e4d-483961d9e9db" id="156b3e61-1d5a-41f3-8e4d-483961d9e9db-link">1</a></sup> an die zentrale Museumsdatenbank ebenso wie den Abgleich von Daten aus der Datenbank des Hauses mit z.B. dem museumseigenen Online-Katalog oder zwischen jenem und museumsübergreifenden Portalen.</p>



<p>Der mittig liegende Arbeitsschritt des Transportes und ggfs. der Transformation der Daten um sie ins Zielsystem zu integrieren kann dabei &#8211; wie im Fall des automatischen Bezugs von Normdaten z.B. aus der GND meist der Fall &#8211; direkt im Ursprungs- oder Zielsystems integriert sein. Durch die Vielzahl der zur Verfügung stehenden Systeme ist die Notwendigkeit der Schaffung einer museumsspezifischen Integration oft gegeben und verständlich. Bisher sind es oft Mitarbeiter des Museums, die die Integration händisch durchführen, etwa indem sie Exporte auslösen, Tabellenspalten umbenennen oder Exportdaten vor einer Weitergabe anreichern. Gerade Formatanpassungen und Anreicherungen müssen so bei jeder Aktualisierung der Daten von neuem durchgeführt werden.</p>



<p>Um einen regelmäßigen, automatischen Abgleich zu ermöglichen, muss dieser Arbeitsschritt entweder automatisiert oder in Ex- oder Import (d.h. in Ursprungs- oder Zielsystem) integriert werden. Eine nachhaltige und für Museen langfristig realistisch wartbare <a href="https://de.wiktionary.org/wiki/Integration">Integration</a> verlangt stabile Schnittstellen, da jede Anpassung der Schnittstellen auch eine Anpassung der damit interagierenden Komponenten bedeuten kann.</p>



<p>Da bei jeder Anpassung der Ex- oder Importschnittstellen eine Anpassung museumsspezifischer <a href="https://de.wiktionary.org/wiki/Integration"> / Anbindungen</a> notwendig sein kann, verlangt e</p>



<p>Die Bereitstellung von Schnittstellen, die händische Formatanpassungen überflüssig machen, ist in vielen Fällen sinnvoller bei der Ursprungs- oder Zielsoftware angesiedelt als in einem nicht vollständig automatisierten Zwischenschritt. Ist die Bereitstellung eines Export- oder Importformats Teil eines der Systeme, so kann eine entsprechende Entwicklung vielen Museen zu gute kommen. Dies setzt allerdings eine museumsübergreifende Einheitlichkeit der Formate &#8211; zumindest innerhalb eines Programms &#8211; voraus, die nicht jede übliche Sammlungsmanagement-Lösung bietet.</p>



<p>Gerade die Weitergabe an nicht museumsspezifisch angepasste Anwendungen und Portale profitiert massiv von eindeutigen, institutions-übergreifend gültigen Referenzierungen von zentralen Begriffen wie etwa Ortsangaben. Diese lassen sich durch die Verwendung übergreifender Terminologien und Normdatenkataloge herstellen. Die Anreicherung von z.B. Ortsangaben mit Normdaten geschieht nicht zuletzt durch die bessere Verfügbarkeit entsprechender Software <em>(wie z.B. <a href="https://openrefine.org/">OpenRefine</a>)</em> derzeit zunehmend manuell im Zwischenschritt. So sehr dies einen Gewinn gegenüber der vollständigen Abwesenheit von Normdatenbezügen darstellen mag, so sehr stellt es bei einer irgendwann nötigen Aktualisierung der Daten Schwierigkeiten dar. Und umso mehr verunmöglicht es eine wirkliche Automatisierung des Datenaustausches.</p>



<p>Um eine Automatisierbarkeit herzustellen, sollten Anreicherungen entweder direkt im Ursprungssystem oder automatisch beim Import ins Zielsystem geschehen. Der Nutzen einer Anreicherung im Ursprungssystem ist offensichtlich &#8211; ist eine Anreicherung im Ursprungssystem schwieriger als eine Anreicherung in einem Zwischenschritt des Datentransfers, sollte primär auf eine Verbesserung des offenbar verbesserungswürdigen Ursprungssystems hingewirkt werden.</p>



<p>Andererseits erlauben es die in vielen Museen verfügbaren Mitarbeiterzahlen oft nicht, eine Anreicherung aller Sammlungsdaten des Hauses in einem realistischen Zeitraum umzusetzen, ohne die Arbeit der Institution zu lähmen. Dies macht einen pragmatischen Umgang mit imperfekten Daten an möglichst zentraler Stelle (und das heißt meist im Zielsystem) sinnvoll.</p>



<p>Selbst ohne zugehörige ID ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Zeichenkette &#8222;Berlin&#8220; &#8211; in einem deutschen Museum, das deutschsprachig formulierte Daten in ein primär deutschsprachiges Portal importieren möchte &#8211; die deutsche Hauptstadt bezeichnet extrem hoch. Eine Zuordnung kann hier automatisch auf Basis des Namens geschehen, ohne dass es eine substanzielle Gefahr einer Verfälschung der Daten gäbe. Wäre das Museum in Ohio, oder wäre die Zeichenkette &#8222;Frankfurt&#8220; gäbe es eine deutlich größere Gefahr der Verfälschung. Ein pragmatischer Umgang heißt also einerseits, eindeutige Begriffe zu akzeptieren und wo möglich automatisch passend zuzuordnen. Andererseits heißt es auch, negativ abzuwägen, wo dies angemessen ist. Solche Abwägungen sind aber bei zentralen Portalen mit entsprechender Expertise und Infrastruktur deutlich sinnvoller anzusiedeln als bei jedem einzelnen Museum. Auch, weil manche Abwägungen so nur einmal, statt tausende Male und für jedes Museum neu gemacht werden müssen.</p>



<p>Der generelle Ansatz pragmatischer Abwägungen und einer möglichst starken Automatisierung des Zielsystems ist hier primär am Beispiel des Datenaustauschs mit Portalen beschrieben, gilt aber ebenso für alle anderen Systeme. Und sei es zwischen dem Klimasensoren aus Ursprungssystem und der museumseigenen Datenbank als Ziel.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="realitaeten-und-die-diversitaet-der-hindernisse">Realitäten und die Diversität der Hindernisse</h2>



<p>Alleine in Deutschland gibt es nach <a href="https://ahnp.ub.uni-heidelberg.de/journals/ifmzm/issue/archive">Zählung des Instituts für Museumsforschung</a> circa 7000 Museen. Von kommunal getragenen Museen zu Privatmuseen, von Kunstmuseen zu Naturkundemuseen, von kleinen Heimatmuseen zu Landes- und Bundesmuseen mit hunderten Mitarbeitern und mehreren Standorten versteckt sich in dieser Zahl eine enorme Spannbreite von verschiedenen Erfahrungen.</p>



<p>Durch die Diversität der Museen, sind notwendigerweise auch die konkret denkbaren Ziele der Digitalisierung in einem konkreten Museum, die Ausgangsbedingungen und Hindernisse divers und schwer zu verallgemeinern. Manche Probleme betreffen alle Arten von Museen, sind aber nicht notwendigerweise in jedem Museum kritisch.</p>



<h3 class="wp-block-heading" id="kenntnisse">Kenntnisse</h3>



<p>Um von einer groben Gesamtstrategie in konkretere strategische und taktische Erwägungen überleiten zu können, sind eine gute Kenntnis der Ausgangssituation, von Best Practices und die Entwicklung konkreter Ziele und Zwischenziele entscheidend.</p>



<p>Gerade im Fall der Sammlungen können die meisten Museen aber selbst grundlegende, naheliegend erscheinende Fragen nicht exakt beantworten. Besonders die Gesamtzahl der von einem Museum gesammelten Objekte &#8211; so nützlich sie für die Festlegung von Kennzahlen und Meilensteinen wäre &#8211; können die wenigsten exakt beziffern. Über die Jahrzehnte wurden Konvolute entgegengenommen und angekauft und nicht aufgeschlüsselt und einzeln inventarisiert, ein konkretes Sammlungskonzept wurde erst spät oder nie festgelegt und verbindlich niedergeschrieben, die Entscheidung zum Umgang mit Konvolutobjekten (ist eine Zeichenmappe mit 12 lose eingelegten Blättern ein Objekt, ein Objekt mit 12 Unterobjekten, oder 13 Objekte?) hing jahrzehntelang von einzelnen, wechselnden Mitarbeitern ab.</p>



<p>Um also eine Gesamtzahl auch nur schätzen zu können, bedarf es erst einmal Festlegungen zur praktischen Definition des Objekt- und Sammlungsbegriffs innerhalb des Museums. Um zu ermitteln, wie weit die (digitale oder analoge) Inventarisierung der Sammlung fortgeschritten ist, braucht es eine Bestimmung dessen, was als inventarisiert gilt. Es braucht Grundkenntnisse der Inventarisierung und des Sammlungsmanagements. Gerade in Westdeutschland, wo die Museologie als eigenes Studienfach eine eher geringere Bedeutung hat, aber auch allgemein durch Personalfluktuation und die oft große Zahl von fachfremden ehrenamtlich Mitarbeitenden in Museen, gilt es diese regelmäßig zu vermitteln.</p>



<p>Mithilfe von Gesamtzahlen lassen sich <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Performance_indicator">KPI</a>s leichter bestimmen, Meilensteine definieren, und ein leichter Fortschritt projezieren. Es ist also nützlich, Gesamtzahlen auch nur Schätzungsweise festzulegen, auch wenn der schätzungsweise Charakter der Zahlen dabei niemals unerwähnt bleiben sollte. Damit solche Schätzungen einen Nutzen entfalten können, müssen sie aber klar und für die gesamte Institution einsehbar und verbindlich festgelegt werden.</p>



<p>Das Problem fehlender Inventarisierungskenntnisse betrifft primär kleinere Museen. In größeren, oft direkt forschungsorienterten Institutionen gibt es ein artverwandtes Dilemma: Durch die konkreten Anforderungen von Materialgattungen und Projekten ist es hier oft naheliegend, material-, sammlungs- oder projektspezifische Datenbanken oder Datenschemata zu erstellen und Parallelstrukturen zu entwickeln. Aus reiner Forschungsperspektive ergibt dies oft Sinn &#8211; aus Perspektive der nachhaltigen Arbeit in der gesamten Institution verhindert es Transparenz und die Hebung positiver Synergieeffekte. Umso wichtiger sind hier also frühe und verbindliche Absprachen zwischen den Abteilungen oder zwischen Fachabteilung und Mitarbeitenden im Projekt. So können pragmatische Entscheidungen ohne folgende Animositäten getroffen werden, die ihrerseits der Bildung von Synergieeffekten entgegenstehen würden. Auch wenn Pragmatismus oft ein kleines Abweichen von fachlich korrekten Termini benötigt: Gibt es etwa wirklich einen Unterschied zwischen einer Signatur und einer Inventarnummer oder bezeichnen beide Begriffe &#8211; in verschiedenen Disziplinen &#8211; doch dasselbe?</p>



<p>Gerade in kleineren und mittleren Museen ergeben sich weitere Probleme aus der je nach konkreter Person oft stark divergierenden Kenntnis von Erschließungssystemen, starker Personalfluktuation, und der Seltenheit einer schriftlichen Dokumentation der eigenen Arbeitsweise. Statt die Digitalisierung strategisch zu gestalten preschen einzelne motivierte Mitarbeitende voran, etablieren in sich sinnvolle, aber wenig dokumentierte projekt- oder personenspezifische Datenbanken. Durch die fehlende Dokumentation und Einbindung in ein übergeordnetes, geplantes Gesamtsystem müssen diese Datenbanken später entweder mühsam und kostspielig migriert oder verworfen werden. Dies gilt umso mehr, wenn die ursprünglichen Ersteller des Systems nicht mehr zur Verfügung stehen und &#8211; so die Stellen überhaupt nachbesetzt werden &#8211; ihre Nachfolger ein anderes Aufgabenprofil und andere Kenntnissen und Motivationen haben.</p>



<h3 class="wp-block-heading" id="show-don-t-tell-sichtbarkeit-der-vorteile-eines-strukturierten-arbeitens">Show, don&#8217;t tell &#8211; Sichtbarkeit der Vorteile eines strukturierten Arbeitens</h3>



<p>Digitalisierung kann ohne die Unterstützung derer, die sie primär betrifft, nicht erfolgreich und nachhaltig geschehen. Dies gilt umso mehr für eine strukturierte, nachhaltige Digitalisierung.</p>



<p>Menschen von den Potentialen der Digitalisierung zu überzeugen gelingt am leichtesten, wenn diese einerseits intuitiv, nachvollziehbar und einfach umzusetzen, und Vorzüge andererseits direkt spürbar sind.</p>



<p>Eine einfache, strukturierte und nachhaltige Datenerfassung zu ermöglichen ist eine Aufgabe für Softwareanbieter wie Institutionen. Etablierte Designpatterns wie Drag- and Drop, sinnvolle Vorschläge, oder die Möglichkeit, Eingaben zu wiederholen, können direkt als Teil der Datenbank implementiert werden und die Arbeit deutlich erleichtern. Hemmnisse wie eine fehlende Netzwerkanbindung in denkmalgeschützten Depoträumen liegen in der Verantwortung der Museen selbst oder ihrer Träger. Sie zu beseitigen ist essentiell und fast immer kostentragend &#8211; die durch die Beseitigung derartiger Hemmnisse entfallenden Reibungsverluste (auch bezüglich der Arbeitszeiten) wiegen Investitionen in Netzwerkinfrastruktur fast immer schnell wieder auf &#8211; und Betriebsklima und Akzeptanz von Digitalisierungsmaßnahmen gewinnen deutlich.</p>



<p>Einige Vorzüge der strukturierten und allgemeinverbindlichen Datenerfassung sind ihr inhärent und sofort spürbar. Der Gewinn, wenn über verschiedene Sammlungen hinweg gesucht werden kann, ist merklich und braucht keiner weiteren Erklärung. Wenn in einer Datenbank nach verschiedenen Datenfeldern gefiltert oder sortiert werden kann, ist der Vorteil gegenüber einem analogen Zettelkasten offensichtlich. Die Möglichkeit zur ortsungebundenen Arbeit mit webbasierten Systemen ist sofort einleuchtend.</p>



<p>Aber auch diese Vorteile relativieren sich über die Zeit und zeigen nur einen kleinen Teil der Potentiale auf. Umso wichtiger ist es, frühzeitig auch unerwartete Synergieeffekte zu zeigen. Immer sichtbare Visualisierungen, automatisch erzeugte Berichte, oder frühzeitig implementierte Integrationen und Automatisierungen können hier von großer Hilfe sein. Ob dies direkt als Teil der Benutzeroberfläche eines zentralen Datenbanksystems im Museum umgesetzt werden kann, liegt nicht zuletzt wieder daran, wie sehr die Datenbank an das Museum oder Teilbereiche angepasst ist. Je weiter verbreitet eine Konfiguration oder eine Datenbank, desto leichter lassen sich allgemeingültige Lösungen schaffen und desto kostengünstiger sind sie.</p>



<h3 class="wp-block-heading" id="arbeitskraft">Arbeitskraft</h3>



<p>Das größte und offensichtlichste Hemmnis der Digitalisierung im Museum, das alle Museen betrifft, ist die Verfügbarkeit von Arbeitskraft. Dies betrifft sowohl die inhaltliche Arbeit mit Objekten, Planung von Ausstellung, etc., als auch technische Unterstützung etwa zur Implementation von Integrationen und Automatisierungen.</p>



<p>Dass eine Person nicht hunderttausende Objekte innerhalb eines Jahres bis in ihre Tiefe ergründen und digital erschließen kann, ist offensichtlich. Ein realistischer Umgang mit Erwartungen und ein abgestimmtes Planen von Projekten zur Schaffung von Synergieeffekten (etwa die Beantragung von Projektmitteln zur Erschließung einer Teilsammlung in den Jahren vor der dazu geplanten Ausstellung) sind naheliegend.</p>



<p>Technische Lösungen können die Arbeit deutlich effizienter und nachhaltiger machen. Bestimmte Teilaspekte der Arbeit bleiben zwangsläufig aufwändig, insbesondere Rechercheaufgaben in historischen Quellen.</p>



<p>Andere Aufgaben lassen sich mit technischer Hilfe und der vorausschauenden Entwicklung von Strategien und Infrastrukturen vollständig automatisieren. Gerade Aufgaben der Datenübertragung und Integration von Systemen sind meist wie oben beschrieben inhärent automatisierbar und können den Mitarbeitenden im Museum so nachhaltig abgenommen werden &#8211; solange Datenformate und Schemata stabil gehalten und Prozesse möglichst reibungslos gestaltet sind.</p>



<p>Die Kapazität zur Entwicklung von derartigen Integrationen unterscheidet sich zunehmend zwischen größeren bis großen und kleinen Museen. In Ersteren wurden seit 2015 zunehmend spezifisch für die Digitalisierung Stellen und so oft auch direkt Kapazitäten für die Programmierung von Integrationen geschaffen. Neben der Integration und Automatisierung erfordern die spezifischen Anforderungen größerer Museen &#8211; Koordination zwischen Abteilungen, Vermittlung und Mediation, Schaffung von Akzeptanz gegenüber allgemeinerer Transparenz &#8211; von den für Digitalthemen eingestellten Mitarbeitenden aber oft quasi die Aufgaben von Change Managern.</p>



<p>Kleinere Museen haben oft geringere Anforderungen und vor allem einfachere Strukturen &#8211; die Einbindung und Anzeige der Tageskarte des Museumscafés macht wenig Sinn, wenn es schlicht kein Museumscafé gibt. Bisher verschließen sich selbst leicht umzusetzende Automatisierungen vielen kleineren Museen, weil es keine passenden Ansprechpartner im oder für die Museen gibt. Für die Beauftragung kommerzieller Anbieter fehlen die Mittel, und der Aufbau entsprechender Stellenkontingente und Kapazitäten sind illusorisch. Ob Automatisierungen, die nicht Teil des bestehenden Datenbanksystems sind, geschaffen werden können, hängt allzu oft davon ab, ob sich willige und fähige Freiwillige finden.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="conclusio-ein-entwurf">Conclusio: Ein Entwurf</h2>



<p>Wie können Museen also, gerade in Zeiten allgemeiner Verunsicherung und wirtschaftlicher Schwierigkeiten, die Vorzüge der Digitalisierung in volleren Zügen genießen, ihr strategisch begegnen, und dabei unterstützt werden?</p>



<p>Zuerst ist ein grundlegendes Bedenken und gemeinsames Erörtern der Rolle der Digitalisierung in den Museen nötig, mit allen potentiell betroffenen Mitarbeitenden &#8211; und das sind im Zweifelsfall schlicht alle. Ein frühes Sammeln der Befürchtungen und &#8211; wichtig &#8211; der Erwartungen und Hoffnungen macht es möglich, diese offen mit unterstützenden Institutionen und Dienstleistern zu besprechen und Lösungen und Umsetzungen früh zu planen.</p>



<p>Die Moderation eines solchen Prozesses erfordert selbst ein gutes Verständnis von digitaler Museumsarbeit. Gibt es in einem gegebenen Museum niemanden, der <em>Museum</em> und <em>Digitales</em> zusammenbringen und den Prozess moderieren kann, so gibt es auch heute schon Angebote der Museumsverbände und vergleichbarer staatlicher Stellen, ihn zu begleiten. Die Bündelung von Expertise in übergreifenden Strukturen macht gerade für kleinere Museen viel Sinn; noch hinken die Kapazitäten den Bedarfen aber oft hinterher.</p>



<p>Die Konkretisierung und Verbindlichmachung von gemeinsam getroffenen Grundannahmen und Zielvorstellungen sowie eine regelmäßige Reflektion und eine Offenheit zur Anpassung dieser, falls sie sich als unrealistisch herausstellen, ist wichtig.</p>



<p>Knapp 75 Jahre nach der Entwicklung der ersten Computer, über 30 Jahre nach dem Beginn des World Wide Web und ca. 20 Jahre nach dem Durchbruch von Smartphones steht so gut wie kein Museum dabei wirklich am Anfang. Zur Kommunikation wird gechattet, Mail ist verbreitet, Sammlungsdaten sind fast überall in irgendeiner Form digital erfasst (ob in einer sich regelmäßig wandelnden Excel-Tabelle oder in einer strukturierten Datenbank; oder in 15 verschiedenen). Die Ausgangssituationen sind dadurch nur diverser geworden, und die Diskussion muss sich vor allem um die Digitalisierung als strukturierten und strukturierenden Prozess und Gelegenheit zur Besserung der Arbeitssituation und Effektivität drehen. Dies erfordert umso mehr Expertise und im Fall von externen Unterstützenden Zeit und Fähigkeit, die Ausgangssituationen angemessen und in die Tiefe zu ergründen.</p>



<p>Ist eine Strategie mit konkreten Zielvorstellungen gefasst, gilt es diese Umzusetzen und dabei auch im Konkreten den gemeinsam festgelegten Vorgehensweisen zu folgen. Verbindlichkeit einzufordern und besprochenes Umzusetzen statt langfristig teurere, aber im konkreten scheinbar naheliegende Sonderwege zu gehen, ist ein Problem das mit der (inhaltlichen wie personellen und räumlichen) Größe eines Museums wächst. Ein Konzept oder eine Zuständigkeit für das Change Management existiert in größeren Häusern oft sinnvollerweise schon. Kapazitäten für die Entwicklung der fast notwendigerweise museumsspezifischen Integrationen bestehen zunehmend, und das Schreiben des oft sehr übersichtlichen Codes von Integrationen lässt sich heute mit KI-Unterstützung weiter vereinfachen.</p>



<p>In kleineren Museen ist der Aufbau eigener Kapazitäten zur Erstellung von Integrationen und Automatisierungen meist unrealistisch, während die Beschäftigung von kommerziellen Dienstleistern die Budgets gerade ehrenamtlich geführter Museen schnell übersteigt. Hier würde eine Bündelung und der Aufbau von geteilten Kapazitäten Sinn machen. Schon eine Person, die organisatorisch bei einem der Museumsverbände (oder vergleichbarer Institutionen von übergreifender Zuständigkeit) angesiedelt wäre, und jeweils für einige Tage in die Museen reist, um neben der Beratung konkrete Automatisierungen und Integrationen zu schaffen, könnte vielen Museen kostengünstig und effektiv helfen.</p>



