Ein Beitrag von Museum und Galerie Falkensee.

Zwei bedeutende Maler.

Das Künstlerpaar Hans Zank (1889-1967) und Willi Gericke (1895-1970) lebte in Spandau und Falkensee. Beide lernten sich während des Kunststudiums in Berlin kennen und blieben zeitlebens zusammen. Sie malten und signierten gemeinsam viele ihrer zahlreichen Bilder. Darunter finden sich Landschaften und Portraits, Akte und immer wieder Stadtansichten.

Ihre Werke waren zunächst von einem expressiven und kubistischen Stil geprägt. Später wandten sie sich dem Impressionismus zu und malten nach 1945 auch im Stil des sozialistischen Realismus. Bis zum Kriegsende lebten Hans Zank und Willi Gericke in Berlin-Spandau. Im Juli 1945 begann die Falkenseer Zeit. Hier bezogen sie eine Villa am Falkenhagener See und richteten ihr Atelier ein. Im Garten und am nahe gelegenen See fanden sie viele Motive für ihre Bilder.

Gemeinsam malen: Willi Gericke (vorn) am Malkasten und Hans Zank an der Staffelei (Foto: Archiv, Museum Falkensee).

1967 starb Hans Zank und 1970 Willi Gericke. Ihre Ruhestätte befindet sich auf dem städtischen Friedhof an der Kremmener Straße in Falkensee. Für den Grabstein wählte Willi Gericke eine Lithografie-Platte aus Solnhofener Kalkstein aus. Das Grab wird von der Stadt Falkensee in Erinnerung an diese beiden bedeutenden Maler gepflegt. Seit 1993 befindet sich die Hans Zank und Willi Gericke Sammlung des Museums der Stadt Falkensee im Aufbau.  

Die »Zank-Gericke-Sammlung« von Ulrich Zimmer

In den 1980er Jahren begann sich der in Berlin-Spandau lebende Ulrich Zimmer für die Werke von Hans Zank und Willi Gericke zu interessieren. Seine Forschungen führten ihn 1989/90 Jahren nach Falkensee und später, 1993, auch in das Heimatmuseum Falkensee, dessen Förderverein er im gleichen Jahr beitrat. Der künstlerisch und historisch interessierte Ulrich Zimmer übergab 2005 dem Museum erstmals Arbeiten der beiden Künstler und blieb dem Museum bis zu seinem Tod im Jahr 2018 zugewandt.

In seinem Testament verfügte er, dass seine »Zank-Gericke-Sammlung« künftig in Museen bewahrt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden soll. So gelangten 2018/2019 die Berliner Motive seiner Sammlung in das Stadtgeschichtliche Museum Spandau und 38 Arbeiten in das Falkenseer Museum, die die nähere und weitere Umgebung Berlins abbilden. Bei der Übergabe der »Sammlung Ulrich Zimmer« standen dem Falkenseer Museum Bernd Ilsemann und die Familie von Frank Zimmer unterstützend zur Seite. Hierfür danken wir sehr herzlich.

Das Zank-Gericke-Archiv

Auch hinterließ Ulrich Zimmer dem Museum 10.000 Euro für den Aufbau eines Zank-Gericke-Archivs, dessen Einrichtung bereits erfolgte. Mit der Veröffentlichung der künstlerischen Werke auf der Museumsplattform museum-digital ist das Archiv nun im Sinne von Ulrich Zimmer dauerhaft für die Öffentlichkeit zugänglich geworden.

Die Bedeutung der beiden Künstler, die Vermittlung und Publikation ihres Werkes lag Ulrich Zimmer immer am Herzen. Seine aus Privatbesitz übergebene und für Falkensee bestimmte Sammlung umfasst inzwischen einen Bestand von 100 künstlerischen Arbeiten. Zu dem Archiv zählen heute, neben den Arbeiten aus der Sammlung Ulrich Zimmer, auch Werke, die in der Vergangenheit erworben werden konnten. So befinden sich aktuell im Sammlungsbestand des Museums 122 digitalisierte Werke der beiden Künstler.

Hans Zank und Willi Gericke, An der Ostsee am Morgen, Öl auf Leinwand, undatiert (Sammlung Museum) (Herkunft/Rechte: Museum und Galerie Falkensee / Lorenz Kienzle/Ronka Oberhammer (CC BY-NC-SA))

Erste Recherchen zur Geschichte der »Zank-Gericke-Sammlung« von Ulrich Zimmer

Ulrich Zimmer erwarb einen Teil seiner »Zank-Gericke-Sammlung« von der „Galerie Sabatier“ aus Verden an der Aller. Das Auktionshaus hatte in den 1980er Jahren zahlreiche Arbeiten des Künstlerpaares aus Falkensee über den Staatlichen Kunsthandel der DDR angekauft. Für die erworbenen Arbeiten ließ die „Galerie Sabatier“ durch Heinrich Wolter ein Werkeverzeichnis anfertigen, das später immer wieder erweitert und aktualisiert wurde (Wolter, Heinrich (1987): Hans Zank und Willi Gericke – Zwei bedeutsame Berliner Maler in einer bewegten Zeit der Welt- und Kunstgeschichte, Verlag: Galerie Pro Art; Auflage: 1 (1987).

Ulrich Zimmer selbst korrigierte und ergänzte das Werkeverzeichnis um genaue Ortsangaben und dokumentierte diese durch zahlreiche beigegebene Fotografien. Eine wichtige Arbeit, denn Hans Zank und Willi Gericke vergaben nur selten eigene Titel, auch datierten sie die Bilder kaum. Das ergänzte Werkeverzeichnis von H. Wolter ist nicht publiziert und wird u.a. im Archiv des Falkenseer Museums bewahrt. Es bildete eine wichtige Grundlage bei der inhaltlichen Erschließung der künstlerischen Werke.

Erste Präsentation im Museum 2019 und digitale Erschließung 2020

Im Nachgang zur Ausstellung »Hans Zank und Willi Gericke – Malerei« – Präsentation der Sammlung Ulrich Zimmer« vom 6. Juli bis 13. Oktober 2019 im Museum und Galerie Falkensee, können wir heute den Sammlungsbestand des Museums mit Werken der beiden Künstler in digitaler Form auf der Plattform museum-digital präsentieren. Im Frühjahr 2020 bewilligte das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg (MWFK) die dafür erforderlichen Mittel, wofür wir herzlich danken.

Neben der Erfassung und inhaltlichen Erschließung der Sammlung, die durch Gabriele Helbig, Heide Reuter und Bert Krüger erfolgte, waren Ronka Oberhammer und Lorenz Kienzle intensiv mit der fotografischen Dokumentation der zahlreichen Zeichnungen, Grafiken und Ölgemälde befasst. Das Ergebnis ihrer Arbeit sind Fotoaufnahmen, die die Kunstwerke in ihrer originalen Farbgebung und Materialität erlebbar machen.

Der Blogbeitrag ist Teil der Reihe „Brandenburgische Museen digital“ und wird redaktionell vom Museumsverband des Landes Brandenburg e.V. betreut. www.museen-brandenburg.de/aktivitaeten/projekte/digitalisierung/

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.