<p>Besonders in kleineren Museen bleibt das Onboarding neuer Mitarbeiter eine Herausforderung, der durch eine enger integrierte Arbeit der Beschäftigen mit denselben Systemen einerseits und einer verschriftlichen Strategie und der Dokumentation von Arbeitsschritten begegnet werden kann. Auch hier können die Museumsverbände als zentrale Stelle, die die Bedeutung und Logik der Maßnahmen erläutert und konkrete Vor-Ort-Beratung bietet, helfen.</p>



<p>Eine vollständige Automatisierung erfordert dabei aber einerseits die nötigen Grundlagen, die früh genug geplant sein sollten (etwa die Anbindung an Normdaten), und eine ausreichende Kontrolle über die eigenen Anwendungen und Systeme. Bietet die eigene Sammlungsdatenbank etwa schlicht keine dokumentierte offizielle Schnittstelle, so ist das Schaffen einer solchen unter Umständen mit enormen zusätzlichen Aufwänden und absehbarer Instabilität verbunden. Damit Integrationen und Automatisierungen nicht regelmäßig angepasst werden müssen, braucht es eine Stabilität der konfigurierten Datenbankschemata. All diese Aspekte, können, früh bedacht, in der Auswahl und Konzeption von Hard- und Software helfen.</p>



<p>Manche Komponenten entziehen sich zwangsläufig der Kontrolle einer gegebenen Institution &#8211; besonders museumsübergreifende Lösungen und Portale. Bei der Fortentwicklung dieser wäre es wichtig, die Reibungslosigkeit von Integrations- und Importprozessen in den Vordergrund zu stellen, ohne die angestrebte Qualität und Interoperabilität aufzugeben. Dies bedeutet einerseits eine stete Verbesserung der zentralisierten Dienste, die Schaffung naheliegender Autokorrekturlösungen bei Importen, und andererseits einen Willen, Prozesse und Strukturen zu vereinfachen. Korrektur- und Überprüfungsphasen in der Weitergabe zu Portalen machen etwa bei einem ersten Import unbedingt Sinn, sind aber bei Updates strukturell gleich gebliebener Daten eine unnötige Verkomplizierung des Prozesses, die einer vollständigen Automatisierung der Datenweitergabe im Weg steht.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="724" src="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2026/03/idealmuseum-1024x724.png" alt="Schaubild: Technische Infrastruktur des &quot;digitalen Idealmuseums&quot;" class="wp-image-4643" srcset="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2026/03/idealmuseum-1024x724.png 1024w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2026/03/idealmuseum-300x212.png 300w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2026/03/idealmuseum.png 1123w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Exemplarische Skizze einer strukturierten Digitalinfrastruktur im Museum</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading" id="anhaenge">Anhänge</h2>



<h3 class="wp-block-heading" id="1-roadmap">1: Roadmap</h3>



<ol class="wp-block-list">
<li>Bestandsaufnahme der im Haus bestehenden Kapazitäten und etwaige Einholung externer Beratung und Unterstützung
<ol class="wp-block-list">
<li>Falls nötig: Frühe Schulung bezüglich der Grundsätze eines effektiven Sammlungsmanagements</li>
</ol>
</li>



<li>Bestandsaufnahme der im Haus vorhandenen technischen Systeme und Aufgaben; erster Entwurf einer Übersicht, bei welchen eine Anbindung an einen zentralen Wissensspeicher sinnvoll sein kann</li>



<li>Besprechung in zunehmend größer werdenden Gruppen bis zu einer Vollversammlung der Mitarbeitenden, Ermittlung von Bedarfen, Befürchtungen und Wünschen. Verbindliche Festlegung von Zielen auf taktischer und strategischer Ebene.</li>



<li>Anschaffung, Konfiguration der nötigen Hard- und Software</li>



<li>Schaffung von nachhaltiger Akzeptanz
<ol class="wp-block-list">
<li>Automatisierung und Integration von Systemen auf technischer und prozedualer Ebene</li>



<li>Kontinuierliche Ermittlung und Beseitigung von Hemmnissen</li>
</ol>
</li>



<li>Effektiveres Arbeiten &amp; regelmäßiges Feedback</li>
</ol>



<h3 class="wp-block-heading" id="2-museum-digital">2. museum-digital</h3>



<p>museum-digital ist eine Initiative, die 2009 mit dem Ziel gegründet wurde, Museen zu ermöglichen, ihre Objekte kostenfrei und einfach gemeinsam zu publizieren. Bald zeigte sich, dass viele der teilnehmenden Museen keine dezidierte Sammlungsmanagement-Lösung hatten und die damals noch primär auf die Publikation ausgerichtete Eingabeoberfläche <em>musdb</em> als Ersatz für ein solches nutzten. Entsprechend wurde es &#8211; weiterhin eng mit der Publikation verzahnt &#8211; zu einem vollwertigen Sammlungsmanagement-Tool erweitert. Spätere Angebote beinhalten Tools zur Erstellung digitaler Ausstellungen, Qualitätsschätzung, und mehr.</p>



<p>Die Kombination eines immer hohen Stellenwertes der Publikation und Interoperabilität einerseits, und des Anspruchs möglichst kosteneffektiv zu arbeiten andererseits, erforderte frühe entsprechende Weichenstellungen. So benutzen alle Museen, die mit museum-digital arbeiten, eine gemeinsame Datenstruktur, eine zwar anpassbare, aber grundlegend einheitliche Benutzeroberfläche, und ein gemeinsames Set von kontrollierten, mit Normdateien verknüpften Vokabularen, die zentral für alle Museen gemeinsam angereichert und verbessert werden.</p>



<p>Die Erkenntnis, dass die Kernkompetenz von Museen in der Bewahrung, Beforschung und Vermittlung ihrer Sammlungen und nicht die Kenntnis technischer Details (z.B. von Austauschformaten) ist, führte zu einer frühen Betonung reibungsloser Prozesse: Die oben beschriebenen Automatisierungen zur Erkennung und automatisierten Bereiningung von Importdaten sind schon heute bei museum-digital weitgehend umgesetzt.</p>



<p>Museen können museum-digital nutzen, um ihre Bestände zu publizieren, zu verwalten, oder um beides zu tun. Ist letzteres der Fall, ergibt sich ein deutlich vereinfachtes Bild: Klimasensoren, Lichtschranken, etc. können direkt mit museum-digital verknüpft werden, die Publikation ist &#8211; solange die vom Gesamtsystem vorausgesetzten Qualitätsmaßstäbe eingehalten werden &#8211; immer nur einen Klick entfernt, und ein maschinenlesbarer Zugriff sowohl auf einzelne Datensätze wie für den massenweisen Abruf zum Zwecke der Synchronisation &#8211; etwa durch die Deutsche Digitale Bibliothek &#8211; sind über einfach zugängliche, gut dokumentierte und offene Schnittstellen möglich. Durch die museumsübergreifend einheitlichen Datenstrukturen und Schnittstellen lassen sich für ein Museum geschaffene Anbindungen zudem auch einfach von anderen Museen nachnutzen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="724" src="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2026/03/idealmuseum-museum-digital-1024x724.png" alt="Schaubild: Technische Infrastruktur eines Beispielmuseums mit museum-digital" class="wp-image-4644" srcset="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2026/03/idealmuseum-museum-digital-1024x724.png 1024w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2026/03/idealmuseum-museum-digital-300x212.png 300w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2026/03/idealmuseum-museum-digital.png 1123w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Exemplarische Skizze einer strukturierten Digitalinfrastruktur im Museum; vereinfacht mit museum-digital</figcaption></figure>



<h3 class="wp-block-heading" id="3-die-deutsche-digitale-bibliothek">3. Die Deutsche Digitale Bibliothek</h3>



<p>Die Deutsche Digitale Bibliothek (DDB) hat sich seit ihrer Gründung zum zentralen Abschluss im Lebenszyklus von Daten aus der Bestandserschließung in deutschen Kulturerbeeinrichtungen entwickelt. Aus Perspektive der Museen bietet sie einerseits den Anschluss an weitere Kulturerbesparten &#8211; Bibliotheken und Archive &#8211; und andererseits an die Europeana als gesamteuropäische Plattform.</p>



<p>Dadurch, dass sie ein gesamtdeutsches Vorhaben ist, und dass viele Förderprogramme für Digitalisierung eine Datenlieferung an die DDB voraussetzen, bildet die Datenlieferung an die DDB eine vereinende Aufgabe &#8211; und damit einen (wenn auch kleinen) Identifikationspunkt &#8211; für alle, die mit der Digitalisierung in Museen in Deutschland befasst sind.</p>



<p>Schon unabhängig von ihrer konkreten Arbeit ist die Deutsche Digitale Bibliothek damit ein wichtiges strukturierendes Element im übergreifenden Ökosystem der Museumsdigitalisierung. Ihre Existenz bietet einen Fokuspunkt, an dem sich digitale Strategien ausrichten können.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="danke">Danke</h2>



<p>Mein ausdrüklicher Dank gilt den verschiedenen Kollegen, besonders aus den Museumsverbänden, die verschiedene Entwürfe des vorliegenden Papiers gegengelesen und hilfreiche Anmerkungen beigesteuert haben.</p>



<div class="wp-block-cgb-cc-by message-body" style="background-color:white;color:black"><img decoding="async" src="https://blog.museum-digital.org/wp-content/plugins/creative-commons/includes/images/by.png" alt="CC" width="88" height="31"/><p><span class="cc-cgb-name">This content</span> is licensed under a <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/">Creative Commons Attribution 4.0 International license.</a> <span class="cc-cgb-text"></span></p></div>


<ol class="wp-block-footnotes"><li id="156b3e61-1d5a-41f3-8e4d-483961d9e9db"> Im Museum, wie übergreifend etwa die <a href="https://www.dnb.de/EN/Professionell/Standardisierung/GND/gnd_node.html">Gemeinsame Normdatei [GND]</a>, den <a href="https://www.getty.edu/research/tools/vocabularies/aat/">Art and Architecture Thesaurus [AAT]</a> oder <a href="https://www.geonames.org/">geonames</a>. <a href="#156b3e61-1d5a-41f3-8e4d-483961d9e9db-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 1 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li></ol>


<p></p>
]]></content:encoded>
					
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		<item>
		<title>Objektfotografie (Folge 4) &#8211; Reproduktion von Gemälden, Zeichnungen, Fotografien usw.</title>
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		<dc:creator><![CDATA[AG Brandenburgische Museen digital]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 Jun 2022 07:46:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Brandenburg]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Projekte]]></category>
		<category><![CDATA[Objektfotografie]]></category>
		<category><![CDATA[Reproduktion]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Skript zum Video-Tutorial von Ronka Oberhammer, Lorenz Kienzle und Omar Akahara. In unserem vierten Filmmodul erklären wir, wie Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen, Drucke und Fotografien reproduziert werden können. Das Aufnahmewerkzeug ist eine digitale Kamera mit Standard- oder moderaten Teleobjektiv, das möglichst auch eine Makrofunktion hat. Eine Festbrennweite ist dabei immer einem Zoom vorzuziehen. Wichtig ist, <a href="https://blog.museum-digital.org/de/2022/06/07/objektfotografie-folge-4-reproduktion-von-gemaelden-zeichnungen-fotografien-usw/" class="more-link">...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><em>Das Skript zum Video-Tutorial von Ronka Oberhammer, Lorenz Kienzle und Omar Akahara.</em></p>



<p>In unserem vierten Filmmodul erklären wir, wie Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen, Drucke und Fotografien reproduziert werden können. Das Aufnahmewerkzeug ist eine digitale Kamera mit Standard- oder moderaten Teleobjektiv, das möglichst auch eine Makrofunktion hat. Eine Festbrennweite ist dabei immer einem Zoom vorzuziehen. Wichtig ist, dass das Objektiv wenig bis gar nicht verzeichnet, also gerade Linien auch am Rand der Aufnahme gerade und nicht kissen- oder tonnenförmig wiedergegeben werden. Fotografiert wird mit Blende 8 bis 11, damit alles bis in die Ecken scharf gezeichnet wird. Weiteres Zubehör: Staffelei, Reprosäule oder Aufhängung an einer Wand, Wasserwaage, Drahtauslöser,<br>Papierunterlage, 2 Stative, 2 Blitz- oder Dauerlichtlampen, Belichtungsmesser, Farbkarte.</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<iframe loading="lazy" title="Objektfotografie #4 - Reproduktion von Gemälden, Zeichnungen, Fotografien usw." width="1778" height="1000" src="https://www.youtube.com/embed/qA0354jtvdo?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe>
</div></figure>



<p><strong>1. Positionierung des Bildes:</strong><br>Das Gemälde muss parallel zur Kamera an die Wand gehängt oder auf eine Staffelei gestellt werden, deren Stehwinkel auf 90° gestellt werden kann. (Alternativ kann ein kleines Gemälde auch auf den Fuß einer Reprosäule gelegt werden. Dazu später mehr.) Dabei muss darauf geachtet werden, dass links und rechts ausreichend Platz für die Beleuchtung vorhanden ist.</p>



<p><strong>2.  Die Beleuchtung:</strong><br>Es können Blitz- oder Fotolampen verwendet werden. Vor- und Nachteile: Blitzlicht ist in der Regel ein »sauberes« Licht, genauso Halogenlicht, das korrekte Farben erzeugt. Billige LED Lampen sind nicht zu empfehlen, da sie Farben falsch wiedergeben könnten. Bei der Verwendung von Fotolampen ist ein stabiles Stativ wichtig, damit die Reproduktionen bei längeren Belichtungen scharf werden.</p>



<p>Lichtwinkel 45°: Wir bauen zunächst zwei Blitzköpfe mit Reflektoren (oder Fotolampen) auf, die genau im 45° Winkel zu dem Gemälde stehen müssen. Wichtig ist dabei, dass sie genügend Abstand vom Bild haben, damit das Bild gleichmäßig beleuchtet wird. Es sollten mindestens 150 &#8211; 200 cm Abstand sein. Der 45° Winkel entsteht, wenn von der Bildmitte z.B. 200 cm je nach rechts und nach links gemessen wird und dann im 90° Winkel der gleiche Abstand nach vorne. Dort werden die Lampen dann idealerweise aufgestellt.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="834" height="467" src="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/Screenshot-2022-06-02-at-15-48-36-Script_Tutorial_Folge4_Reproduktionen.pdf.png" alt="" class="wp-image-3102" srcset="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/Screenshot-2022-06-02-at-15-48-36-Script_Tutorial_Folge4_Reproduktionen.pdf.png 834w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/Screenshot-2022-06-02-at-15-48-36-Script_Tutorial_Folge4_Reproduktionen.pdf-300x168.png 300w" sizes="auto, (max-width: 834px) 100vw, 834px" /></figure>



<p><br>Lampenhöhe auf Bildmitte: Dann messen wir die (vertikale) Höhe der Bildmitte vom Boden aus, bringen unsere Lampen auf die gleiche Höhe und stellen sie horizontal ins Wasser (mit Hilfe einer Wasserwaage oder nach Augenmaß). Idealerweise ist die Mitte des Leuchtmittels oder der Blitzröhre dann genau auf Höhe der Bildmitte.<br><br>Kontrolle: Die richtige Postion der Beleuchtung kann von der Mitte des zu reproduzierenden Bildes aus<br>kontrolliert werden, indem wir von dort aus je zu einer Lampe schauen. Das Leuchmittel/die Blitzröhre sollte sich idealerweise in der Mitte des Reflektors befinden. Minimale Abweichungen sind nicht schlimm, aber je genauer alles eingestellt ist, desto gleichmäßiger ist die Beleuchtung des Gemäldes.</p>



<p><strong>3. Belichtungsmessung:</strong><br>Steht das Licht in der korrekten Höhe mit dem richtigen Abstand und Winkel, messen wir an allen vier<br>Ecken des Bildes mit einem Blitzbelichtungsmesser, ob das Bild tatsächlich gleichmäßig beleuchtet wird.<br>Das Licht sollte überall gleich stark sein (Abweichungen von einer 1/10 Blende sind ok). Der Blitz wird dabei so eingestellt, dass wir in der Basis ISO (in der Regel 100 ISO) mit Blende 8 &#8211; 11 fotografieren können. Bei Dauerlicht (Fotolampen) wird die Belichtungszeit so gewählt, dass wir in der Basis ISO auf einen Blendenwert zwischen Blende 8 und 11 kommen. Sind die Fotolampen identisch (gleiche Wattzahl) oder die beiden identischen Blitzlampen ggf. auf die gleiche Lichtstärke eingestellt, kann auf eine Belichtungsmessung verzichtet werden. Die ideale Belichtung können wir dann dem Histogramm entnehmen. (Filmtutorial #2)</p>



<p><strong>4. Kamera aufbauen:</strong><br>Die Kamera wird auf einem Stativ befestigt und parallel und zentral zum Bild gestellt. Dabei hilft meist ein Zollstock oder eine Linie im Bodenbelag sowie die eingebaute Wasserwaage in der Kamera. Wir bringen die Kamera also parallel (zum Gemälde), mittig und möglichst formatfüllend in Position. Die vorher gemessene Mitte des Gemäldes befindet sich auf gleicher Höhe wie das Objektiv der Kamera. Alle Linien vom Rand des Gemäldes verlaufen parallel zum Sucherbild der Kamera. Manchmal befinden sich Gemälde auch in verzogenen Rahmen, dann muss dies vermittelt werden.</p>



<p><strong>5. Fotografieren:</strong><br>(a) Neben das Bild legen wir eine Farbkarte oder/und Graukarte. Noch besser ist es, diese ganz mittig auf<br>dem Bild zu positionieren, um den Weißableich zu ermitteln. (Dazu später mehr.) Nachdem alles eingestellt ist, lösen wir die Kamera auf den gemessenen Einstellungen aus und fotografieren dabei möglichst im RAW Modus, da nur hier der Weißabgleich am Computer eingestellt werden kann. Bei Kunstlicht ist es unbedingt nötig den Selbstauslöser oder einen Fernauslöser zu verwenden, da das Bild nicht verwackeln darf.<br>(b) Wir belichten zur Sicherheit auch eine halbe oder drittel Blende über und unter dem gemessenen Wert.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="748" height="213" src="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/Screenshot-2022-06-02-at-15-54-35-Script_Tutorial_Folge4_Reproduktionen.pdf.png" alt="" class="wp-image-3104" srcset="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/Screenshot-2022-06-02-at-15-54-35-Script_Tutorial_Folge4_Reproduktionen.pdf.png 748w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/Screenshot-2022-06-02-at-15-54-35-Script_Tutorial_Folge4_Reproduktionen.pdf-300x85.png 300w" sizes="auto, (max-width: 748px) 100vw, 748px" /></figure>



<p></p>



<p><strong>6. Die Farbkarte</strong><br>Hier abgebildet ist eine standardisierte Farbkarte, die wir bei der Reproduktion mitfotografiert haben, um<br>eine Referenz für die richtigen Farben und die richtige Helligkeit zu bekommen.</p>



<p>Helligkeit: Wir können anhand der Karte feststellen, ob unsere Reproduktion richtig belichtet wurde.<br>Dazu wählen wir von unseren drei Belichtungen die aus, die der Helligkeit der Karte am ehesten entspricht. Am besten ist dies auf der Farbkarte am rechten unteren Schwarzton und dem dunklen Braunton daneben zu erkennen.<br><br>Weißabgleich: Wir sehen unten links unsere Reproduktion mit dem automatischen Weißabgleich der Kamera. Das Bild hat einen Cyan Stich. Wenn wir nun wie empfohlen im RAW Modus fotografiert haben, können wir im RAW Entwickler (Photoshop, Lightroom etc.) mit der Pipette im Entwicklungs- oder Grundeinstellungsmodul einen benutzerdefinierten Weißabgleich durchführen. Dafür gehen wir mit der Pipette auf das weisse Feld der Farbkarte und erhalten so einen neutralen Weißabgleich. Das rechte Bild ist jetzt farbneutraler, der Cyanstich ist verschwunden. Es gibt auch spezielle Graukarten, die nur für den Weißabgleich verwendet werden können und noch genauer sind.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="813" height="808" src="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/Lenin.jpg" alt="" class="wp-image-3107" srcset="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/Lenin.jpg 813w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/Lenin-300x298.jpg 300w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/Lenin-150x150.jpg 150w" sizes="auto, (max-width: 813px) 100vw, 813px" /><figcaption>Abbildung: Günther Brendel, Lenin, 1968/70 (Öl auf Hartfaser) Maße: 84.0 x 59.0 cm</figcaption></figure>



<p>Wir sehen hier, wie sich die Werte von Temperatur und Tonung des RAW Bildes zwischen dem automatischen und dem manuellen Weißabgleich verändert haben. Für einen noch präziseren Weißabgleich sollte die Farbkarte mittig über das Gemälde gehalten werden. Der dort ermittelte Weißabgleich wird dann auf die nachfolgenden Aufnahme übertragen. Er besteht aus den oben angezeigten Werten aus Temperatur und Tonung, kann kopiert oder auch manuell übertragen werden.</p>



<p><strong>7. Das Kameraprofil</strong><br>Jede Kamera hat hinterlegte Farbprofile, die u.a. die Sättigung und den Kontrast des Bildes beeinflussen.<br>Wir empfehlen, möglichst immer das herstellereigene Standard Profil auszuwählen. In der Regel kann das auch noch nach der Aufnahme im Entwicklungsmodul eingestellt werden. Die Profile von Adobe sind bezüglich der Farbtreue den Profilen von Nikon, Fuji und Canon unterlegen. Empfehlenswert sind folgende herstellerabhängige Einstellungen:</p>



<ul class="wp-block-list"><li>Nikon Kamera Standard</li><li>Fuji PROVIA/Standard</li><li>Canon Camera Standard</li></ul>



<p><strong>Reproduktion von Aquarellen/ Zeichnungen und Drucken/Fotografien mit einer Reprosäule</strong></p>



<p>1. Positionierung des Bildes:<br>Alles was sich auf losen Blättern befindet muss zum Reproduzieren liegen. Um diese »Flachware« zu reproduzieren, eignet sich eine Reprosäule. Die Reprosäule sollte zu beiden Seiten genug Platz für die Beleuchtung haben. Wir legen das Bild auf das Grundbrett der Reprosäule, das wir zuvor mit einem neutralen Karton abdecken können.</p>



<p>2. Die Beleuchtung:<br>Auch hier sollte das Bild mit Licht aus einem Winkel von 45° beleuchtet werden. Die Lampen werden in einem Abstand von z.B. je 150cm von der Bildmitte gemessen links und rechts der Reprosäule aufgestellt. Dann bringen wir die Lampen auf eine Höhe von 150 cm und schwenken sie im 45° Winkel Richtung Bild. Dazu kann eine Wasserwaage mit 45° Anzeige verwendet werden oder alles auf Sicht eingestellt werden. Siehe auch Kontrolle auf Seite 2.</p>



<p>3. Belichtungsmessung: (siehe Seite 2)</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="748" height="524" src="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/Screenshot-2022-06-03-at-12-31-30-Script_Tutorial_Folge4_Reproduktionen.pdf.png" alt="" class="wp-image-3108" srcset="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/Screenshot-2022-06-03-at-12-31-30-Script_Tutorial_Folge4_Reproduktionen.pdf.png 748w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/Screenshot-2022-06-03-at-12-31-30-Script_Tutorial_Folge4_Reproduktionen.pdf-300x210.png 300w" sizes="auto, (max-width: 748px) 100vw, 748px" /></figure>



<p></p>



<p>4. Kamera aufbauen:<br>Die Kamera wird an der Reprosäule so angebracht, dass sie genau im Wasser steht. Dafür halten wir eine<br>Wasserwaage über den gesamten Filterring des Objektivs und messen einmal von links nach rechts in der<br>Achse des Lichts und dann von vorne nach hinten. Zur Kontrolle sollte auch das Grundbrett der Reprosäule mitgemessen werden. Steht die Reprosäule auf einer schiefen Fläche und die Wasserblase der Waage ist nicht ganz mittig in der Libelle, muss die Kamera daran angepasst werden. Dabei helfen meist die Markierungen der Libelle. Die Kamera wird außerdem so eingestellt, dass die Reproduktion wieder möglichst formatfüllend aufgenommen werden kann.<br><br>5. Fotografieren: (siehe Seite 2)<br><br>6. Die Farbkarte (siehe Seite 2-3 und unten)</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="787" height="844" src="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/Screenshot-2022-06-03-at-12-33-12-Script_Tutorial_Folge4_Reproduktionen.pdf.png" alt="" class="wp-image-3109" srcset="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/Screenshot-2022-06-03-at-12-33-12-Script_Tutorial_Folge4_Reproduktionen.pdf.png 787w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/Screenshot-2022-06-03-at-12-33-12-Script_Tutorial_Folge4_Reproduktionen.pdf-280x300.png 280w" sizes="auto, (max-width: 787px) 100vw, 787px" /></figure>



<p><em>Der Blogbeitrag ist Teil der Reihe <a rel="noreferrer noopener" href="https://web.archive.org/web/20210725004314/https://www.museen-brandenburg.de/aktivitaeten/netzwerke/ag-brandenburgische-museen-digital/" target="_blank">„Brandenburgische Museen digital“</a> und wird redaktionell vom Museumsverband des Landes Brandenburg e.V. betreut. <a rel="noreferrer noopener" href="https://web.archive.org/web/20190430143519/https://www.museen-brandenburg.de/aktivitaeten/projekte/digitalisierung/" target="_blank">www.museen-brandenburg.de/aktivitaeten/projekte/digitalisierung/</a></em></p>
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		<item>
		<title>Der romantische Blick auf die Mühle. Digitalsierung eines Objektkonvoluts einer mühlenbegeisterten Sammlerin.</title>
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		<dc:creator><![CDATA[AG Brandenburgische Museen digital]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 Jun 2022 13:12:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Brandenburg]]></category>
		<category><![CDATA[Projekte]]></category>
		<category><![CDATA[Themen]]></category>
		<category><![CDATA[Ausstellung]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Mühlen]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein Beitrag von Alexandra Majorov für die Historische Mühle von Sanssouci, Mühlenvereinigung Berlin-Brandenburg e.V. Die zum UNESCO-Weltkulturerbe der Parks und Schlösser gehörende Historische Mühle von Sanssouci betreibt die Mühlenvereinigung Berlin-Brandenburg e.V. im Auftrag der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG). Aufgabe des Vereins ist es, historische Mühlen als technisches Kulturgut zu erhalten sowie Mühleneigentümer <a href="https://blog.museum-digital.org/de/2022/06/02/der-romantische-blick-auf-die-muehle-digitalsierung-eines-objektkonvoluts-einer-muehlenbegeisterten-sammlerin/" class="more-link">...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><em>Ein Beitrag von Alexandra Majorov für die Historische Mühle von Sanssouci, Mühlenvereinigung Berlin-Brandenburg e.V.</em></p>



<p>Die zum UNESCO-Weltkulturerbe der Parks und Schlösser gehörende <a href="https://www.historische-muehle-potsdam.de/" data-type="URL" data-id="https://www.historische-muehle-potsdam.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Historische Mühle von Sanssouci</a> betreibt die <a href="https://www.historische-muehle-potsdam.de/" data-type="URL" data-id="https://www.historische-muehle-potsdam.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Mühlenvereinigung Berlin-Brandenburg e.V.</a> im Auftrag der <a href="https://www.spsg.de/startseite/" data-type="URL" data-id="https://www.spsg.de/startseite/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG)</a>. Aufgabe des Vereins ist es, historische Mühlen als technisches Kulturgut zu erhalten sowie Mühleneigentümer fachlich zu vertreten und zu beraten. Hierzu gehört die Weitergabe von handwerklichem Wissen und Fertigkeiten im Umgang mit historischen Mühlen unterschiedlicher Nutzungsarten.</p>



<p>Neben den technischen Gegenständen besitzt die Mühlenvereinigung seit Sommer 2020 ein Konvolut an kulturhistorischen Gegenständen, die zum größten Teil aus dem Besitz einer mühlenbegeisterten Berlinerin stammen. Die verschiedenen Objekte bilden die Mühle jenseits ihrer Funktion als Maschine und der damit verbundenen harten Arbeit ab. Die Mühle wird als Landschaftselement mit einem verklärten Blick gesehen. Das idyllische Bild eines ländlichen Lebens entsteht und spiegelt die Faszination von Mühlen wider.</p>



<figure class="wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex">
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="660" data-id="3066" src="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/a_Fotos-1_Durchbruchschale-mit-Historischer-Muehle-1024x660.jpg" alt="" class="wp-image-3066" srcset="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/a_Fotos-1_Durchbruchschale-mit-Historischer-Muehle-1024x660.jpg 1024w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/a_Fotos-1_Durchbruchschale-mit-Historischer-Muehle-300x193.jpg 300w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/a_Fotos-1_Durchbruchschale-mit-Historischer-Muehle-1536x990.jpg 1536w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/a_Fotos-1_Durchbruchschale-mit-Historischer-Muehle-2048x1319.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="964" height="1024" data-id="3064" src="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/a_Fotos-2_Becher-mit-Fotografie-der-Historischen-Muehle-von-Max-Baur-964x1024.jpg" alt="" class="wp-image-3064" srcset="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/a_Fotos-2_Becher-mit-Fotografie-der-Historischen-Muehle-von-Max-Baur-964x1024.jpg 964w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/a_Fotos-2_Becher-mit-Fotografie-der-Historischen-Muehle-von-Max-Baur-283x300.jpg 283w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/a_Fotos-2_Becher-mit-Fotografie-der-Historischen-Muehle-von-Max-Baur-1447x1536.jpg 1447w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/a_Fotos-2_Becher-mit-Fotografie-der-Historischen-Muehle-von-Max-Baur.jpg 1909w" sizes="auto, (max-width: 964px) 100vw, 964px" /></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="743" data-id="3065" src="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/a_Fotos-3_Eckige-Sammeltasse-mit-Historischer-Muehle-1024x743.jpg" alt="" class="wp-image-3065" srcset="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/a_Fotos-3_Eckige-Sammeltasse-mit-Historischer-Muehle-1024x743.jpg 1024w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/a_Fotos-3_Eckige-Sammeltasse-mit-Historischer-Muehle-300x218.jpg 300w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/a_Fotos-3_Eckige-Sammeltasse-mit-Historischer-Muehle-1536x1115.jpg 1536w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/a_Fotos-3_Eckige-Sammeltasse-mit-Historischer-Muehle.jpg 1828w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
<figcaption class="blocks-gallery-caption">1) Durchbruchschale mit Historischer Mühle, 2) Becher mit Fotografie der Historischen Mühle von Max Baur, 3) Eckige Sammeltasse mit Historischer Mühle</figcaption></figure>



<p>Als die Historische Mühle im Herbst 2020 coronabedingt geschlossen werden musste, startete das Digitalisierungsprojekt zu den romantischen Mühlenobjekten. Die neuen Gegenstände wurden fotografiert und in <a rel="noreferrer noopener" href="https://brandenburg.museum-digital.de/collection/3386" data-type="URL" data-id="https://brandenburg.museum-digital.de/collection/3386" target="_blank">museum-digital.de</a> eingepflegt, um auch bei geschlossenem Museum einen Einblick in die komplette „Romantik-Sammlung“ zu geben. Eine Auswahl des Konvoluts wird seit der Wiedereröffnung im Frühjahr 2021 in der kulturgeschichtlichen Abteilung des Mühlenmuseums ausgestellt. Zusätzlich können Besucher:innen die <a href="https://themator.museum-digital.de/ausgabe/showthema.php?tid=1847" data-type="URL" data-id="https://themator.museum-digital.de/ausgabe/showthema.php?tid=1847" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Online-Ausstellung „Romantischer Blick auf die Mühlen“</a> und die Sammlung über einen QR-Code bei museum-digital einsehen.</p>



<p>Die meisten der Objekte entstammen einer touristischen Massenproduktion, die an die Vorstellung aus der Zeit der Romantik anknüpft. Die handwerkliche Mühle in ländlicher Idylle ist das Thema, das Klischees bedient und sowohl in der bildenden Kunst als auch in der Musik und der Literatur seit dem 19. Jahrhundert mit der Mühle in Verbindung gebracht wird. Die Mühle wird nicht als Maschine gezeigt und ist ohne einen Ortsbezug.</p>



<figure class="wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-2 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex">
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" data-id="3069" src="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/b_Fotos-1_Galeriewindmuehle-in-sommerlicher-Landschaft-1024x1024.jpg" alt="" class="wp-image-3069" srcset="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/b_Fotos-1_Galeriewindmuehle-in-sommerlicher-Landschaft-1024x1024.jpg 1024w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/b_Fotos-1_Galeriewindmuehle-in-sommerlicher-Landschaft-300x300.jpg 300w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/b_Fotos-1_Galeriewindmuehle-in-sommerlicher-Landschaft-150x150.jpg 150w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/b_Fotos-1_Galeriewindmuehle-in-sommerlicher-Landschaft-1536x1536.jpg 1536w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/b_Fotos-1_Galeriewindmuehle-in-sommerlicher-Landschaft-2048x2048.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="818" data-id="3068" src="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/b_Fotos-2_Magnet-mit-Segelwindmuehle-Menorca-1024x818.jpg" alt="" class="wp-image-3068" srcset="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/b_Fotos-2_Magnet-mit-Segelwindmuehle-Menorca-1024x818.jpg 1024w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/b_Fotos-2_Magnet-mit-Segelwindmuehle-Menorca-300x240.jpg 300w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/b_Fotos-2_Magnet-mit-Segelwindmuehle-Menorca.jpg 1459w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="732" height="1024" data-id="3067" src="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/b_Fotos-3_Kokerwindmuehle-mit-gelben-Fluegeln-732x1024.jpg" alt="" class="wp-image-3067" srcset="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/b_Fotos-3_Kokerwindmuehle-mit-gelben-Fluegeln-732x1024.jpg 732w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/b_Fotos-3_Kokerwindmuehle-mit-gelben-Fluegeln-215x300.jpg 215w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/b_Fotos-3_Kokerwindmuehle-mit-gelben-Fluegeln.jpg 906w" sizes="auto, (max-width: 732px) 100vw, 732px" /></figure>
<figcaption class="blocks-gallery-caption">1) Galeriewindmühle in sommerlicher Landschaft, 2) Magnet mit Segelwindmühle Menorca, 3) Kokerwindmühle mit gelben Flügeln</figcaption></figure>



<p>Als Archetypus erscheinen Holländer- und Bockwindmühlen. Gelegentlich sind es Galerieholländermühlen, bei denen für die Bedienung des Sterzes bzw. zum Erreichen der Mühlenflügel eine Galerie dient. </p>



<p>Die Bockwindmühle ist entwicklungsgeschichtlich der älteste Mühlentyp im europäischen Raum. Hier sitzt der gesamte Mühlenkörper auf dem Bock und wird mit Hilfe des Sterzes komplett um die eigene Achse in den Wind gedreht.</p>



<p>Die abgebildete Segelwindmühlen aus dem Mittelmeerraum bilden eine eigene Kategorie der Souvenirs, die die Sehnsucht nach der Ferne und dem Süden darstellte. Sie sind in Griechenland, Spanien, Portugal und Nordafrika verbreitet, wo der konstanten Küstenwinde kein Drehen der Flügel nötig ist.</p>



<figure class="wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-3 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex">
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" data-id="3070" src="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/c_Fotos-1_Bockwindmuehle-Viktoria-1024x1024.jpg" alt="" class="wp-image-3070" srcset="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/c_Fotos-1_Bockwindmuehle-Viktoria-1024x1024.jpg 1024w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/c_Fotos-1_Bockwindmuehle-Viktoria-300x300.jpg 300w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/c_Fotos-1_Bockwindmuehle-Viktoria-150x150.jpg 150w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/c_Fotos-1_Bockwindmuehle-Viktoria-1536x1536.jpg 1536w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/c_Fotos-1_Bockwindmuehle-Viktoria.jpg 1678w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1018" height="1024" data-id="3072" src="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/c_Fotos-2_Segelwindmuehle-mit-Mann-und-Esel-1018x1024.jpg" alt="" class="wp-image-3072" srcset="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/c_Fotos-2_Segelwindmuehle-mit-Mann-und-Esel-1018x1024.jpg 1018w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/c_Fotos-2_Segelwindmuehle-mit-Mann-und-Esel-298x300.jpg 298w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/c_Fotos-2_Segelwindmuehle-mit-Mann-und-Esel-150x150.jpg 150w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/c_Fotos-2_Segelwindmuehle-mit-Mann-und-Esel-1528x1536.jpg 1528w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/c_Fotos-2_Segelwindmuehle-mit-Mann-und-Esel.jpg 1625w" sizes="auto, (max-width: 1018px) 100vw, 1018px" /></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1007" data-id="3071" src="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/c_Fotos-3_Eckiger-Aschenbecher-mit-Galeriehollaendermuehle-in-Aurich-1024x1007.jpg" alt="" class="wp-image-3071" srcset="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/c_Fotos-3_Eckiger-Aschenbecher-mit-Galeriehollaendermuehle-in-Aurich-1024x1007.jpg 1024w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/c_Fotos-3_Eckiger-Aschenbecher-mit-Galeriehollaendermuehle-in-Aurich-300x295.jpg 300w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/c_Fotos-3_Eckiger-Aschenbecher-mit-Galeriehollaendermuehle-in-Aurich-1536x1510.jpg 1536w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/c_Fotos-3_Eckiger-Aschenbecher-mit-Galeriehollaendermuehle-in-Aurich.jpg 1908w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
<figcaption class="blocks-gallery-caption">1) <em>Bockwindmühle „Viktoria“, 2) Segelwindmühle mit Mann und Esel. 3) Eckiger Aschenbecher mit Galerieholländermühle in Aurich</em></figcaption></figure>



<p>Auffällig sind die Farben des Mühlensouvenirs, die häufig in blau und weiß gehalten sind. Das sogenannte „Delfter Blau“ wird seit dem 17. Jahrhundert in der Stadt Delft (Provinz Südholland zwischen Den Haag und Rotterdam) hergestellt. Es handelt sich um Töpferware, die eine günstigere Version des echten chinesischen Porzellans darstellen sollte. Delfter Ware wird aus Ton gefertigt, der nach dem Brennen mit einer Zinnglasur überzogen wird. Obwohl es kein echtes Porzellan ist, erlangte Delfter Ware unnachahmliche Beliebtheit. Zwischen 1600 und 1800 war Delft einer der wichtigsten Steingut-Produzenten in Europa – die Delfter Ware war beliebt und wurde von reichen Familien auf der ganzen Welt gesammelt.</p>



<figure class="wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-4 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex">
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" data-id="3074" src="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/d_Fotos-1_Hollaendermuehle-mit-drehbaren-Fluegeln-768x1024.jpg" alt="" class="wp-image-3074" srcset="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/d_Fotos-1_Hollaendermuehle-mit-drehbaren-Fluegeln-768x1024.jpg 768w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/d_Fotos-1_Hollaendermuehle-mit-drehbaren-Fluegeln-225x300.jpg 225w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/d_Fotos-1_Hollaendermuehle-mit-drehbaren-Fluegeln-1152x1536.jpg 1152w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/d_Fotos-1_Hollaendermuehle-mit-drehbaren-Fluegeln.jpg 1411w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" data-id="3073" src="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/d_Fotos-2_Kerzenstaender-mit-Hollaendermuehle-768x1024.jpg" alt="" class="wp-image-3073" srcset="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/d_Fotos-2_Kerzenstaender-mit-Hollaendermuehle-768x1024.jpg 768w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/d_Fotos-2_Kerzenstaender-mit-Hollaendermuehle-225x300.jpg 225w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/d_Fotos-2_Kerzenstaender-mit-Hollaendermuehle-1152x1536.jpg 1152w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/d_Fotos-2_Kerzenstaender-mit-Hollaendermuehle.jpg 1507w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" data-id="3075" src="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/d_Fotos-3_Vase-mit-drei-Paar-Darstellungen-von-Muehlen-768x1024.jpg" alt="" class="wp-image-3075" srcset="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/d_Fotos-3_Vase-mit-drei-Paar-Darstellungen-von-Muehlen-768x1024.jpg 768w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/d_Fotos-3_Vase-mit-drei-Paar-Darstellungen-von-Muehlen-225x300.jpg 225w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/d_Fotos-3_Vase-mit-drei-Paar-Darstellungen-von-Muehlen-1152x1536.jpg 1152w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/d_Fotos-3_Vase-mit-drei-Paar-Darstellungen-von-Muehlen-1536x2048.jpg 1536w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/d_Fotos-3_Vase-mit-drei-Paar-Darstellungen-von-Muehlen-scaled.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /></figure>
<figcaption class="blocks-gallery-caption"><em>1) Holländermühle mit drehbaren Flügeln, 2) Kerzenständer mit Holländermühle, 3) Vase mit drei Paar-Darstellungen von Mühlen</em></figcaption></figure>



<p>Es ist davon auszugehen, dass die Bedeutung der Flügelstellung im Mühlensouvenir wohl hinter das ästhetische Erscheinungsbild tritt. Nach alter Tradition der Mühlensprache kann der Müller durch Stellung der Flügel im ruhenden Zustand verschiedene Aussagen treffen, auch wenn die einzelnen Signalvereinbarungen je nach Ort stark voneinander abweichen.</p>



<p>Die in den Objekten überwiegende Schere im Andreaskreuz entspricht der Aussage: „Die Mühle ist nicht betriebsbereit.“ Diese Flügelstellung ohne Segel hatte bei einem heraufziehenden Gewitter den praktischen Zweck, die Gefahr von Blitzeinschlägen zu minimieren. Die senkrechte Stellung bedeutet bei Flügeln ohne Segeln eine lange Arbeitspause oder das Ende der Tagesarbeit. Waren die Segel in der senkrechten Stellung mit Tuch bespannt, signalisierte der Müller fehlendes Mahlgut; ein möglicher Kunde konnte sofort bedient werden.</p>



<figure class="wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-5 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex">
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" data-id="3076" src="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/e_Fotos-1_Muehle-mit-Kirche-und-Segelschiffen-1024x1024.jpg" alt="" class="wp-image-3076" srcset="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/e_Fotos-1_Muehle-mit-Kirche-und-Segelschiffen-1024x1024.jpg 1024w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/e_Fotos-1_Muehle-mit-Kirche-und-Segelschiffen-300x300.jpg 300w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/e_Fotos-1_Muehle-mit-Kirche-und-Segelschiffen-150x150.jpg 150w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/e_Fotos-1_Muehle-mit-Kirche-und-Segelschiffen-1536x1536.jpg 1536w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/e_Fotos-1_Muehle-mit-Kirche-und-Segelschiffen.jpg 1973w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" data-id="3078" src="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/e_Fotos-2_Galeriewindmuehle-in-idyllischer-Bauernszene-1024x1024.jpg" alt="" class="wp-image-3078" srcset="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/e_Fotos-2_Galeriewindmuehle-in-idyllischer-Bauernszene-1024x1024.jpg 1024w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/e_Fotos-2_Galeriewindmuehle-in-idyllischer-Bauernszene-300x300.jpg 300w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/e_Fotos-2_Galeriewindmuehle-in-idyllischer-Bauernszene-150x150.jpg 150w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/e_Fotos-2_Galeriewindmuehle-in-idyllischer-Bauernszene-1536x1536.jpg 1536w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/e_Fotos-2_Galeriewindmuehle-in-idyllischer-Bauernszene-2048x2048.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" data-id="3077" src="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/e_Fotos-3_Dueppeler-Galeriemuehle-1024x1024.jpg" alt="" class="wp-image-3077" srcset="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/e_Fotos-3_Dueppeler-Galeriemuehle-1024x1024.jpg 1024w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/e_Fotos-3_Dueppeler-Galeriemuehle-300x300.jpg 300w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/e_Fotos-3_Dueppeler-Galeriemuehle-150x150.jpg 150w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/e_Fotos-3_Dueppeler-Galeriemuehle-1536x1536.jpg 1536w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/e_Fotos-3_Dueppeler-Galeriemuehle.jpg 1979w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
<figcaption class="blocks-gallery-caption"><em>1) Mühle mit Kirche und Segelschiffen, 2) Galeriewindmühle in idyllischer Bauernszene, 3) Düppeler Galeriemühle</em></figcaption></figure>



<p>Mit dieser Trivialisierung und Reduzierung des Mühlenhandwerks reihen sich die Sammlungsobjekte in die Kategorie des Souvenirs ein. Der Begriff – aus dem Französischen ‚se souvenir‘: „sich erinnern“ – bürgerte sich erst im 19. Jahrhundert als Synonym für Reiseandenken ein. Ihren Ursprung haben die Reisemitbringsel bei den Pilgern und Kaufleuten im Mittelalter, als Reisen viele Gefahren in sich barg. Sie brachten Steine, Wässerchen oder Öle von heiligen Orten mit sich. Wer es sich leisten konnte, kaufte kostbare Reliquien.</p>



<p>Kunstgegenstände und Bücher brachten die europäischen Adligen von ihren Bildungsreisen seit dem 16. Jahrhundert für ihre Sammlungen mit. Erst der technische Fortschritt ermöglichte die Entwicklung des internationalen Tourismus: Der Grundstein für die Reiseleidenschaft der Gesellschaft wurde mit der Eisenbahn, später dann mit dem Auto und dem Flugzeug gelegt.</p>



<p>Das hatte Auswirkung auf die Reiseandenken. &nbsp;Sie wurden zur Massenware, bei der die Preise und somit der Materialwert der Erinnerungsstücke sanken. Die stilisierten Andenken reduzieren den Ort auf das vermeintlich Charakteristische. Die Auswahl an Souvenirobjekten erweiterte sich hingegen: Dosen, Becher, Schlüsselanhänger, Wandteller, Bekleidung, Regenschirme, Figuren und vieles mehr können Reisende heutzutage als Erinnerungsstück erwerben.</p>



<figure class="wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-6 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex">
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" data-id="3079" src="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/f_Fotos-2_Porzellan-Klompen-mit-Historischer-Muehle-1024x1024.jpg" alt="" class="wp-image-3079" srcset="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/f_Fotos-2_Porzellan-Klompen-mit-Historischer-Muehle-1024x1024.jpg 1024w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/f_Fotos-2_Porzellan-Klompen-mit-Historischer-Muehle-300x300.jpg 300w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/f_Fotos-2_Porzellan-Klompen-mit-Historischer-Muehle-150x150.jpg 150w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/f_Fotos-2_Porzellan-Klompen-mit-Historischer-Muehle-1536x1536.jpg 1536w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/f_Fotos-2_Porzellan-Klompen-mit-Historischer-Muehle-2048x2048.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="683" height="1024" data-id="3081" src="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/f_Fotos-3_Flaschenoeffner-Dueppeler-Galeriewindmuehle-683x1024.jpg" alt="" class="wp-image-3081" srcset="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/f_Fotos-3_Flaschenoeffner-Dueppeler-Galeriewindmuehle-683x1024.jpg 683w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/f_Fotos-3_Flaschenoeffner-Dueppeler-Galeriewindmuehle-200x300.jpg 200w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/f_Fotos-3_Flaschenoeffner-Dueppeler-Galeriewindmuehle-1024x1536.jpg 1024w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/f_Fotos-3_Flaschenoeffner-Dueppeler-Galeriewindmuehle-1365x2048.jpg 1365w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/f_Fotos-3_Flaschenoeffner-Dueppeler-Galeriewindmuehle.jpg 1536w" sizes="auto, (max-width: 683px) 100vw, 683px" /></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="544" height="1024" data-id="3080" src="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/f_Fotos-4_Anhaenger-der-Windmuehle-Solvang-544x1024.jpg" alt="" class="wp-image-3080" srcset="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/f_Fotos-4_Anhaenger-der-Windmuehle-Solvang-544x1024.jpg 544w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/f_Fotos-4_Anhaenger-der-Windmuehle-Solvang-160x300.jpg 160w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/f_Fotos-4_Anhaenger-der-Windmuehle-Solvang-817x1536.jpg 817w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/f_Fotos-4_Anhaenger-der-Windmuehle-Solvang.jpg 839w" sizes="auto, (max-width: 544px) 100vw, 544px" /></figure>
<figcaption class="blocks-gallery-caption"><em>1) Porzellan-Klompen mit Historischer Mühle, 2) Flaschenöffner Düppeler Galeriewindmühle, 3) Anhänger der Windmühle Solvang</em></figcaption></figure>



<p>Und obwohl die meisten Objekte wie Gebrauchsgegenstände daherkommen, werden die wenigsten von ihnen wirklich genutzt. So findet sich die Mühle als romantisiertes Objekt auf Tellern, Tassen oder gar Topflappen wieder. Die Mühlensouvenirs stellen sich im kulturhistorischen Kontext auf besondere Weise in die Reihe der Reiseandenken: Sie verkörpern zum einen das Vergessen der eigentlichen Aufgabe einer Mühle als Produktions- und Arbeitsstätte für das tägliche Brot. Zum anderen wird sie aus einer „einfachen Mühle“ in die Sphäre der Kultur gehoben, indem sie auf idyllisch-nostalgische Weise für den Tourismus freigegeben wird.</p>



<figure class="wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-7 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex">
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" data-id="3084" src="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/g_Fotos-1_Topflappen-mit-zwei-Hollaendermuehlen-1024x1024.jpg" alt="" class="wp-image-3084" srcset="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/g_Fotos-1_Topflappen-mit-zwei-Hollaendermuehlen-1024x1024.jpg 1024w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/g_Fotos-1_Topflappen-mit-zwei-Hollaendermuehlen-300x300.jpg 300w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/g_Fotos-1_Topflappen-mit-zwei-Hollaendermuehlen-150x150.jpg 150w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/g_Fotos-1_Topflappen-mit-zwei-Hollaendermuehlen-1536x1536.jpg 1536w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/g_Fotos-1_Topflappen-mit-zwei-Hollaendermuehlen-2048x2048.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="735" height="1024" data-id="3085" src="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/g_Fotos-2_Mehltuete-Maerkische-Mehle-mit-Historischer-Muehle-735x1024.jpg" alt="" class="wp-image-3085" srcset="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/g_Fotos-2_Mehltuete-Maerkische-Mehle-mit-Historischer-Muehle-735x1024.jpg 735w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/g_Fotos-2_Mehltuete-Maerkische-Mehle-mit-Historischer-Muehle-215x300.jpg 215w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/g_Fotos-2_Mehltuete-Maerkische-Mehle-mit-Historischer-Muehle-1103x1536.jpg 1103w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/g_Fotos-2_Mehltuete-Maerkische-Mehle-mit-Historischer-Muehle-1471x2048.jpg 1471w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/g_Fotos-2_Mehltuete-Maerkische-Mehle-mit-Historischer-Muehle-scaled.jpg 1838w" sizes="auto, (max-width: 735px) 100vw, 735px" /></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" data-id="3083" src="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/g_Fotos-3_Streichholzschachtel-mit-Historischer-Muehle-1024x1024.jpg" alt="" class="wp-image-3083" srcset="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/g_Fotos-3_Streichholzschachtel-mit-Historischer-Muehle-1024x1024.jpg 1024w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/g_Fotos-3_Streichholzschachtel-mit-Historischer-Muehle-300x300.jpg 300w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/g_Fotos-3_Streichholzschachtel-mit-Historischer-Muehle-150x150.jpg 150w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/g_Fotos-3_Streichholzschachtel-mit-Historischer-Muehle-1536x1536.jpg 1536w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/g_Fotos-3_Streichholzschachtel-mit-Historischer-Muehle.jpg 1931w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
<figcaption class="blocks-gallery-caption"><em>1) Topflappen mit zwei Holländermühlen, 2) Mehltüte „Märkische Mehle“ mit Historischer Mühle, 3) Streichholzschachtel mit Historischer Mühle</em>, illustriert von Heike Isenmann (Mal- und Zeichenschule Kunstgriff.23)</figcaption></figure>



<p>Alle Abbildungen: Historische Mühle von Sanssouci, Mühlenvereinigung Berlin-Brandenburg e.V. / Majorov, Alexandra [CC BY-NC-SA]</p>



<p><em>Der Blogbeitrag ist Teil der Reihe <a rel="noreferrer noopener" href="https://web.archive.org/web/20210725004314/https://www.museen-brandenburg.de/aktivitaeten/netzwerke/ag-brandenburgische-museen-digital/" target="_blank">„Brandenburgische Museen digital“</a> und wird redaktionell vom Museumsverband des Landes Brandenburg e.V. betreut. <a rel="noreferrer noopener" href="https://web.archive.org/web/20190430143519/https://www.museen-brandenburg.de/aktivitaeten/projekte/digitalisierung/" target="_blank">www.museen-brandenburg.de/aktivitaeten/projekte/digitalisierung/</a></em></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
		<post-thumbnail><url>https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/06/b_Fotos-1_Galeriewindmuehle-in-sommerlicher-Landschaft-2.jpg</url><width>600</width><height>586</height></post-thumbnail>	</item>
		<item>
		<title>Künstlerinnen in Berlin und Brandenburg &#8211; Start eines digitalen Lexikons</title>
		<link>https://blog.museum-digital.org/de/2022/05/10/kuenstlerinnen-in-berlin-und-brandenburg-start-eines-digitalen-lexikons/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Iris Berndt]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 10 May 2022 09:50:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Brandenburg]]></category>
		<category><![CDATA[Projekte]]></category>
		<category><![CDATA[Themen]]></category>
		<category><![CDATA[AG Brandenburgische Museen digital]]></category>
		<category><![CDATA[Brandenburgische Museen digital]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Künstlerinnen]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein Beitrag von Dr. Iris Berndt. 2021 wurde der Grundstein für ein Berlin-Brandenburgischen Künstlerlexikons (erst einmal bis Geburtsjahr 1875) gelegt. Es ging bei diesem ersten Schritt auf dem Weg zu einem Lexikon erst einmal um die Biographien von 75 künstlerisch tätigen Frauen. Sie sind jetzt recherchierbar, und zwar nicht nur nach Namen, sondern auch nach <a href="https://blog.museum-digital.org/de/2022/05/10/kuenstlerinnen-in-berlin-und-brandenburg-start-eines-digitalen-lexikons/" class="more-link">...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><em>Ein Beitrag von Dr. Iris Berndt.</em></p>



<p>2021 wurde der Grundstein für ein <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.kl-bb.de/" data-type="URL" data-id="https://www.kl-bb.de/" target="_blank">Berlin-Brandenburgischen Künstlerlexikons</a> (erst einmal bis Geburtsjahr 1875) gelegt. Es ging bei diesem ersten Schritt auf dem Weg zu einem Lexikon erst einmal um die Biographien von 75 künstlerisch tätigen Frauen. Sie sind jetzt recherchierbar, und zwar nicht nur nach Namen, sondern auch nach Orten, Gattungen, Zeiten – die Vielfalt dürfte überraschen. Neben bekannten Frauen aus den Künstlerfamilien Chodowiecki, Lisiewski oder Tassaert, Dora Hitz, Gertrud Körner, Käthe Kollwitz oder Sabine Lepsius, sind auch bisher nirgendwo sonst nachweisbare Künstlerinnen zahlreich dabei – es ist also eine Entdeckungsreise. Neben dieser Personensuche gibt es auch die Inspirationssuche, die zum Stöbern einlädt: Wo kamen die Künstlerinnen her? Wie verteilen sie sich über die letzten drei Jahrhunderte? Wie ist der Forschungsstand zu ihnen? Die älteste Künstlerin ist übrigens Anna Maria Werner (1683-1753), zu den jüngsten gehören die Schwestern Betty (1868-1941) und Sophie Wolff (1871-1944).</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="667" src="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/05/BBKL1-1024x667.jpg" alt="" class="wp-image-2255" srcset="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/05/BBKL1-1024x667.jpg 1024w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/05/BBKL1-300x195.jpg 300w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/05/BBKL1.jpg 1119w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<hr class="wp-block-separator has-css-opacity"/>



<p><strong>Das Lexikon ist aus der Struktur der bekannten Museumsplattform museum-digital.de entwickelt und der technische Aufwand hielt sich dabei in Grenzen – das nennen wir nachhaltig.</strong></p>



<p>Begleitet und ansprechend gestaltet hat das Joshua Enslin, der Programmierer von <a rel="noreferrer noopener" href="https://museum-digital.de" data-type="URL" data-id="https://museum-digital.de" target="_blank">museum-digital.de</a>. Nebenbei sind übrigens etliche Verbesserungen bei der museum-digital-de-Suche und für die Eingabe biographischer Angaben in <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.museum-digital.de/" data-type="URL" data-id="https://www.museum-digital.de/" target="_blank">museum-digital.de</a> passiert. Mit der Software <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.museum-digital.de/" data-type="URL" data-id="https://www.museum-digital.de/" target="_blank">museum-digital</a>, die heute schon fast 800 Museen in Deutschland verwenden, können Museen nicht nur ihre Objekte publizieren, sondern auch ihre Erkenntnisse zu den Objektverfertigern in eine Struktur eingeben, in der diese leicht und öffentlich zu finden und rasch nachzulesen sind.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="970" height="592" src="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/05/BBKL3.jpg" alt="" class="wp-image-2259" srcset="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/05/BBKL3.jpg 970w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/05/BBKL3-300x183.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 970px) 100vw, 970px" /></figure>



<hr class="wp-block-separator has-css-opacity"/>



<p><strong>Wir haben auch 400 bisher weitgehend unpublizierte Gemälde, Zeichnungen, Aquarelle und sogar Porzellanmalerei von künstlerisch tätigen Frauen publiziert. Diese erscheinen jetzt auch gleich wie Illustrationen zum Lexikoneintrag der betreffenden Person – das bringt Anschaulichkeit.</strong></p>



<p>Mit dabei 2021 waren neun brandenburgische Museen und Sammlungen (Brandenburg/Havel, Cottbus, Ferch, Frankfurt/Oder, Jüterbog, Lübben, Prenzlau, Senftenberg) und das Stadtmuseum Berlin. Aus Jüterbog ist beispielsweise die Malerin Paula Kleinecke, aus Brandenburg (Havel) Gertrud Körner und Gertrud Schaper-Schendel, aus Cottbus und Senftenberg Elisabeth Wolf, aus Lübben Marie Elisabeth Moritz, aus Potsdam und Ferch Hannah Schreiber de Grahl dabei. Daneben hat auch die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten selbst Objekte ediert, deren Urheberinnen nun Bestandteil des Lexikons sind. Feinste Blumenmalereien von Dilettantinnen etwa, Porträts, Landschaften, Arabeskenmalerei … Erwähnt sei auch aus dem Stadtmuseum Berlin ein Skizzenbuch, in welchem Marie Ulrike Hainchelin und ihr Verlobter und Lehrer, der genialische Friedrich Gilly, sich um 1800 ihre Neckereien zeichneten.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="259" src="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/05/BBKL2-1024x259.jpg" alt="" class="wp-image-2257" srcset="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/05/BBKL2-1024x259.jpg 1024w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/05/BBKL2-300x76.jpg 300w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/05/BBKL2-1536x389.jpg 1536w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/05/BBKL2.jpg 1767w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<hr class="wp-block-separator has-css-opacity"/>



<p><strong>Ein Themenportal <a href="https://themator.museum-digital.de/ausgabe/showthema.php?&amp;tid=1291" data-type="URL" data-id="https://themator.museum-digital.de/ausgabe/showthema.php?&amp;tid=1291" target="_blank" rel="noreferrer noopener">&#8222;Künstlerinnen in Berlin und Brandenburg&#8220;</a> fasst die edierten Objekte zum Thema zusammen und lädt zum Stöbern ein.</strong></p>



<p>Schnell wird auch klar, dass nicht alle Frauen es wie Käthe Kollwitz oder Anna Dorothea Therbusch schafften, von ihrer Kunst zu leben. So kann auch nach Nebenerwerb oder Dilettantinnen recherchiert werden, dabei ist zu staunen über die mitunter herausragende Qualität und Vielfalt dieser Kunst von Frauen.</p>



<p>Dr. Peter Bahl und Dr. Iris Berndt verantworten das Vorhaben inhaltlich. Brandenburgische Historische Kommission und Stadtmuseum Berlin warben hierfür Digitalisierungsmittel der beiden Bundesländer Brandenburg und Berlin ein.</p>



<p>Die Autoren freuen sich auf Nachrichten und Hinweise. Jetzt überlegen sie, wie es weitergehen könnte und hoffen davon bald wieder zu berichten.</p>



<p>Kontakt: <a href="mailto:mail@irisberndt.de" target="_blank" rel="noreferrer noopener">mail@irisberndt.de</a></p>



<p><em>Der Blogbeitrag ist Teil der Reihe <a rel="noreferrer noopener" href="https://web.archive.org/web/20210725004314/https://www.museen-brandenburg.de/aktivitaeten/netzwerke/ag-brandenburgische-museen-digital/" target="_blank">„Brandenburgische Museen digital“</a> und wird redaktionell vom Museumsverband des Landes Brandenburg e.V. betreut. <a rel="noreferrer noopener" href="https://web.archive.org/web/20190430143519/https://www.museen-brandenburg.de/aktivitaeten/projekte/digitalisierung/" target="_blank">www.museen-brandenburg.de/aktivitaeten/projekte/digitalisierung/</a></em></p>
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		<item>
		<title>Objektfotografie (Folge 3) – Material, Form und Oberfläche</title>
		<link>https://blog.museum-digital.org/de/2022/04/28/objektfotografie-folge-3-material-form-und-oberflaeche/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[AG Brandenburgische Museen digital]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 28 Apr 2022 11:51:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Brandenburg]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Skript zum Video-Tutorial von Ronka Oberhammer, Lorenz Kienzle und Omar Akahara. In unserem dritten Filmmodul veranschaulichen wir das Zusammenspiel von Material, Form und Oberfläche eines zu fotografierenden Museumsobjektes und dem verwendeten Licht. In unserem Video verwenden wir drei verschiedenen Lichtsituationen mit unterschiedlichen Objekten. 1. Direktes Licht von der Seite: Wir sehen hier den schematischen <a href="https://blog.museum-digital.org/de/2022/04/28/objektfotografie-folge-3-material-form-und-oberflaeche/" class="more-link">...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><em>Das Skript zum Video-Tutorial von Ronka Oberhammer, Lorenz Kienzle und Omar Akahara.</em></p>



<p>In unserem dritten Filmmodul veranschaulichen wir das Zusammenspiel von Material, Form und Oberfläche eines zu fotografierenden Museumsobjektes und dem verwendeten Licht. In unserem Video verwenden wir drei verschiedenen Lichtsituationen mit unterschiedlichen Objekten.</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<iframe loading="lazy" title="Objektfotografie #3 - Material, Form und Oberfläche" width="1778" height="1000" src="https://www.youtube.com/embed/8_zjp9XbBQk?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" allowfullscreen></iframe>
</div></figure>



<p><strong>1. Direktes Licht von der Seite:</strong></p>



<div class="wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="536" height="391" src="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/04/Aufbau1-1.jpg" alt="" class="wp-image-2233 size-full" srcset="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/04/Aufbau1-1.jpg 536w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/04/Aufbau1-1-300x219.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 536px) 100vw, 536px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p>Wir sehen hier den schematischen Aufbau von oben. Die Lichtquelle steht rechts oder links seitlich des Objektes. Das Objekt wird von der Seite direkt angestrahlt. Der Diffusor streut das Licht.</p>
</div></div>



<p>Charakteristika von direktem seitlichem Licht sind hohe Kontraste und relativ scharfe Schatten. In unserem<br>Fall wurde das Licht durch einen Diffusor, welcher sich vor der Blitzröhre befindet, weicher gemacht. Dies<br>kann ein dünner weißer Stoff vor der Lampe sein, ebensogut aber auch Architektenpapier. Je größer die<br>Lichtquelle ist, desto geringer ist der Kontrast und desto weicher wird das Licht. Das einzelne Licht erzeugt<br>nur einen Schatten, welcher durch Aufheller, die die Lichtquelle reflektieren, abgemildert werden kann. Eine zweite Lampe als Aufheller würde einen zweiten Schatten erzeugen. Dieser kann, muss aber nicht störend sein.</p>



<p>Das direkte Licht von der Seite ist für viele verschiedene Objekte und Materialien geeignet: Holz, Ton, Stoffe, bunte Objekte (da die Farben durch den hohen Kontrast verstärkt werden). Gebogene Formen werden besonders betont, da Schatten die Objekte räumlicher wirken lassen.</p>



<p></p>



<p><strong>2. Indirektes Licht von oben:</strong></p>



<div class="wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="527" height="413" src="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/04/Aufbau2.jpg" alt="" class="wp-image-2234 size-full" srcset="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/04/Aufbau2.jpg 527w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/04/Aufbau2-300x235.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 527px) 100vw, 527px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p>Wir sehen hier den schematischen Aufbau aus der Richtung der Kamera. Die Lichtquelle strahlt an die Wand oder Decke und wird dort reflektiert. Das Objekt wird indirekt beleuchtet.</p>
</div></div>



<p>Charakteristika von indirektem Licht sind niedrigere Kontraste, weiche Schatten und diffuses Licht. Je größer der Raum ist, desto diffuser wird das Licht, es verliert aber dadurch auch drastisch an Leistung. Das Licht erzeugt dann kaum Schatten, besonders bei kleinen Objekten ist dies deutlich zu sehen. </p>



<p>Indirektes Licht ist für viele verschiedene Objekte und Materialien geeignet: Holz, Ton, Stoffe. Durch die Weichheit kann es aber auch bald flach und langweilig werden. Reliefs werden schlechter erkennbar, Farben können matt und stumpf wirken. Für reflektierende Oberflächen kann indirektes Licht die Lösung sein. Manchmal spiegelt sich dann aber der gesamte Raum in der Oberfläche.</p>



<p></p>



<p><strong>3. Direktes Licht von oben bzw. hinten:</strong></p>



<div class="wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="615" height="394" src="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/04/Aufbau3.jpg" alt="" class="wp-image-2235 size-full" srcset="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/04/Aufbau3.jpg 615w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/04/Aufbau3-300x192.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 615px) 100vw, 615px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p>Wir sehen hier den schematischen Aufbau von der Seite. Die Lichtquelle sitzt hinter dem Objekt und strahlt von oben und hinten auf das Objekt.</p>
</div></div>



<p>Charakteristika des Lichtes von oben bzw. hinten sind eine schöne Stimmung aber auch hoher Kontrast. Die Vorderseite kann leicht zu dunkel werden, Glas wirkt aber schön klar. Der Umriss des Gegenstandes wird stark betont, die Struktur der Oberfläche weniger.</p>



<p><strong>Material:</strong> Glänzende Materialien wie Glas oder Metall sind schwieriger zu beleuchten als stumpfe<br>Materialien wie Holz oder Ton. Meist spiegelt sich dann etwas in der Oberfläche, dies wiederum lenkt vom<br>eigentlichen Objekt ab. Farbiges Material sollte so beleuchtet werden, dass die Farben richtig zur Geltung<br>kommen.</p>



<p><strong>Form:</strong> Insbesondere bei Geschirr oder Alltagsgegenständen kann die Form wichtig sein, da sie die<br>Besonderheit des Objektes unterstreicht. Die Form kann durch das Licht, aber auch durch einen<br>entsprechenden Hintergrund betont werden.</p>



<p><strong>Oberfläche:</strong> Es gibt glatte Oberflächen, aber auch runde oder reliefartige, die besonders betont werden<br>sollten.</p>



<p>Praxisbeispiele finden Sie im <a href="https://www.museen-brandenburg.de/fileadmin/Handreichungen/Script_Tutorial_Folge3_Oberflaechen.pdf" data-type="URL" data-id="https://www.museen-brandenburg.de/fileadmin/Handreichungen/Script_Tutorial_Folge3_Oberflaechen.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">erweiterten Skript</a>. </p>



<p><em>Der Blogbeitrag ist Teil der Reihe <a rel="noreferrer noopener" href="https://web.archive.org/web/20210725004314/https://www.museen-brandenburg.de/aktivitaeten/netzwerke/ag-brandenburgische-museen-digital/" target="_blank">„Brandenburgische Museen digital“</a> und wird redaktionell vom Museumsverband des Landes Brandenburg e.V. betreut. <a rel="noreferrer noopener" href="https://web.archive.org/web/20190430143519/https://www.museen-brandenburg.de/aktivitaeten/projekte/digitalisierung/" target="_blank">www.museen-brandenburg.de/aktivitaeten/projekte/digitalisierung/</a></em></p>
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		<item>
		<title>„Von Revoluzzern &#038; Freiheitskämpfern – drei Tage im Mai und was darauf folgte&#8230;“</title>
		<link>https://blog.museum-digital.org/de/2022/04/06/von-revoluzzern-und-freiheitskaempfern/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kathrin Luber]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 06 Apr 2022 13:14:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Projekte]]></category>
		<category><![CDATA[Rheinland-Pfalz]]></category>
		<category><![CDATA[Landesförderung]]></category>
		<category><![CDATA[Museumsverband Rheinland-Pfalz]]></category>
		<category><![CDATA[Pilotprojekt]]></category>
		<category><![CDATA[Stadtmuseum Bad Dürkheim]]></category>
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					<description><![CDATA[<!-- wp:paragraph -->
<p>Im Rahmen einer Förderung durch das Ministerium für Familie, Frauen, Kultur und Integration des Landes Rheinland-Pfalz war es dem Stadtmuseum Bad Dürkheim in Zusammenarbeit mit der Museumsgesellschaft möglich einen bedeutenden Bestand seiner Sammlung „Biedermeier – zwischen Restauration, Hambacher Fest und Vormärz“<strong> </strong>umfassend aufzuarbeiten und in Museum Digital zu veröffentlichen. Die Sammlung stellt eine wertvolle Quelle für die Ereignisse rund um das Hambacher Fest dar.</p>
<!-- /wp:paragraph -->

<!-- wp:paragraph -->
<p>Eingebettet in die historischen Ereignisse der Eroberung der Pfalz durch französische Revolutionstruppen 1792, der zeitweisen Zugehörigkeit zu Frankreich und der folgenden Eingliederung in das Königreich Bayern werden im Stadtmuseum Bad Dürkheim die Vorgänge in Dürkheim rund um das Hambacher Fest bis zur Revolution 1848/49 als Schwerpunkt in der Dauerausstellung präsentiert. Zentrales Exponat ist die Dürkheimer Winzerfahne, mit der Bad Dürkheim über eines der symbolträchtigsten Zeugnisse zum Hambacher Fest verfügt.</p>
<!-- /wp:paragraph -->

<!-- wp:paragraph -->
<p>Anlässlich des 200. Jubiläums des Hambacher Festes im Jahr 2032 plant die Stadt eine Sonderausstellung zum Hambacher Fest und den Ereignissen in Dürkheim. Die Objekte der Sammlung „Biedermeier – zwischen Restauration, Hambacher Fest und Vormärz“ sollen in einem Begleitkatalog zur Ausstellung publiziert werden. Die digitale Inventarisierung der Objekte diente hierfür als bedeutende Vorarbeit.</p>
<!-- /wp:paragraph -->]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<div style="height:26px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Pilotprojekt Digitalisierung des Landes Rheinland-Pfalz: Digitalisierung der „Sammlung Biedermeier“<br>&gt;&gt; Stadtmuseum Bad Dürkheim &lt;&lt;</h2>



<p>Im Rahmen einer Förderung durch das Ministerium für Familie, Frauen, Kultur und Integration des Landes Rheinland-Pfalz war es dem Stadtmuseum Bad Dürkheim in Zusammenarbeit mit der Museumsgesellschaft möglich, einen bedeutenden Bestand seiner Sammlung „Biedermeier – zwischen Restauration, Hambacher Fest und Vormärz“<strong> </strong>umfassend aufzuarbeiten und in Museum Digital zu veröffentlichen. Die Sammlung stellt eine wertvolle Quelle für die Ereignisse rund um das Hambacher Fest dar.</p>



<p>Eingebettet in die historischen Ereignisse der Eroberung der Pfalz durch französische Revolutionstruppen 1792, der zeitweisen Zugehörigkeit zu Frankreich und der folgenden Eingliederung in das Königreich Bayern werden im Stadtmuseum Bad Dürkheim die Vorgänge in Dürkheim rund um das Hambacher Fest bis zur Revolution 1848/49 als Schwerpunkt in der Dauerausstellung präsentiert. Zentrales Exponat ist die „Dürkheimer Winzerfahne“, mit der Bad Dürkheim über eines der symbolträchtigsten Zeugnisse zum Hambacher Fest verfügt.</p>



<p>Anlässlich des 200. Jubiläums des Hambacher Festes im Jahr 2032 plant die Stadt eine Sonderausstellung zum Hambacher Fest und den Ereignissen in Dürkheim. Die Objekte der Sammlung „Biedermeier – zwischen Restauration, Hambacher Fest und Vormärz“ sollen in einem Begleitkatalog zur Ausstellung publiziert werden. Die digitale Inventarisierung der Objekte diente hierfür als bedeutende Vorarbeit.</p>



<p>In den letzten Jahren wurden angesichts aktueller gesellschaftlicher Entwicklungen immer wieder Parallelen zum Biedermeier gezogen. Verschärft durch die Pandemie, fand der während des ersten Lockdowns 2020 entstandene Begriff des „Corona-Biedermeier“ (so Stephan Grünewald in einem Zeit-Interview vom 15. August 2020) regen Widerhall. Die Auseinandersetzung mit diesem Abschnitt der deutschen Geschichte ist insofern höchst aktuell.</p>



<p><em>Gefördert wurde das Projekt als Pilotprojekt Digitalisierung aus der Förderung für nichtstaatliche Museen der Landesregierung Rheinland-Pfalz.</em></p>



<div class="wp-block-group"><div class="wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow">
<hr class="wp-block-separator has-css-opacity aligncenter is-style-dots"/>
</div></div>



<h3 class="wp-block-heading">ZUM STADTMUSEUM BAD DÜRKHEIM &amp; SEINER SAMMLUNG</h3>



<p>Als Kantonsvorort war Dürkheim zentraler historischer Schauplatz während der Ereignisse rund um das Hambacher Fest. Angefacht von der wirtschaftlichen Not der 1820er Jahre regte sich zunehmend Protest in der Bevölkerung gegenüber den bayerischen Behörden, deren verfehlte Zollpolitik unter anderem die Weinbauern zur Klage veranlasste, dass man zwar nichts zum Essen im Haus habe, dafür aber die Fässer im Keller voll Wein seien.</p>



<p>Im Dürkheimer Unternehmer und Weingutsbesitzer Johannes Fitz (1796–1868) fand man einen wortstarken Fürsprecher. Fitz, Mitglied des „Deutschen Preß- und Vaterlandsvereins“, hatte im Stadtrat als Adjunkt bereits konkrete Hilfen für die Ärmsten durchgesetzt. Als Mitorganisator des Hambacher Fests führte er den Zug der Dürkheimer Winzer aufs Hambacher Schloss an, wo Fitz in seiner Rede um Unterstützung der polnischen Flüchtlinge nach dem niedergeschlagenen Aufstand gegen den russische Zaren 1831 warb.</p>



<figure class="wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-8 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex">
<figure class="wp-block-image size-medium is-style-default"><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="293" data-id="2061" src="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/04/hambachfahne-fahne-die-weinbauern-muessen-trauren-1832-39266-3_web-300x293.jpg" alt="Hambach-Fahne; schwarze Fahne mit der Aufschrift: &quot;Die Weinbauren müssen trauren&quot;" class="wp-image-2061" srcset="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/04/hambachfahne-fahne-die-weinbauern-muessen-trauren-1832-39266-3_web-300x293.jpg 300w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/04/hambachfahne-fahne-die-weinbauern-muessen-trauren-1832-39266-3_web.jpg 988w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></figure>



<figure class="wp-block-image size-full is-style-default"><img loading="lazy" decoding="async" width="798" height="798" data-id="2078" src="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/04/hambacher-tuch_web.jpg" alt="Hambacher Taschentuch mit den Protagonisten der Bewegung am 27.05.1832" class="wp-image-2078" srcset="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/04/hambacher-tuch_web.jpg 798w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/04/hambacher-tuch_web-300x300.jpg 300w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/04/hambacher-tuch_web-150x150.jpg 150w" sizes="auto, (max-width: 798px) 100vw, 798px" /></figure>
</figure>



<p class="has-text-align-center has-small-font-size"><em><strong>Abb. 2</strong></em>: <em>Hambach-Fahne; schwarze&nbsp;Fahne&nbsp;mit der Aufschrift: &#8222;Die Weinbauren müssen trauren&#8220;. Aus mehrlagigem Stoff genäht; ehemals an einem Holzstab mit Reißzwecken befestigt; der Schaft des Holzstabes ist schwarz bemalt, die Spitze gedrechselt; an der Spitze ist eine schwarze gedrehte&nbsp;Kordel&nbsp;befestigt</em>.<br><em><strong>Abb. 3</strong>: Hambacher&nbsp;Taschentuch&nbsp;mit den Protagonisten der Bewegung am 27.05.1832. In der Mitte eine&nbsp;Kopie&nbsp;des bekannten Stiches mit der Darstellung des Zuges auf das Hambacher Schloß. Kreisförmig darum angeordnet 16 benannte Männerporträts. In den Ecken die Personifikationen von&nbsp;Gerechtigkeit&nbsp;(u. re.) &#8211; Weisheit (o. re.) – Tapferkeit (o. li.) &#8211;&nbsp;Besonnenheit&nbsp;(u. li.). Dargestellt sind bekannte Liberale der damaligen&nbsp;Zeit. Nicht alle von ihnen hatten am&nbsp;Hambacher Fest&nbsp;teilgenommen. Das&nbsp;Taschentuch&nbsp;ist in mehreren Exemplaren überliefert, eines davon heute im Hambacher Schloß.</em></p>



<p>Die Sammlung, auf die das Stadtmuseum zurückgreifen kann, geht zurück auf das Jahr 1872, dem Gründungsjahr des „Alterthumsvereins für den Kanton Dürkheim&#8220;, des ältesten Vereins dieser Art in der Pfalz. Die Bestände befinden sich größtenteils im Eigentum der Museumsgesellschaft Bad Dürkheim und setzen sich neben Ankäufen und Dauerleihgaben vor allem aus Schenkungen örtlicher Familien zusammen. Der Schwerpunkt liegt auf Exponaten zur Stadtgeschichte. Mit ihren rund 25.000 Objekten aus den Bereichen Archäologie, Bildende Kunst, Kunsthandwerk und Alltagskultur sowie Archivalien zur Stadt-, Wirtschafts- und Regionalgeschichte ist die Sammlung nach der des Historischen Museums der Pfalz Speyer eine der größten in der Pfalz.</p>



<p>Angesichts der Relevanz der Sammlung ist die Erstellung eines umfassenden Bestandskatalogs ein dringendes Desiderat. Voraussetzung ist die detaillierte Erfassung und Aufbereitung der Objekte nach wissenschaftlichen Kriterien. Bei der digitalen Inventarisierung stützt sich das Museum überwiegend auf ehrenamtliche Kräfte der Museumsgesellschaft sowie auf freiberufliche Mitarbeiter:innen. Inzwischen sind über das Datenbanksystem „museum-digital“ etwa 75 % der Bestände erfasst, insgesamt also 18.929 Objekte, davon sind wiederum 4.253 mit ausführlicher Beschreibung online zugänglich [Stand 03/2021].</p>



<p>Der Sammlungsbereich „Biedermeier – zwischen Restauration, Hambacher Fest und Vormärz“ umfasst zahlreiche Zeugnisse aus der Zeit rund um das Hambacher Fest: Flugblätter, Tageszeitungen sowie Souvenirs und Symbole des politischen Protests, darunter auch ein „Hambacher Tuch“ und die „Dürkheimer Winzerfahne“. Die Originaldokumente und -objekte stellen eine wertvolle Quelle für die Ereignisse rund um das Hambacher Fest dar und zeichnen auch die darauffolgenden Ereignisse bis zur Revolution 1848/49 nach.</p>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<figure class="wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-9 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex">
<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="1805" height="865" data-id="2049" src="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/04/Herunterladen.png" alt="" class="wp-image-2049" srcset="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/04/Herunterladen.png 1805w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/04/Herunterladen-300x144.png 300w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/04/Herunterladen-1024x491.png 1024w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/04/Herunterladen-1536x736.png 1536w" sizes="auto, (max-width: 1805px) 100vw, 1805px" /></figure>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="1805" height="865" data-id="2054" src="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/04/poesiealbum_siebenpfeiffer.png" alt="" class="wp-image-2054" srcset="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/04/poesiealbum_siebenpfeiffer.png 1805w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/04/poesiealbum_siebenpfeiffer-300x144.png 300w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/04/poesiealbum_siebenpfeiffer-1024x491.png 1024w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/04/poesiealbum_siebenpfeiffer-1536x736.png 1536w" sizes="auto, (max-width: 1805px) 100vw, 1805px" /></figure>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="863" data-id="2057" src="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/04/blatt-eines-poesiealbums-um-1830-blatt-47-81517-1024x863.jpg" alt="" class="wp-image-2057" srcset="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/04/blatt-eines-poesiealbums-um-1830-blatt-47-81517-1024x863.jpg 1024w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/04/blatt-eines-poesiealbums-um-1830-blatt-47-81517-300x253.jpg 300w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/04/blatt-eines-poesiealbums-um-1830-blatt-47-81517.jpg 1135w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
</figure>



<p class="has-text-align-center has-small-font-size"><em><strong>Abb. 4-6</strong></em>: Blätter aus einem Poesiealbum in Form einer buchförmigen Schatulle, um 1830: Die Schatulle enthält 52 lose Poesiebuchblätter, die von 1831 bis 1839 datiert werden können. Bei den Ortsangaben der Unterzeichnenden handelt es sich um umliegende Städte und Dörfer und um Bad Dürkheim selbst. Von links nach rechts: 1. Blatt 3: Rechts oben ist ein flötespielender&nbsp;Hirte&nbsp;mit Schafen und Hütehund dargestellt. Die Szene wird von zwei Laubbäumen eingerahmt. | 2. Blatt: „Wirth und Sieben Pfeifer lebe hoch“, 1 Seite; Neustadt, um 1832 | 3. Blatt 46: In die Mitte des beschrifteten Blattes ist ein abgeschnittenes Stück Stoffband in den Farben Schwarz &#8211; Gold &#8211; Rot geklebt.</p>



<hr class="wp-block-separator has-css-opacity is-style-dots"/>



<h3 class="wp-block-heading">ZUM INVENTARISIERUNGSPROJEKT: SAMMLUNG BIEDERMEIER</h3>



<p>Im Förderzeitraum 2021 konnte ein zusammenhängendes Konvolut aus 79 relevanten Sammlungsstücken aus dem Sammlungsbereich „Biedermeier – zwischen Restauration, Hambacher Fest und Vormärz“ aufgearbeitet und in Museum Digital vorgelegt werden.</p>



<p>Mit einer Fördersumme über 10.000 Euro wurden die zu Verfügung stehenden Mittel für die Bestandsaufnahme ergänzt und zusätzlich zu einer hauptamtlichen und einem ehrenamtlichen Mitarbeitenden vier freiberufliche Kräfte (1 Historiker:in, 2 Archäolog:innen, 1 Stadtführer:in) mit der Aufarbeitung des speziellen, historisch fest umrissenen Themenbereiches betraut. In diesem Rahmen wurde außerdem die Inventarisierung von Neuerwerbungen und die Aufarbeitung der Altinventarisierung nach den Maßstäben von „museum-digital“ einheitlich organisiert.</p>



<p>Den chronologischen Rahmen der inventarisierten Sammlung bildet die Zeit zwischen 1815 und 1848, deren politische, ökonomische und gesellschaftliche Veränderungen den Deutschen Bund und besonders die Pfalz nachhaltig geprägt haben. Die nach dem Wiener Kongress vorangetriebene politische Restauration brachte mit dem Biedermeier eine bürgerliche Strömung hervor, die durch den Rückzug ins Private und eine Hinwendung zu Kunst und Kultur charakterisiert war. Zugleich formierte sich eine liberale Opposition, die nach nationaler Einheit und Demokratie strebte und in der Rückschau die Epoche unter dem Begriff Vormärz definierte. Inmitten dieses Spannungsfeldes steht das Hambacher Fest von 1832 als herausragendes Ereignis deutscher Demokratiegeschichte.</p>



<p>Das Museum besitzt einen breit gefächerten Fundus an Gegenständen mit Bezug zum Hambacher Fest bzw. dem beschriebenen Zeitraum. Sie stehen beispielhaft für die Sachkultur des aufstrebenden deutschen Bildungsbürgertums, dessen Selbstverständnis sich in der Bildenden Kunst, der Wohnkultur und der Mode niederschlug, oder sind Sinnbilder für die oppositionelle Gedankenwelt ihrer Zeit. Einige Stücke sind von nationaler Relevanz. Die im Rahmen des Projekts zu erfassenden Bestände umfassten:</p>



<ul class="wp-block-list"><li>62 Objekte und Dokumente aus dem Umfeld des Hambacher Fests, darunter die sogenannte Winzerfahne, die neben der schwarz-rot-goldenen Fahne mit der Aufschrift „Deutschlands Wiedergeburt“ beim Festzug mitgeführt wurde und literarischen Niederschlag in zeitgenössischen Beschreibungen fand, daneben Flugblätter, Tageszeitungen sowie Souvenirs und andere Zeichen des politischen Protests, z.B. ein sogenanntes „Hambacher Tuch“.</li><li>12 Porträts, darunter Werke der beiden Maler Jakob Wilhelm und Carl Roux, die Bad Dürkheimer Persönlichkeiten zeigen, so den Ungsteiner Pfarrer Georg Philipp Friedrich Leopold und seine Familie, die enge Beziehungen zur Familie des Gelehrten, Dichters und Übersetzers Johann Heinrich Voß unterhielt.</li><li>Kleidungsstücke aus bisher nicht eingehend gesichteten Bestände an Textilien. Dabei handelt es sich vorwiegend um Frauenmode aus dem Besitz wohlhabender Dürkheimer Familien, die ab dem frühen 19. Jahrhundert von den neuen wirtschaftlichen Möglichkeiten profitierten und besonders im Weinbau erfolgreich waren.</li><li>Mobiliar, Inventar wie z.B. Gläser und sonstige Gegenstände.</li></ul>



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</div></div>



<figure class="wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-10 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex">
<figure class="wp-block-image size-full is-style-default"><img loading="lazy" decoding="async" width="1347" height="1898" data-id="2160" src="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/04/hampelmann-reichsverweser-ferdinand-18481849-40174.jpg" alt="" class="wp-image-2160" srcset="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/04/hampelmann-reichsverweser-ferdinand-18481849-40174.jpg 1347w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/04/hampelmann-reichsverweser-ferdinand-18481849-40174-213x300.jpg 213w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/04/hampelmann-reichsverweser-ferdinand-18481849-40174-727x1024.jpg 727w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/04/hampelmann-reichsverweser-ferdinand-18481849-40174-1090x1536.jpg 1090w" sizes="auto, (max-width: 1347px) 100vw, 1347px" /></figure>



<figure class="wp-block-image size-large is-style-default"><img loading="lazy" decoding="async" width="404" height="512" data-id="2161" src="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/04/freischaerlerkappe_klein_web-1.jpg" alt="" class="wp-image-2161" srcset="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/04/freischaerlerkappe_klein_web-1.jpg 404w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/04/freischaerlerkappe_klein_web-1-237x300.jpg 237w" sizes="auto, (max-width: 404px) 100vw, 404px" /></figure>
</figure>



<p class="has-text-align-center has-small-font-size"><em><strong>Abb. 7</strong>:  Hampelmann; „Reichsverweser Ferdinand“;&nbsp;Karikatur&nbsp;des Reichsverwesers Erzherzog Johann von&nbsp;Österreich.<br><strong>Abb. 8</strong>: Freischärlerkappe aus schwarzem&nbsp;Leder; mit&nbsp;Leder&nbsp;überzogenem Schild; rote&nbsp;Kordel&nbsp;am unteren Ende; mit schwarz-rot-goldener Kokarde; Schweißband aus braunem&nbsp;Leder; Innenfutter aus blauer&nbsp;Seide; 1849</em></p>



<p>Die Erfassung der Objekte erfolgte vor Ort sowohl in den Depoträumen der Museumsgesellschaft als auch in den Depoträumen des Stadtmuseums. Alle Objekte wurden hochauflösend fotografiert oder eingescannt. Im Rahmen des Projekts erfolgte außerdem eine vollständige Transkription der Flugblätter und Druckschriften mittels OCR-Systems (automatisierte Texterkennung) für Frakturschrift. Dies hat den Vorteil, dass die eingescannten Schriftdokumente über die Volltextsuche von museum-digital auch inhaltlich recherchierbar sind.</p>



<p>Nach der Aufarbeitung erfüllen alle Objekte den Qualitätsindex von museum-digital (d. h. „der Balken ist grün“). Sie sind durchweg mit Ereignissen, Schlagwörtern und weiterführenden Links versehen, so dass sich die Objekte auch einem Publikumskreis erschließen, der nicht mit der Materie vertraut ist. Zusammengehörige Objekte wie z. B. Schriftreihen wurden miteinander verlinkt. Dies erleichtert die Navigation zwischen den Objekten.</p>



<p>Neben der Erstellung eines Bestandskatalogs „Biedermeier – zwischen Restauration, Hambacher Fest und Vormärz“, der online abrufbar sein wird und Eingang findet in eine Publikation zum Thema „Bad Dürkheim und das Hambacher Fest 1832“, werden die generierten Daten per LIDO-Austauschformat an die Deutsche Digitale Bibliothek (DDB) weitergegeben und voraussichtlich im ersten Halbjahr 2022 veröffentlicht. Geplant ist außerdem eine entsprechende virtuelle Ausstellung mit dem Themator, in die das digitalisierte Sammlungskonvolut eingebunden sein wird.</p>



<p class="has-white-color has-cyan-bluish-gray-background-color has-text-color has-background" style="font-size:22px"><strong><a rel="noreferrer noopener" href="https://rlp.museum-digital.de/collection/719" target="_blank">Sammlung in Museum Digital einsehen</a></strong></p>



<p class="has-white-color has-cyan-bluish-gray-background-color has-text-color has-background" style="font-size:22px"><strong><a rel="noreferrer noopener" href="https://e1.pcloud.link/publink/show?code=XZ5ASFZgeuufl8D6gpSHScrnNsjxkonRPB7" data-type="page" target="_blank">PDF-Katalog „Sammlung Biedermeier“</a></strong></p>



<h3 class="wp-block-heading">RECHTE</h3>



<p><em><strong>Abb. 1</strong>: Erhard Joseph Brenzinger, Public Domain, via <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Zug-zum-hambacher-schloss_1-1200x825.jpg" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Wikimedia Commons</a><br><strong>Abb. 2</strong>: Stadtmuseum Bad Dürkheim, Museumsgesellschaft Bad Dürkheim e.V. / Stork, Karl</em> [<a rel="noreferrer noopener" href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/" target="_blank">CC BY-NC-SA</a>]<br><em><strong>Abb. 3</strong>: Stadtmuseum Bad Dürkheim im Kulturzentrum Haus Catoir / Gisela Michel</em> [<a rel="noreferrer noopener" href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/" target="_blank">CC BY-NC-SA</a><em>]</em><br><em><strong>Abb. 4</strong>: Museumsgesellschaft Bad Dürkheim e. V. / Hans-Günter Förster </em>[<a rel="noreferrer noopener" href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/" target="_blank">CC BY-NC-SA</a>]<em><a href="https://rlp.museum-digital.de/object/81520"></a><a href="https://rlp.museum-digital.de/singleimage?&amp;imagenr=138850"></a><a href="https://asset.museum-digital.org/rlp/images/102/81520-19320057050/stammbuch_um_1830_blatt_5/stammbuch-um-1830-blatt-50-81520.jpg"></a><br><strong>Abb. 5</strong>: Museumsgesellschaft Bad Dürkheim e. V. / Hans-Günter Förster </em>[<a rel="noreferrer noopener" href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/" target="_blank">CC BY-NC-SA</a>]<em><br><strong>Abb. 6</strong>: Stadtmuseum Bad Dürkheim im Kulturzentrum Haus Catoir / Gisela Michel</em> [<a rel="noreferrer noopener" href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/" target="_blank">CC BY-NC-SA</a>]<br><em><strong>Abb. 7: </strong><em>Stadtmuseum Bad Dürkheim, Museumsgesellschaft Bad Dürkheim e.V. / Stork, Karl</em> </em>[<a rel="noreferrer noopener" href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/" target="_blank">CC BY-NC-SA</a>]<em><strong><br>Abb. 8: </strong>Stadtmuseum Bad Dürkheim, Museumsgesellschaft Bad Dürkheim e.V. / Stork, Karl</em> [<a rel="noreferrer noopener" href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/" target="_blank">CC BY-NC-SA</a>]</p>



<div style="height:55px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized is-style-default"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/04/RP_mehrfarbig_MFFKI-1024x534.jpg" alt="" class="wp-image-2197" width="256" height="134" srcset="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/04/RP_mehrfarbig_MFFKI-1024x534.jpg 1024w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/04/RP_mehrfarbig_MFFKI-300x156.jpg 300w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/04/RP_mehrfarbig_MFFKI.jpg 1180w" sizes="auto, (max-width: 256px) 100vw, 256px" /></figure>
]]></content:encoded>
					
		
		
		<post-thumbnail><url>https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2022/04/Zug-zum-hambacher-schloss_1-1200x825-1.jpg</url><width>600</width><height>413</height></post-thumbnail>	</item>
		<item>
		<title>AG Digitalisierung Sachsen</title>
		<link>https://blog.museum-digital.org/de/2021/09/15/ag-digitalisierung-sachsen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Projektteam Digitales Sammlungsmanagement SLfM]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 15 Sep 2021 08:23:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Sachsen]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://blog.museum-digital.org/?p=1739</guid>

					<description><![CDATA[Gründung AG Digitalisierung Das Projektteam Digitales Sammlungsmanagement der Sächsischen Landesstelle für Museumswesen (SLfM) initiiert eine „AG Digitalisierung Sachsen“. Geplant ist, dass sich die Arbeitsgruppe regelmäßig zu Themen der Digitalisierung im Museum trifft. Die AG kann ein Weg sein, den Austausch über prägnante Themen innerhalb der digitalen Sammlungsdokumentation in Sachsens Museen zu stärken und gemeinsam Fragen <a href="https://blog.museum-digital.org/de/2021/09/15/ag-digitalisierung-sachsen/" class="more-link">...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>Gründung AG Digitalisierung </strong></p>



<p>Das Projektteam Digitales Sammlungsmanagement der Sächsischen Landesstelle für Museumswesen (SLfM) initiiert eine „AG Digitalisierung Sachsen“. Geplant ist, dass sich die Arbeitsgruppe regelmäßig zu Themen der Digitalisierung im Museum trifft. </p>



<p>Die AG kann ein Weg sein, den Austausch über prägnante Themen innerhalb der digitalen Sammlungsdokumentation in Sachsens Museen zu stärken und gemeinsam Fragen des digitalen Inventarisierens und Publizierens mit verschiedenen Datenbanken, von Online-Sammlungen und Online-Ausstellungen zu diskutieren. Zur Teilnahme eingeladen sind Kolleginnen und Kollegen in Sachsen, die sich bereits mit der Digitalisierung in der Museumsarbeit beschäftigen oder diesen Bereich angehen bzw. stärker ausbauen wollen und die sich dazu austauschen und vernetzen möchten.</p>



<p><strong>Das 1. Treffen der AG Digitalisierung Sachsen findet am 7. Oktober 2021 von 16.00 bis 18.00 Uhr statt.<br></strong>An diesem Tag wird es darum gehen, das Interesse für eine solche Arbeitsgemeinschaft auszuloten und mögliche Aufgabenfelder und Wünsche zu besprechen. Außerdem werden einige Ergebnisse von Förderprojekten aus dem Bereich Digitalisierung vorgestellt. </p>



<p>Alle Museumsmitarbeiter*innen in Sachsen sind herzlich eingeladen, sich mit uns über die Gründung einer AG Digitalisierung auszutauschen. </p>



<p>Die Online-Anmeldung zum Treffen ist bis zum <strong>4. Oktober 2021</strong> möglich unter: <a href="https://mitdenken.sachsen.de/1026296">https://mitdenken.sachsen.de/1026296</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
		<post-thumbnail><url>https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2021/09/Digi-Team-scaled.jpg</url><width>600</width><height>450</height></post-thumbnail>	</item>
		<item>
		<title>Digitalisierungsprojekt des Historischen Museums der Pfalz, Speyer</title>
		<link>https://blog.museum-digital.org/de/2021/02/27/digitalisierungsprojekt-des-historischen-museums-der-pfalz-speyer/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kathrin Luber]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 27 Feb 2021 15:20:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[musdb]]></category>
		<category><![CDATA[Projekte]]></category>
		<category><![CDATA[Rheinland-Pfalz]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Pfalz]]></category>
		<category><![CDATA[Speyer]]></category>
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					<description><![CDATA[In einem langfristigen Projekt werden Gemälde und Zeichnungen aus den Sammlungen des Historischen Museums der Pfalz in Speyer von Künstlern der Region mit Unterstützung des Landes Rheinland-Pfalz digitalisiert und der Öffentlichkeit über „museum-digital“ zur Verfügung gestellt. Worin liegt die Bedeutung dieser Maßnahme? von Wolfgang Leitmeyer, Abteilungsleiter Sammlungen Von der Relevanz alter Zeichnungen 27. Februar 2021. <a href="https://blog.museum-digital.org/de/2021/02/27/digitalisierungsprojekt-des-historischen-museums-der-pfalz-speyer/" class="more-link">...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p style="font-size:15px"><em>In einem langfristigen Projekt werden Gemälde und Zeichnungen aus den Sammlungen des Historischen Museums der Pfalz in Speyer von Künstlern der Region mit Unterstützung des Landes Rheinland-Pfalz digitalisiert und der Öffentlichkeit über „museum-digital“ zur Verfügung gestellt. Worin liegt die Bedeutung dieser Maßnahme?</em></p>



<p style="font-size:15px"><em>von Wolfgang Leitmeyer, Abteilungsleiter Sammlunge</em>n</p>



<div style="height:24px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Von der Relevanz alter Zeichnungen</strong></h2>



<p>27. Februar 2021. Die Pandemie ruft zum Jahresbeginn recht unerwartete Effekte hervor. Geschäfte, Restaurants, Museen, Ämter, Fitnessinstitute und viele andere Orte des öffentlichen Lebens bleiben geschlossen. Zugleich steigt der Absatz von Outdoor-Produkten im Internet… zum Beispiel von Wanderschuhen. Offenbar finden viele Menschen zurück zu den primären Fortbewegungsformen in der Natur. Was bleibt Ihnen auch übrig, die Museen haben schließlich noch immer geschlossen. Während der ersten Sonnentage haben die Seen, Flüsse, Wälder hohe Besuchsfrequenzen. In der Pfalz sind es die Burgen, der Pfälzerwald, die Weinanbaugebiete und die Rheinpromenaden, die zu Besuchen motivieren.</p>



<p>Vor fast genau 200 Jahren, im Mai 1821, wanderte auch der Künstler Friedrich Christian Reinermann von Burg zu Burg in der Pfalz. Er hatte allerdings keine Wahl. Die Überwindung auch großer Strecken zu Fuß war die geläufige Form der Fortbewegung für die ärmeren Schichten der Bevölkerung. Heinrich Jakob Fried, Jakob Wilhelm Roux, aber auch Peter Gayer, der erste Archivar der Pfalz – sie alle reisten in den 20er Jahren des 19. Jahrhunderts zu Fuß und hinterließen Zeichnungen von Orten, die viele von uns in den letzten Tagen vielleicht gerade besucht haben.</p>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<div class="wp-block-image"><figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2021/02/210227_7_BS_0002Elmstein-1.jpg" alt="" class="wp-image-1377" width="466" height="594"/><figcaption><em>[1] Burg und Ort Elmstein (Verbandsgemeinde Lambrecht) im Landkreis Bad Dürkheim</em></figcaption></figure></div>



<p>In den letzten 200 Jahren veränderte sich das Gesicht der Städte und Landschaften mehr als jemals zuvor. Fried, Roux, Reinermann und Gayer würden staunen, wenn sie ihre alten Wege nochmals gehen dürften. Umgekehrt fehlt uns heute ein genaues Bild der Welt, bevor es Joseph Nicéphore Niépce 1826 gelang, das allererste Foto aufzunehmen. Wir sind auf die Darstellungen von Künstlern angewiesen, um einen Zugang zu der Welt unserer Ururgroßmütter und Ururgroßväter zu finden. Wenn Sie sich fragen: „Wie hat sich der Ort, wo heute mein Haus steht, wo sich heute unser Marktplatz und vieles andere befindet, in den letzten 200 Jahren verändert?“, so kann Ihnen vielleicht der Blick in eine Datenbank wie „museum-digital“ weiterhelfen. Je mehr bildliche Zeugnisse verfügbar sind, desto mehr Nahrung wird Ihre Phantasie finden und vielleicht auch Ihre Neugierde.</p>



<div style="height:25px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Beispiel Speyer</strong></h2>



<p>Die Beseitigung der Stadtbefestigung und vieler Ruinen zu Beginn des 19. Jahrhunderts war das Ergebnis eines langen und schmerzhaften Prozesses seit dem großen Stadtbrand von 1689. Die Maßnahmen veränderten das Gesicht der Stadt dauerhaft. Heute sind die Zeichnungen von Peter Gayer (1793–1836) häufig die einzig verfügbaren Quellen zu vielen architektonischen Zeugnissen der Stadt sowie der pfälzischen Geschichte. Darin liegt die Relevanz seiner Veduten für die Stadt, aber auch für die Region.</p>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<figure class="wp-block-gallery columns-1 is-cropped wp-block-gallery-11 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex"><ul class="blocks-gallery-grid"><li class="blocks-gallery-item"><figure><img loading="lazy" decoding="async" width="822" height="650" src="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2021/02/1_BS_0027Kloster_zum_Heiligen_Grab_zu_Speyer-2.jpg" alt="" data-id="1383" data-link="https://blog.museum-digital.org/?attachment_id=1383" class="wp-image-1383" srcset="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2021/02/1_BS_0027Kloster_zum_Heiligen_Grab_zu_Speyer-2.jpg 822w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2021/02/1_BS_0027Kloster_zum_Heiligen_Grab_zu_Speyer-2-300x237.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 822px) 100vw, 822px" /></figure></li></ul><figcaption class="blocks-gallery-caption"><em>[2] Die Klosterkirche des Klosters „Zum Heiligen Grab“ in Speyer</em></figcaption></figure>



<div style="height:25px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="has-black-color has-text-color wp-block-heading"><strong>Peter Gayer und die Zeugen der Vergangenheit</strong></h2>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-style-default is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p><span style="color:#000000" class="tadv-color">„Die alten Ruinen haben schon viel zu lange die Zugänge zu dieser Stadt verunstaltet und könnten wegen Steinschlags gefährlich werden. Das Terrain innerhalb dieser Gemäuer ist Lagerstätte für alles, was man sich vorstellen kann, das die Augen beleidigt und mit seinem Geruch die Passanten belästigt. Es erscheint mir, dass der Wert dieser Steine nicht nur für den Abriss, sondern auch für den Wiederaufbau von Häusern ausreicht.“</span></p><cite><span style="color:#000000" class="tadv-color">Quelle: „Verschönerung der Straßen der Stadt durch Entfernen der alten Gemäuer“, Archiv der Stadt Speyer Bestand 2 Nr. 163</span></cite></blockquote>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>In Speyer begann um 1800 eine Zeitenwende: Die Stadt war nun eine Grenzstadt der Französischen Republik, das Arrondissement Spire gehörte zum neuen Département Mont-Tonnère. Die vorangestellten Zeilen des Unterpräfekten Edmond Marie Amable Verny stammen aus einem Memorandum an Georg Friedrich Hetzel vom 26. Juli 1809. Er offenbarte dem neuen Bürgermeister darin seine Gedanken zur Verschönerung der Stadt.</p>



<p>Verny kannte natürlich das Geheimnis der lästigen Gemäuer in Speyer, an welchen sein ästhetisches Empfinden Anstoß nahm: Am Pfingstdienstag, den 31. Mai 1689, abends um 18 Uhr, hatten die verbliebenen Einwohner der Freien Reichsstadt Speyer eine Apokalypse erlebt. Was der Dreißigjährige Krieg nicht vermocht hatte, geschah nun innerhalb von drei Tagen. Am 2. Juni lagen drei Stifte, fünf Klöster, acht Pfarrkirchen, 13 Kapellen, 14 Zunftstuben, 29 städtische Gebäude, 788 Bürgerhäuser sowie fast das gesamte Langhaus des Domes in Schutt und Asche – die Politik der verbrannten Erde hatte eine praktische Anwendung gefunden. Der Anspruch König Ludwigs XIV. auf linksrheinische Reichsterritorien provozierte einen Konflikt, der sich letztlich an den Streitigkeiten um das Erbe des Kurfürsten Karls II. von der Pfalz entzündete. Als Reaktion auf die vorrückenden Kräfte der Großen Wiener Allianz verwüsteten französische Truppen systematisch die Pfalz und angrenzende Gebiete. Zahlreiche Dörfer, Burgen, Festungen, Kirchen, aber auch ganze Städte wie Speyer, Worms, Mannheim und Heidelberg wurden zerstört.</p>



<p>Der Wiederaufbau Speyers vollzog sich schleppend, zumal die Stadt auf französischen Befehl bis zum Friedensschluss von Rijswijk im Jahr 1697 nicht bewohnt werden durfte. Noch siebzig Jahre später war ein Drittel der Stadt zerstört. Steinerne Relikte zeugten von der großen Vergangenheit Speyers, das auch wirtschaftlich am Boden lag. Immerhin erhoben sich im Jahr 1772 wieder 767 Wohngebäude, 32 kleine Häuschen und 124 Hütten, die Arme in den Ruinenstätten errichtet hatten.</p>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<div class="wp-block-image"><figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2021/02/210227_4_BS_0029Peterskirche_zu_Speyer.jpg" alt="" class="wp-image-1387" width="565" height="469" srcset="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2021/02/210227_4_BS_0029Peterskirche_zu_Speyer.jpg 781w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2021/02/210227_4_BS_0029Peterskirche_zu_Speyer-300x250.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 565px) 100vw, 565px" /><figcaption><em>[3] St. Peter in Speyer</em></figcaption></figure></div>



<p>Der Anblick antiker Ruinen hatte schon mehr als zwei Jahrhunderte zuvor in Italien Humanisten und Künstler fasziniert. Auch in Speyer empfand man angesichts der zerfallenden Gemäuer zuweilen Begeisterung. Meistens waren es durchreisende Künstler und Literaten, die ihrer Freude an den Zeugnissen der Vergangenheit Ausdruck verliehen. In den „Briefen eines reisenden Franzosen über Deutschland“ rühmte Kaspar Risbeck 1783 die außerordentlich schönen Ruinen und die malerische Wirkung der zerstörten Stadt. Als Sophie de La Roche mit ihrer Familie 1780 nach Speyer zog, begeisterte sie ihren empfindsamen literarischen Zirkel für die Stadt. Es entstand der Plan, eine Mappe mit Kupferstichen und einigen Texten herauszugeben – eine Aufgabe, die der Landschaftsmaler und Zeichner Jean Francois Gout übernahm. Weitere Künstler wie Franz Stöber und Johannes Ruland folgen seinem Beispiel.</p>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<div class="wp-block-image"><figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2021/02/3_BS_0433Speyer_Retscherruine_und_Margaretenkapelle-1.jpg" alt="" class="wp-image-1386" width="571" height="458" srcset="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2021/02/3_BS_0433Speyer_Retscherruine_und_Margaretenkapelle-1.jpg 808w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2021/02/3_BS_0433Speyer_Retscherruine_und_Margaretenkapelle-1-300x241.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 571px) 100vw, 571px" /><figcaption><em>[4] Retscherruine und Margarethenkapelle in Speyer</em></figcaption></figure></div>



<p>Mit dem Ende der französischen Zeit kam ab 1816 die bayerische Administration nach Speyer und mit ihr der Beamte Peter Gayer. Er trat seinen Dienst als zweiter Registrator bei der bayerischen Regierung des Rheinkreises an, seine Aufgabe war die Verwaltung des Schriftguts. Schriftzeugnisse zu bewahren und ihre Auffindbarkeit zu gewährleisten, gehörte zu seinen Kernaufgaben. Diese verantwortungsvolle Tätigkeit qualifizierte ihn bereits im Jahr 1820 zur Übernahme der Leitung des neu entstandenen Kreisarchivs. Das Interesse an der Geschichte lag durchaus im Trend der Zeit. Nachdem Freiherr vom Stein 1819 den ersten Historischen Verein ins Leben gerufen hatte, war es König Ludwig I. von Bayern selbst, der die Spitzen des Staates und der Gesellschaft 1827 zur aktiven Beschäftigung mit der Kultur der Vergangenheit aufrief. Selbstredend war Gayer zwei Mal, 1827 und 1834, Gründungsmitglied des Historischen Vereins der Pfalz. Die Rückbesinnung der Bürger, die sich seit vielen Jahren mit der Beseitigung von Ruinen beschäftigt hatten, auf die große Vergangenheit der Reichs- und Kaiserstadt lag auf der Hand. Die Städte als Spiegelbild bürgerlichen Selbstbewusstseins begannen sich im Verlauf des 19. Jahrhunderts weit mehr zu verändern, als je zuvor. Man benötigte Platz für eine schnell zunehmende Einwohnerschaft, für Manufakturen, später für Fabriken, für Straßen, für eine verbesserte Infrastruktur und für Mobilität. Die Stadtbewohner kultivierten durchaus ein gewisses Interesse an der Vergangenheit, entledigten sich zugleich aber auch der alten Zeugnisse, wenn sie ihren Interessen entgegenstanden, ohne darin einen Konflikt zu sehen. Ein Beispiel dafür mag der Abriss der Ruine von St. Nikolaus nördlich des Domes im Jahr 1825 sein, an deren Stelle im folgenden Jahr die Antikenhalle erbaut wurde, deren einziger Zweck in der Erhaltung und Pflege von Zeugnissen der Vergangenheit – in diesem Fall von römischen Bodenfunden – bestand.</p>



<p>Möglicherweise war der Archivar Gayer nicht erfreut von den radikalen Veränderungen, die sich ringsum in Speyer vollzogen. Immerhin wurden zwischen 1819 und 1826 große Teile der Stadtbefestigung, die Ruinen vieler Kirchen, Klöster und Profanbauten beseitigt. So machte er es sich zur Aufgabe, das verschwindende architektonische Kulturgut der Pfalz in zahlreichen Veduten-Zeichnungen, ganz im Sinne der romantischen Kunst seiner Zeit, zu dokumentieren. Seine favorisierte Technik war die Bleistiftskizze, vor allem aber die Federzeichnung, die er mit Pinsel und Sepia – dem transparenten Farbstoff aus dem Sekret der Tintenfische – übermalte. Gayer interessierte sich nicht nur für Speyerer „Gemäuer“, sondern bereiste auch viele Orte der Region. Systematisch trug er präzise Ansichten von Burgen- und Kirchenruinen der Pfalz zusammen. </p>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<div class="wp-block-image"><figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2021/02/210227_8_BS_0032Amanduskirche_zu_Worms-1.jpg" alt="" class="wp-image-1391" width="485" height="383"/><figcaption><em>[6] St. Amandus Worms</em></figcaption></figure></div>



<figure class="wp-block-gallery columns-2 is-cropped wp-block-gallery-12 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex"><ul class="blocks-gallery-grid"><li class="blocks-gallery-item"><figure><img loading="lazy" decoding="async" width="817" height="650" src="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2021/02/210227_5_BS_0023Burgruine-Scharfeneck.jpg" alt="" data-id="1374" class="wp-image-1374" srcset="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2021/02/210227_5_BS_0023Burgruine-Scharfeneck.jpg 817w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2021/02/210227_5_BS_0023Burgruine-Scharfeneck-300x239.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 817px) 100vw, 817px" /></figure></li><li class="blocks-gallery-item"><figure><img loading="lazy" decoding="async" width="777" height="650" src="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2021/02/210227_6_BS_0011Burgruine_Graevenstein.jpg" alt="" data-id="1375" data-link="https://blog.museum-digital.org/?attachment_id=1375" class="wp-image-1375" srcset="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2021/02/210227_6_BS_0011Burgruine_Graevenstein.jpg 777w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2021/02/210227_6_BS_0011Burgruine_Graevenstein-300x251.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 777px) 100vw, 777px" /></figure></li></ul><figcaption class="blocks-gallery-caption"><em>[7] Die Burgruine Neuscharfeneck bei Ramberg, [8] Die Burgruine Grävenstein bei Merzalben</em></figcaption></figure>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Die figürliche Staffage, die auf kaum einem seiner Werke fehlen durfte, zeigt dabei häufig Menschen aus ärmeren Bevölkerungsschichten. Landarbeiter, Wäscherinnen, Handwerker und viele andere Gestalten bilden ein belebendes Element seiner Darstellungen. Nur wenige Jahre vor der Erfindung der Fotografie wurde er zum aufmerksamen Beobachter und Dokumentar zahlreicher Architekturzeugnissen der Pfalz, die nach und nach verschwanden oder baulich verändert wurden. Eines der Ziele seines kurzen Lebens hat Gayer – er verstarb im Alter von nur 43 Jahren in Speyer – sicherlich erreicht: Seine Zeichnungen bewahren viele architektonische Zeugnisse der pfälzischen Geschichte für die Nachwelt.</p>



<div style="height:10px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<hr class="wp-block-separator"/>



<div style="height:10px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h3 class="has-medium-font-size wp-block-heading"><strong>Sepiazeichnungen von Peter Gayer im Bestand des Historischen Museums der Pfalz (Auswahl)</strong></h3>



<ol class="wp-block-list"><li>Burg und Ort Elmstein (Verbandsgemeinde Lambrecht) im Landkreis Bad Dürkheim</li><li>Die Klosterkirche des Klosters „Zum Heiligen Grab“ in Speyer</li><li>St. Peter in Speyer</li><li>Retscherruine und Margarethenkapelle in Speyer</li><li>Die Ruinen von Nikolauskapelle und Domstaffelturm in Speyer</li><li>St. Amandus in Worms</li><li>Die Burgruine Neuscharfeneck bei Ramberg</li><li>Die Burgruine Grävenstein bei Merzalben</li></ol>



<p style="font-size:15px"><em>Fotografen: Peter Haag-Kirchner und die Ehrenamtsgruppe des Historischen Museums der Pfalz.</em> <em>Rechtestatus: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/de/" data-type="URL" data-id="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">CC-BY-NC-ND</a>.</em></p>



<p></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
		<post-thumbnail><url>https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2021/02/210227_1_BS_0027Kloster_zum_Heiligen_Grab_zu_Speyer-1.jpg</url><width>600</width><height>474</height></post-thumbnail>	</item>
		<item>
		<title>Gemeinsam malen: Die Künstler Hans Zank und Willi Gericke &#8211; Ein Projekt zur digitalen Erschließung der »Zank-Gericke-Sammlung« von Ulrich Zimmer (Nachlass)</title>
		<link>https://blog.museum-digital.org/de/2021/01/28/gemeinsam-malen-die-kuenstler-hans-zank-und-willi-gericke-ein-projekt-zur-digitalen-erschliessung-der-zank-gericke-sammlung-von-ulrich-zimmer-nachlass/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[AG Brandenburgische Museen digital]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 28 Jan 2021 11:19:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Brandenburg]]></category>
		<category><![CDATA[Themator]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Falkensee]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein Beitrag von Museum und Galerie Falkensee. Zwei bedeutende Maler. Das Künstlerpaar Hans Zank (1889-1967) und Willi Gericke (1895-1970) lebte in Spandau und Falkensee. Beide lernten sich während des Kunststudiums in Berlin kennen und blieben zeitlebens zusammen. Sie malten und signierten gemeinsam viele ihrer zahlreichen Bilder. Darunter finden sich Landschaften und Portraits, Akte und immer <a href="https://blog.museum-digital.org/de/2021/01/28/gemeinsam-malen-die-kuenstler-hans-zank-und-willi-gericke-ein-projekt-zur-digitalen-erschliessung-der-zank-gericke-sammlung-von-ulrich-zimmer-nachlass/" class="more-link">...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><em>Ein Beitrag von Museum und Galerie Falkensee.</em></p>



<p><strong>Zwei bedeutende Maler</strong>.</p>



<p>Das Künstlerpaar Hans Zank (1889-1967) und Willi Gericke (1895-1970) lebte in Spandau und Falkensee. Beide lernten sich während des Kunststudiums in Berlin kennen und blieben zeitlebens zusammen. Sie malten und signierten gemeinsam viele ihrer zahlreichen Bilder. Darunter finden sich Landschaften und Portraits, Akte und immer wieder Stadtansichten.</p>



<figure class="wp-block-gallery columns-3 is-cropped wp-block-gallery-13 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex"><ul class="blocks-gallery-grid"><li class="blocks-gallery-item"><figure><img loading="lazy" decoding="async" width="870" height="1024" src="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2021/01/Zank_Gericke_0466-1-870x1024.jpg" alt="" data-id="1278" data-link="https://blog.museum-digital.org/?attachment_id=1278" class="wp-image-1278" srcset="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2021/01/Zank_Gericke_0466-1-870x1024.jpg 870w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2021/01/Zank_Gericke_0466-1-255x300.jpg 255w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2021/01/Zank_Gericke_0466-1-1306x1536.jpg 1306w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2021/01/Zank_Gericke_0466-1.jpg 1615w" sizes="auto, (max-width: 870px) 100vw, 870px" /></figure></li><li class="blocks-gallery-item"><figure><img loading="lazy" decoding="async" width="839" height="1024" src="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2021/01/Zank_Gericke_0268-1-839x1024.jpg" alt="" data-id="1277" data-link="https://blog.museum-digital.org/?attachment_id=1277" class="wp-image-1277" srcset="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2021/01/Zank_Gericke_0268-1-839x1024.jpg 839w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2021/01/Zank_Gericke_0268-1-246x300.jpg 246w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2021/01/Zank_Gericke_0268-1-1258x1536.jpg 1258w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2021/01/Zank_Gericke_0268-1.jpg 1556w" sizes="auto, (max-width: 839px) 100vw, 839px" /></figure></li><li class="blocks-gallery-item"><figure><img loading="lazy" decoding="async" width="760" height="1024" src="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2021/01/Zank_Gericke_0874-2-760x1024.jpg" alt="" data-id="1282" data-full-url="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2021/01/Zank_Gericke_0874-2.jpg" data-link="https://blog.museum-digital.org/?attachment_id=1282" class="wp-image-1282" srcset="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2021/01/Zank_Gericke_0874-2-760x1024.jpg 760w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2021/01/Zank_Gericke_0874-2-223x300.jpg 223w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2021/01/Zank_Gericke_0874-2-1140x1536.jpg 1140w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2021/01/Zank_Gericke_0874-2.jpg 1410w" sizes="auto, (max-width: 760px) 100vw, 760px" /></figure></li></ul><figcaption class="blocks-gallery-caption"><em>[1] Hans Zank und Willi Gericke, Am Wehr, Pinselzeichnung, undatiert (Sammlung Zimmer), (Museum und Galerie Falkensee / Lorenz Kienzle/Ronka Oberhammer (CC BY-NC-SA)). [2] Hans Zank, Potsdam, Alte Fahrt mit Kuppel der Nicolaikirche und Turm des Alten Rathauses, Öl auf Leinwand, undatiert (Sammlung Zimmer), (Herkunft/Rechte: Museum und Galerie Falkensee / Lorenz Kienzle/Ronka Oberhammer (CC BY-NC-SA)). [3] Hans Zank und Willi Gericke, Sitzendes Mädchen, Bleistiftzeichnung, 1940er Jahre (Sammlung Zimmer), (Herkunft/Rechte: Museum und Galerie Falkensee / Lorenz Kienzle/Ronka Oberhammer (CC BY-NC-SA)).</em></figcaption></figure>



<p>Ihre Werke waren zunächst von einem expressiven und kubistischen Stil geprägt. Später wandten sie sich dem Impressionismus zu und malten nach 1945 auch im Stil des sozialistischen Realismus. Bis zum Kriegsende lebten Hans Zank und Willi Gericke in Berlin-Spandau. Im Juli 1945 begann die Falkenseer Zeit. Hier bezogen sie eine Villa am Falkenhagener See und richteten ihr Atelier ein. Im Garten und am nahe gelegenen See fanden sie viele Motive für ihre Bilder.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2021/02/Zank-Gericke-06-museumdigital-752x1024.jpg" alt="" class="wp-image-1306" width="376" height="512" srcset="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2021/02/Zank-Gericke-06-museumdigital-752x1024.jpg 752w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2021/02/Zank-Gericke-06-museumdigital-220x300.jpg 220w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2021/02/Zank-Gericke-06-museumdigital-1128x1536.jpg 1128w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2021/02/Zank-Gericke-06-museumdigital.jpg 1469w" sizes="auto, (max-width: 376px) 100vw, 376px" /><figcaption>Gemeinsam malen: Willi Gericke (vorn) am Malkasten und Hans Zank an der Staffelei (Foto: Archiv, Museum Falkensee).</figcaption></figure></div>



<figure class="wp-block-gallery columns-2 is-cropped wp-block-gallery-14 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex"><ul class="blocks-gallery-grid"><li class="blocks-gallery-item"><figure><img loading="lazy" decoding="async" width="1469" height="1146" src="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2021/01/Zank-Gericke-07-museumdigital.jpg" alt="" data-id="1286" data-full-url="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2021/01/Zank-Gericke-07-museumdigital.jpg" data-link="https://blog.museum-digital.org/?attachment_id=1286" class="wp-image-1286" srcset="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2021/01/Zank-Gericke-07-museumdigital.jpg 1469w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2021/01/Zank-Gericke-07-museumdigital-300x234.jpg 300w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2021/01/Zank-Gericke-07-museumdigital-1024x799.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 1469px) 100vw, 1469px" /></figure></li><li class="blocks-gallery-item"><figure><img loading="lazy" decoding="async" width="1900" height="1536" src="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2021/01/Zank_Gericke_0140.jpg" alt="" data-id="1287" data-full-url="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2021/01/Zank_Gericke_0140.jpg" data-link="https://blog.museum-digital.org/?attachment_id=1287" class="wp-image-1287" srcset="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2021/01/Zank_Gericke_0140.jpg 1900w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2021/01/Zank_Gericke_0140-300x243.jpg 300w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2021/01/Zank_Gericke_0140-1024x828.jpg 1024w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2021/01/Zank_Gericke_0140-1536x1242.jpg 1536w" sizes="auto, (max-width: 1900px) 100vw, 1900px" /></figure></li></ul><figcaption class="blocks-gallery-caption"><em> [1] Stolze Bootsbesitzer: Julius Siegmann, Inhaber der »Adler-Apotheke« in Berlin-Spandau stiftete ein Wohnboot. Willi Gericke und Hans Zank (von links) befuhren damit Havel und Spree. So konnten sie hautnah die Brechungen des Lichts und die atmosphärischen Wirkungen in der Natur studieren. Viele ihrer Bilder zeugen von dieser erlebten Freiheit und Frische in der Natur (Herkunft/Rechte: Museum und Galerie Falkensee [CC BY-NC-SA]). [2] Hans Zank und Willi Gericke, Drei Pappeln am Ufer der Havel in Ketzin, Öl auf Leinwand, undatiert (Sammlung Zimmer), (Herkunft/Rechte: Museum und Galerie Falkensee / Lorenz Kienzle/Ronka Oberhammer (CC BY-NC-SA)) </em></figcaption></figure>



<p>1967 starb Hans Zank und 1970 Willi Gericke. Ihre Ruhestätte befindet sich auf dem städtischen Friedhof an der Kremmener Straße in Falkensee. Für den Grabstein wählte Willi Gericke eine Lithografie-Platte aus Solnhofener Kalkstein aus. Das Grab wird von der Stadt Falkensee in Erinnerung an diese beiden bedeutenden Maler gepflegt. Seit 1993 befindet sich die Hans Zank und Willi Gericke Sammlung des Museums der Stadt Falkensee im Aufbau. &nbsp;</p>



<figure class="wp-block-gallery columns-2 is-cropped wp-block-gallery-15 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex"><ul class="blocks-gallery-grid"><li class="blocks-gallery-item"><figure><img loading="lazy" decoding="async" width="809" height="1024" src="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2021/01/Hans-Zank-Foto-Nachlass-Sammlung-Zimmer-museumdigital-809x1024.jpg" alt="" data-id="1288" data-full-url="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2021/01/Hans-Zank-Foto-Nachlass-Sammlung-Zimmer-museumdigital.jpg" data-link="https://blog.museum-digital.org/?attachment_id=1288" class="wp-image-1288" srcset="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2021/01/Hans-Zank-Foto-Nachlass-Sammlung-Zimmer-museumdigital-809x1024.jpg 809w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2021/01/Hans-Zank-Foto-Nachlass-Sammlung-Zimmer-museumdigital-237x300.jpg 237w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2021/01/Hans-Zank-Foto-Nachlass-Sammlung-Zimmer-museumdigital-1214x1536.jpg 1214w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2021/01/Hans-Zank-Foto-Nachlass-Sammlung-Zimmer-museumdigital.jpg 1469w" sizes="auto, (max-width: 809px) 100vw, 809px" /></figure></li><li class="blocks-gallery-item"><figure><img loading="lazy" decoding="async" width="822" height="1024" src="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2021/01/Willi-Gericke-Foto-Nachlass-Sammlung-Zimmer-museumdigital-822x1024.jpg" alt="" data-id="1289" data-full-url="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2021/01/Willi-Gericke-Foto-Nachlass-Sammlung-Zimmer-museumdigital.jpg" data-link="https://blog.museum-digital.org/?attachment_id=1289" class="wp-image-1289" srcset="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2021/01/Willi-Gericke-Foto-Nachlass-Sammlung-Zimmer-museumdigital-822x1024.jpg 822w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2021/01/Willi-Gericke-Foto-Nachlass-Sammlung-Zimmer-museumdigital-241x300.jpg 241w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2021/01/Willi-Gericke-Foto-Nachlass-Sammlung-Zimmer-museumdigital-1233x1536.jpg 1233w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2021/01/Willi-Gericke-Foto-Nachlass-Sammlung-Zimmer-museumdigital.jpg 1469w" sizes="auto, (max-width: 822px) 100vw, 822px" /></figure></li></ul><figcaption class="blocks-gallery-caption">[1] Hans Zank, um 1920, Herkunft/Rechte: Museum und Galerie Falkensee (CC BY-NC-SA) [2] Willi Gericke, um 1920, Herkunft/Rechte: Museum und Galerie Falkensee (CC BY-NC-SA)</figcaption></figure>



<p><strong>Die »Zank-Gericke-Sammlung« von Ulrich Zimmer</strong></p>



<p>In den 1980er Jahren begann sich der in Berlin-Spandau lebende Ulrich Zimmer für die Werke von Hans Zank und Willi Gericke zu interessieren. Seine Forschungen führten ihn 1989/90 Jahren nach Falkensee und später, 1993, auch in das <a href="http://www.museum-galerie-falkensee.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Heimatmuseum Falkensee</a>, dessen Förderverein er im gleichen Jahr beitrat. Der künstlerisch und historisch interessierte Ulrich Zimmer übergab 2005 dem Museum erstmals Arbeiten der beiden Künstler und blieb dem Museum bis zu seinem Tod im Jahr 2018 zugewandt.</p>



<p>In seinem Testament verfügte er, dass seine »Zank-Gericke-Sammlung« künftig in Museen bewahrt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden soll. So gelangten 2018/2019 die Berliner Motive seiner Sammlung in das Stadtgeschichtliche Museum Spandau und 38 Arbeiten in das Falkenseer Museum, die die nähere und weitere Umgebung Berlins abbilden. Bei der Übergabe der »Sammlung Ulrich Zimmer« standen dem Falkenseer Museum Bernd Ilsemann und die Familie von Frank Zimmer unterstützend zur Seite. Hierfür danken wir sehr herzlich.</p>



<p><strong>Das Zank-Gericke-Archiv</strong></p>



<p>Auch hinterließ Ulrich Zimmer dem Museum 10.000 Euro für den Aufbau eines Zank-Gericke-Archivs, dessen Einrichtung bereits erfolgte. Mit der Veröffentlichung der künstlerischen Werke auf der Museumsplattform museum-digital ist das Archiv nun im Sinne von Ulrich Zimmer dauerhaft für die Öffentlichkeit zugänglich geworden.</p>



<p>Die Bedeutung der beiden Künstler, die Vermittlung und Publikation ihres Werkes lag Ulrich Zimmer immer am Herzen. Seine aus Privatbesitz übergebene und für Falkensee bestimmte Sammlung umfasst inzwischen einen Bestand von 100 künstlerischen Arbeiten. Zu dem Archiv zählen heute, neben den Arbeiten aus der Sammlung Ulrich Zimmer, auch Werke, die in der Vergangenheit erworben werden konnten. So befinden sich aktuell im Sammlungsbestand des Museums 122 digitalisierte Werke der beiden Künstler.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2021/01/Zank_Gericke_0325R-1024x925.jpg" alt="" class="wp-image-1290" width="768" height="694" srcset="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2021/01/Zank_Gericke_0325R-1024x925.jpg 1024w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2021/01/Zank_Gericke_0325R-300x271.jpg 300w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2021/01/Zank_Gericke_0325R-1536x1388.jpg 1536w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2021/01/Zank_Gericke_0325R.jpg 1900w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption><em>Hans Zank und Willi Gericke, An der Ostsee am Morgen, Öl auf Leinwand, undatiert (Sammlung Museum) (Herkunft/Rechte: Museum und Galerie Falkensee / Lorenz Kienzle/Ronka Oberhammer (CC BY-NC-SA))</em></figcaption></figure></div>



<p><strong>Erste Recherchen zur Geschichte der »Zank-Gericke-Sammlung« von Ulrich Zimmer</strong></p>



<p>Ulrich Zimmer erwarb einen Teil seiner »Zank-Gericke-Sammlung« von der „Galerie Sabatier“ aus Verden an der Aller. Das Auktionshaus hatte in den 1980er Jahren zahlreiche Arbeiten des Künstlerpaares aus Falkensee über den Staatlichen Kunsthandel der DDR angekauft. Für die erworbenen Arbeiten ließ die „Galerie Sabatier“ durch Heinrich Wolter ein Werkeverzeichnis anfertigen, das später immer wieder erweitert und aktualisiert wurde (Wolter, Heinrich (1987): Hans Zank und Willi Gericke &#8211; Zwei bedeutsame Berliner Maler in einer bewegten Zeit der Welt- und Kunstgeschichte, Verlag: Galerie Pro Art; Auflage: 1 (1987).</p>



<p>Ulrich Zimmer selbst korrigierte und ergänzte das Werkeverzeichnis um genaue Ortsangaben und dokumentierte diese durch zahlreiche beigegebene Fotografien. Eine wichtige Arbeit, denn Hans Zank und Willi Gericke vergaben nur selten eigene Titel, auch datierten sie die Bilder kaum. Das ergänzte Werkeverzeichnis von H. Wolter ist nicht publiziert und wird u.a. im Archiv des Falkenseer Museums bewahrt. Es bildete eine wichtige Grundlage bei der inhaltlichen Erschließung der künstlerischen Werke.</p>



<p><strong>Erste Präsentation im Museum 2019 und digitale Erschließung 2020</strong></p>



<p>Im Nachgang zur Ausstellung »Hans Zank und Willi Gericke – Malerei« – Präsentation der Sammlung Ulrich Zimmer« vom 6. Juli bis 13. Oktober 2019 im <a rel="noreferrer noopener" href="http://www.museum-galerie-falkensee.de/" target="_blank">Museum und Galerie Falkensee</a>, können wir heute den Sammlungsbestand des Museums mit Werken der beiden Künstler in digitaler Form auf der <a rel="noreferrer noopener" href="https://brandenburg.museum-digital.de/index.php?t=sammlung&amp;instnr=7&amp;gesusa=3365&amp;cachesLoaded=true" target="_blank">Plattform museum-digital</a> präsentieren. Im Frühjahr 2020 bewilligte das <a href="https://mwfk.brandenburg.de/mwfk/de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg</a> (MWFK) die dafür erforderlichen Mittel, wofür wir herzlich danken.</p>



<p>Neben der Erfassung und inhaltlichen Erschließung der Sammlung, die durch Gabriele Helbig, Heide Reuter und Bert Krüger erfolgte, waren Ronka Oberhammer und Lorenz Kienzle intensiv mit der fotografischen Dokumentation der zahlreichen Zeichnungen, Grafiken und Ölgemälde befasst. Das Ergebnis ihrer Arbeit sind Fotoaufnahmen, die die Kunstwerke in ihrer originalen Farbgebung und Materialität erlebbar machen.</p>



<figure class="wp-block-gallery columns-2 wp-block-gallery-16 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex"><ul class="blocks-gallery-grid"><li class="blocks-gallery-item"><figure><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2021/01/Museum_Falkensee_Maerz_2020_klein-768x1024.jpg" alt="" data-id="1292" data-full-url="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2021/01/Museum_Falkensee_Maerz_2020_klein.jpg" data-link="https://blog.museum-digital.org/?attachment_id=1292" class="wp-image-1292" srcset="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2021/01/Museum_Falkensee_Maerz_2020_klein-768x1024.jpg 768w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2021/01/Museum_Falkensee_Maerz_2020_klein-225x300.jpg 225w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2021/01/Museum_Falkensee_Maerz_2020_klein-1152x1536.jpg 1152w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2021/01/Museum_Falkensee_Maerz_2020_klein-1536x2048.jpg 1536w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2021/01/Museum_Falkensee_Maerz_2020_klein.jpg 1800w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /></figure></li><li class="blocks-gallery-item"><figure><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2021/01/museum-falkensee-doku-01-1-1024x1024.jpg" alt="" data-id="1293" data-full-url="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2021/01/museum-falkensee-doku-01-1-scaled.jpg" data-link="https://blog.museum-digital.org/?attachment_id=1293" class="wp-image-1293" srcset="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2021/01/museum-falkensee-doku-01-1-1024x1024.jpg 1024w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2021/01/museum-falkensee-doku-01-1-300x300.jpg 300w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2021/01/museum-falkensee-doku-01-1-150x150.jpg 150w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2021/01/museum-falkensee-doku-01-1-1536x1536.jpg 1536w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2021/01/museum-falkensee-doku-01-1-2048x2048.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure></li></ul><figcaption class="blocks-gallery-caption"><em>Unter erschwerten Bedingungen: die fotografische Dokumentation der »Zank-Gericke-Sammlung«. (Herkunft/Rechte: Museum und Galerie Falkensee / Lorenz Kienzle/Ronka Oberhammer (CC BY-NC-SA)).</em></figcaption></figure>



<p><em>Der Blogbeitrag ist Teil der Reihe <a rel="noreferrer noopener" href="https://web.archive.org/web/20210725004314/https://www.museen-brandenburg.de/aktivitaeten/netzwerke/ag-brandenburgische-museen-digital/" target="_blank">„Brandenburgische Museen digital“</a> und wird redaktionell vom Museumsverband des Landes Brandenburg e.V. betreut. <a rel="noreferrer noopener" href="https://web.archive.org/web/20190430143519/https://www.museen-brandenburg.de/aktivitaeten/projekte/digitalisierung/" target="_blank">www.museen-brandenburg.de/aktivitaeten/projekte/digitalisierung/</a></em></p>
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		<title>Bilder aus 500 Orten der DDR &#8211; Digitalisierung der Fotosammlung Günter Scheike</title>
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		<dc:creator><![CDATA[AG Brandenburgische Museen digital]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 09 Nov 2020 15:50:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Brandenburg]]></category>
		<category><![CDATA[DDR]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein Beitrag von Dr. Rainer Reinecke für den Heimatverein „Alter Krug“ Zossen Im Frühjahr 2019 nahm im Vorstand des Heimatvereins „Alter Krug“ e.V. in Zossen ein für den Verein ambitioniertes Digitalisierungsprojekt Formen an. Günter Scheike, der Vater der Vereinsvorsitzenden Karola Andrae, arbeitete in Zossen über viele Jahre als Berufsfotograf. Zusammen mit seiner Frau Ilse betrieb <a href="https://blog.museum-digital.org/de/2020/11/09/bilder-aus-500-orten-der-ddr-digitalisierung-der-fotosammlung-guenter-scheike/" class="more-link">...</a>]]></description>
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<p><em>Ein Beitrag von Dr. Rainer Reinecke für den Heimatverein „Alter Krug“ Zossen</em></p>



<p>Im Frühjahr 2019 nahm im Vorstand des <a rel="noreferrer noopener" href="https://heimatverein-zossen.de/" target="_blank">Heimatvereins „Alter Krug“ e.V.</a> in Zossen ein für den Verein ambitioniertes Digitalisierungsprojekt Formen an. <a rel="noreferrer noopener" href="https://brandenburg.museum-digital.de/index.php?t=listen&amp;persinst_id=124787&amp;cachesLoaded=true" target="_blank">Günter Scheike</a>, der Vater der Vereinsvorsitzenden Karola Andrae, arbeitete in Zossen über viele Jahre als Berufsfotograf. Zusammen mit seiner Frau Ilse betrieb Scheike das Fotogeschäft &#8222;Fotofreund Scheike&#8220;. Die Scheikes hinterließen einen Bestand von 5000 Negativen mit Ortsansichten aus gut 500 Orten der DDR. Im Zuge eines Förderprojekts wurde dieser Bestand mit Mitteln des <a rel="noreferrer noopener" href="https://mwfk.brandenburg.de/mwfk/de/" target="_blank">Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur</a> im Jahr 2020 digitalisiert und auf der Museumsplattform <a rel="noreferrer noopener" href="https://brandenburg.museum-digital.de/index.php?t=sammlung&amp;instnr=117&amp;gesusa=3304&amp;cachesLoaded=true" target="_blank">museum-digital</a> veröffentlicht.</p>



<p><strong>Aus der Not eine Tugend gemacht</strong></p>



<p>Der Fotobetrieb „Fotofreund Scheike“ in Zossen verzeichnete 1961, dank eines öffentlichen Auftrages zur Herstellung von Fotokopien aus Mikroverfilmungen des deutschen Patentamtes, sehr gute Umsätze. Mit dem Bau der Berliner Mauer am 13. August 1961 wurde plötzlich alles anders. Der Auftraggeber saß in Westberlin, damit war der Großauftrag geplatzt. Eine neue Einnahmequelle musste her. In den folgenden zehn Jahren reiste Günter Scheike durch die DDR und fotografierte in Ortschaften, neben den die Orte prägenden Kirchen, Burgen und Schlössern, vor allem Straßen und Plätze außerhalb der gängigen Postkartenmotive. Viele colorierte und gerahmte Bilder wurden in die BRD verschickt. Sie erinnerten ehemalige DDR-Bürger an Orte, in denen sie zuvor gelebt hatten, in denen Hochzeiten gefeiert wurden, in denen jemand aus der Verwandtschaft konfirmiert wurde oder die Kommunion empfangen hatte. Großen Absatz fanden die Bilder auch an Standorten sowjetischer Garnisonen als Andenken für Soldaten und Offiziere. Verkauft wurden die Fotos zumeist über den Dorfkonsum oder andere Geschäfte in den einzelnen Orten. Dank der Nachfrage beschäftigte „Fotofreund Scheike“ zeitweilig bis zu sechs Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.</p>



<figure class="wp-block-gallery columns-2 is-cropped wp-block-gallery-17 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex"><ul class="blocks-gallery-grid"><li class="blocks-gallery-item"><figure><img loading="lazy" decoding="async" width="600" height="400" src="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2020/11/2020-10-30_Negativkisten_02b.jpg" alt="" data-id="1235" data-full-url="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2020/11/2020-10-30_Negativkisten_02b.jpg" data-link="https://blog.museum-digital.org/?attachment_id=1235" class="wp-image-1235" srcset="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2020/11/2020-10-30_Negativkisten_02b.jpg 600w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2020/11/2020-10-30_Negativkisten_02b-300x200.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /></figure></li><li class="blocks-gallery-item"><figure><img loading="lazy" decoding="async" width="600" height="397" src="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2020/11/2020-10-30_Negativkisten_03b.jpg" alt="" data-id="1236" data-full-url="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2020/11/2020-10-30_Negativkisten_03b.jpg" data-link="https://blog.museum-digital.org/?attachment_id=1236" class="wp-image-1236" srcset="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2020/11/2020-10-30_Negativkisten_03b.jpg 600w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2020/11/2020-10-30_Negativkisten_03b-300x199.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /></figure></li></ul><figcaption class="blocks-gallery-caption">Notizen und Negativkisten aus dem Nachlass Scheike</figcaption></figure>



<p><strong>Recherchen zu über 500 Orten</strong></p>



<p>Im Oktober 2020 präsentierten wir unser Digitalisierungsprojekt vor geladenen Gästen im Rathaus Zossen. Wir hatten urprünglich geplant, 500 bis 1000 Fotos mit entsprechenden Metadaten auf museum-digital:Brandenburg zu veröffentlichen. Dank der Mitarbeit einer geförderten Honorarkraft konnten wir bis heute <a rel="noreferrer noopener" href="https://brandenburg.museum-digital.de/index.php?t=sammlung&amp;instnr=117&amp;gesusa=3304&amp;cachesLoaded=true" target="_blank">1638 Fotos von 216 Orten</a> einstellen. Die Arbeit geht weiter, bis wir alle 501 Orte dargestellt haben. Auf den Behältnissen der Negative war lediglich der Ort vermerkt. Zu allen markanten Bauwerken, Kirchen, Burgen, Herrenhäusern und Schlössern musste nachrecherchiert werden. Konnte das Internet keine Auskunft geben, nahmen wir Kontakt zu den örtlichen Heimat- und Geschichtsvereinen, Ortsbürgermeistern und Museen auf.</p>



<figure class="wp-block-gallery columns-3 is-cropped wp-block-gallery-18 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex"><ul class="blocks-gallery-grid"><li class="blocks-gallery-item"><figure><img loading="lazy" decoding="async" width="983" height="648" src="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2020/11/Wiesenburg-080_019.jpg" alt="" data-id="1232" data-full-url="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2020/11/Wiesenburg-080_019.jpg" data-link="https://blog.museum-digital.org/?attachment_id=1232" class="wp-image-1232" srcset="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2020/11/Wiesenburg-080_019.jpg 983w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2020/11/Wiesenburg-080_019-300x198.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 983px) 100vw, 983px" /></figure></li><li class="blocks-gallery-item"><figure><img loading="lazy" decoding="async" width="974" height="646" src="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2020/11/Wusterhausen-095_11.jpg" alt="" data-id="1233" data-full-url="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2020/11/Wusterhausen-095_11.jpg" data-link="https://blog.museum-digital.org/?attachment_id=1233" class="wp-image-1233" srcset="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2020/11/Wusterhausen-095_11.jpg 974w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2020/11/Wusterhausen-095_11-300x199.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 974px) 100vw, 974px" /></figure></li><li class="blocks-gallery-item"><figure><img loading="lazy" decoding="async" width="977" height="627" src="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2020/11/Zossen-050_03.jpg" alt="" data-id="1234" data-full-url="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2020/11/Zossen-050_03.jpg" data-link="https://blog.museum-digital.org/?attachment_id=1234" class="wp-image-1234" srcset="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2020/11/Zossen-050_03.jpg 977w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2020/11/Zossen-050_03-300x193.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 977px) 100vw, 977px" /></figure></li></ul><figcaption class="blocks-gallery-caption">Von links: Schloss Wiesenburg, Wusterhausen/Dosse, Zossen</figcaption></figure>



<p><strong>Und wie geht´s weiter?</strong></p>



<p>Unsere beiden Museen, das Museum „Alter Krug“ und das Schulmuseum, verfügen über zahlreiche Schätze. So bewahrt das <a rel="noreferrer noopener" href="https://brandenburg.museum-digital.de/index.php?t=institution&amp;instnr=117&amp;cachesLoaded=true" target="_blank">Museum „Alter Krug“</a> eine Sammlung von historischen Dokumenten, Urkunden und Siegelbriefen vor allem aus dem 17. bis 19. Jh.. Natürlich haben diese einen Bezug zu Zossen, sind aber durchaus überregional von Bedeutung. Ein Themenportal ähnlich dem Portal &#8222;<a href="https://themator.museum-digital.de/ausgabe/showthema.php?m_tid=711&amp;tid=711" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Brandenburger Fotografinnen und Fotografen</a>&#8222;, könnte auch für Dokumente und Briefe entstehen. Sie würden Geschichtskenntnisse untermauern. Zeitlich und räumlich geordnet, könnten sie für Geschichtsstudenten ebenso interessant sein, wie als Anschauungsmaterial im Geschichtsunterricht.</p>



<figure class="wp-block-gallery columns-3 is-cropped wp-block-gallery-19 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex"><ul class="blocks-gallery-grid"><li class="blocks-gallery-item"><figure><img loading="lazy" decoding="async" width="785" height="1024" src="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2020/11/ehrenbuergerurkunde-fuer-stadtaeltesten-und-kalkbrennereibesitzer-franz-oertel-zossen-3985-1-785x1024.jpg" alt="" data-id="1241" data-full-url="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2020/11/ehrenbuergerurkunde-fuer-stadtaeltesten-und-kalkbrennereibesitzer-franz-oertel-zossen-3985-1.jpg" data-link="https://blog.museum-digital.org/?attachment_id=1241" class="wp-image-1241" srcset="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2020/11/ehrenbuergerurkunde-fuer-stadtaeltesten-und-kalkbrennereibesitzer-franz-oertel-zossen-3985-1-785x1024.jpg 785w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2020/11/ehrenbuergerurkunde-fuer-stadtaeltesten-und-kalkbrennereibesitzer-franz-oertel-zossen-3985-1-230x300.jpg 230w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2020/11/ehrenbuergerurkunde-fuer-stadtaeltesten-und-kalkbrennereibesitzer-franz-oertel-zossen-3985-1.jpg 920w" sizes="auto, (max-width: 785px) 100vw, 785px" /></figure></li><li class="blocks-gallery-item"><figure><img loading="lazy" decoding="async" width="645" height="1024" src="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2020/11/erlass-koenig-friedrich-43271-1-645x1024.jpg" alt="" data-id="1242" data-full-url="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2020/11/erlass-koenig-friedrich-43271-1.jpg" data-link="https://blog.museum-digital.org/?attachment_id=1242" class="wp-image-1242" srcset="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2020/11/erlass-koenig-friedrich-43271-1-645x1024.jpg 645w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2020/11/erlass-koenig-friedrich-43271-1-189x300.jpg 189w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2020/11/erlass-koenig-friedrich-43271-1-968x1536.jpg 968w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2020/11/erlass-koenig-friedrich-43271-1.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 645px) 100vw, 645px" /></figure></li><li class="blocks-gallery-item"><figure><img loading="lazy" decoding="async" width="688" height="900" src="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2020/11/werbeprospekt-muehlenmeister-otto-zossen-39850-1.jpg" alt="" data-id="1243" data-full-url="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2020/11/werbeprospekt-muehlenmeister-otto-zossen-39850-1.jpg" data-link="https://blog.museum-digital.org/?attachment_id=1243" class="wp-image-1243" srcset="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2020/11/werbeprospekt-muehlenmeister-otto-zossen-39850-1.jpg 688w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2020/11/werbeprospekt-muehlenmeister-otto-zossen-39850-1-229x300.jpg 229w" sizes="auto, (max-width: 688px) 100vw, 688px" /></figure></li></ul><figcaption class="blocks-gallery-caption">Von links: Ehrenbürgerurkunde, Erlass von Friderich König von Preußen, Werbeblatt</figcaption></figure>



<p><strong>Jüdische Geschichte</strong></p>



<p>Ein Mitglied unseres Partnervereins Bildung und Aufklärung Zossen e.V. hat intensiv zum jüdischen Leben vor und während der NS-Zeit geforscht. Dokumente, Zeitbelege, Protokolle von Zeitzeugenbefragungen: all das ist vorhanden und in Ausstellungen und Vorträgen zum Teil vorgestellt worden. Wie erfahren aber andere, die nicht im Umkreis von Zossen wohnen und vielleicht sogar zur selben Thematik in ihrer Region geforscht haben, davon?</p>



<p><strong>Stadtchronik</strong></p>



<p>Zossen hat für die Zeit vor 1945 kein Stadtarchiv, ob abgebrannt oder bewusst vernichtet, ließ sich bisher nicht aufklären. Der Heimatverein ist aber im Besitz eines der wenigen Exemplare der vom Stadtschreiber Louis Günther verfassten Stadtchronik, die bis 1938 reicht. Selbst in Zossen kennen nur wenige diese Chronik. Sie ist jedoch auch überregional von Bedeutung, denn durch die wechselnden Machtverhältnisse ist die Geschichte Zossens eng mit der Geschichte Preußens, Sachsens und Sachsen-Anhalts verknüpft.</p>



<p><strong>Schulgeschichte</strong></p>



<p>Die Kolleginnen und Kollegen des <a href="https://brandenburg.museum-digital.de/index.php?t=institution&amp;instnr=118&amp;cachesLoaded=true" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Schulmuseums</a>, fast ausschließlich ehemalige Lehrerinnen und Lehrer, haben Gegenstände, Fotos, Lehrbücher bis ins 18. Jahrhundert hinein zusammengetragen. Sie haben auch zur Geschichte des Schulwesens eigene Forschungen betrieben. Einige Ergebnisse wurden in Ausstellungen präsentiert oder auch im Heimatkalender des Teltow-Fläming publiziert. Wenn diese auch im Internet veröffentlicht werden würden, hätten andere Schulforscher die Chance ihre eigenen Ergebnisse zu vergleichen, Analogien oder auch gravierende Unterschiede herauszuarbeiten.</p>



<figure class="wp-block-gallery columns-3 is-cropped wp-block-gallery-20 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex"><ul class="blocks-gallery-grid"><li class="blocks-gallery-item"><figure><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2020/11/mustersticktuch-38125-1024x683.jpg" alt="" data-id="1244" data-full-url="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2020/11/mustersticktuch-38125.jpg" data-link="https://blog.museum-digital.org/?attachment_id=1244" class="wp-image-1244" srcset="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2020/11/mustersticktuch-38125-1024x683.jpg 1024w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2020/11/mustersticktuch-38125-300x200.jpg 300w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2020/11/mustersticktuch-38125.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure></li><li class="blocks-gallery-item"><figure><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2020/11/poesiealbum-des-schuelers-lautensack-38187-1024x683.jpg" alt="" data-id="1245" data-full-url="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2020/11/poesiealbum-des-schuelers-lautensack-38187.jpg" data-link="https://blog.museum-digital.org/?attachment_id=1245" class="wp-image-1245" srcset="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2020/11/poesiealbum-des-schuelers-lautensack-38187-1024x683.jpg 1024w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2020/11/poesiealbum-des-schuelers-lautensack-38187-300x200.jpg 300w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2020/11/poesiealbum-des-schuelers-lautensack-38187.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure></li><li class="blocks-gallery-item"><figure><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2020/11/schulmappe-fuer-maedchen-38225-1024x683.jpg" alt="" data-id="1246" data-full-url="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2020/11/schulmappe-fuer-maedchen-38225.jpg" data-link="https://blog.museum-digital.org/?attachment_id=1246" class="wp-image-1246" srcset="https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2020/11/schulmappe-fuer-maedchen-38225-1024x683.jpg 1024w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2020/11/schulmappe-fuer-maedchen-38225-300x200.jpg 300w, https://blog.museum-digital.org/wp-content/uploads/2020/11/schulmappe-fuer-maedchen-38225.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure></li></ul><figcaption class="blocks-gallery-caption">Von links: Mustersticktuch, Titelseite eines Poesiealbums, Schulmappe</figcaption></figure>



<p><strong>Last but not least</strong></p>



<p>Zu guter Letzt sei noch der Nachlass unseres weit über Zossen bekannten Heimatforschers Klaus Voeckler erwähnt, welchen der Heimatverein erworben hat. Dieser Nachlass umfasst mehr als 200 prall gefüllte Ordner, viele Originaldokumente und handschriftlich verfasste Aufzeichnungen. Dies erst einmal alles zu sichten und zu katalogisieren wird eine Mammutaufgabe sein. Spannend und interessant für eine breite Öffentlichkeit wird dieser Nachlass erst dann, wenn er auch zugänglich ist. Wenn er digitalisiert wird und im Internet veröffentlicht werden würde. Vielen Dokumenten und Aufzeichnungen bekommt es bestimmt nicht gut, wenn sie durch viele Hände gehen.</p>



<p>Sollen solche Projekte nicht nur Vision bleiben, braucht es Zeit, Geld und Personal. Ressourcen, die bei unserem Verein, wie bei vielen kleinen Vereinen und Museen, leider kaum vorhanden sind.</p>



<p><em>Der Blogbeitrag ist Teil der Reihe <a rel="noreferrer noopener" href="https://web.archive.org/web/20210725004314/https://www.museen-brandenburg.de/aktivitaeten/netzwerke/ag-brandenburgische-museen-digital/" target="_blank">„Brandenburgische Museen digital“</a> und wird redaktionell vom Museumsverband des Landes Brandenburg e.V. betreut. <a rel="noreferrer noopener" href="https://web.archive.org/web/20190430143519/https://www.museen-brandenburg.de/aktivitaeten/projekte/digitalisierung/" target="_blank">www.museen-brandenburg.de/aktivitaeten/projekte/digitalisierung/</a></em></p>
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