Man wächst ja an seinen Aufgaben.
Aber ich hätte die jetzt anstehende Vorbereitung der Datenbank für die allgemeine Benutzung (also die Überprüfung der Funktionsweise der Datenbank, die umfangreiche Datenbereinigung, die Recherche von Normdateien, Wortlisten und Thesauri für alle sechs Sammlungsbereiche, die Anlage derselben in der Datenbank, die Schulung der Mitarbeiter) für völlig ausreichend für die nächsten Monate erachtet. Diese Arbeiten sind schließlich für alle im Projekt neu und müssen neben den anderen täglichen Aufgaben erst recherchiert, verarbeitet und dann umgesetzt werden.

Doch es geht auch anspruchsvoller: Ulf Dräger, Kustos für das Münzkabinett, hat zusammen mit fünf Einrichtungen, die Numismatika verwalten, einen DFG-Antrag genehmigt bekommen (Glückwunsch!): Fünf Partner erfassen in ihrem jeweiligen Spezialgebiet (antike, mittelalterliche und neuzeitliche Münzen und Medaillen bzw. Geldscheine) Einzelobjekte bzw. Typen und stellen sie online. Die Nutzer aus dem deutschen Sprachgebiet können sich dann diese musterhaft erfassten Datensätze einfach herunterladen, wenn sie feststellen, dass sie ein solches Objekt in der Sammlung haben. Dieses Verfahren ist deswegen so nutzbringend für alle, weil es im Bereich der Numismatik nur verhältnismäßig wenige Einrichtungen gibt, die diese Spezialkompetenz vorhalten. So ist Ulf Dräger beispielsweise für ganz Sachsen-Anhalt der zentrale Ansprechpartner. Über die Bilder (Vorder- und Rückseite) und die Beschreibung können die Nutzer die naturgemäß in größerer Auflage hergestellten Münzen, Medaillen und Geldscheine identifizieren und in ihre Erfassung übernehmen bzw. an den Stellen abwandeln, wo ihr Objekt differiert (z. B. Seriennummern).
Auf diese Weise entsteht online ein virtuelles Münzkabinett, das auch in Zukunft weiter wachsen kann. Eine "Zweit-" und "Drittverwertung" der Informationen in den jeweiligen regionalen Portalen, denen die Institutionen angehören bzw. in der Deutschen Digitalen Bibliothek (DDB, ab November 2012) oder der europeana steht  natürlich nichts im Wege.

Was heißt KENOM?
"Kooperative Erschließung und Nutzung der Objektdaten von Museen – Ein Online-System zur nachhaltigen Digitalisierung von Münzen, Medaillen und Papiergeld"

Wer macht mit?
–    Georg-August-Universität Göttingen, Archäologisches Institut und Sammlung der Gipsabgüsse, Dr. Daniel Graepler
–    Schleswig-Holsteinische Landesbibliothek, Dr. Jens Ahlers
–    Niedersächsisches Landesmuseum Hannover, Münzkabinett, Dr. Reiner Cunz
–    Thüringisches Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie, Mario Schlapke
–    Stiftung Moritzburg – Kunstmuseum des Landes Sachsen-Anhalt, Münzkabinett, Ulf Dräger
–    Verbundzentrale des GBV (VZG), Frank Dührkohp

Links zum Projekt:    
DFG:http://gepris.dfg.de/gepris/OCTOPUS/;jsessionid=3E5F9557EBC7DF61D720D20D28386D56?module=gepris&task=showDetail&context=projekt&id=203817485
GBV: http://www.gbv.de/Verbundzentrale/04Projekte/kenom-kooperative-erschliessung-und-nutzung-der-objektdaten-von-muenzsammlungen

Das Projekt stellt an uns besondere Ansprüche, weil alle Partner zentral in einer anderen, browserbasierten Software arbeiten werden. Die redaktionelle Überarbeitung und die Neuerfassungen der eigenen Bestände im Rahmen dieses Projektes müssen also am Projektende zurückfließen in unsere eigene heimische Objektverwaltungssoftware. Dass dies ohne Datenverlust und aufwändige Nacharbeiten reibungslos funktioniert, muss jetzt, zu Beginn des Projektes geplant und durchdacht werden. Der Ex- bzw. Import muss – so mein gegenwärtiges Verständnis davon – LIDO-konform sein. Und LIDO – so die Erkenntnis aus dem Workshop neulich – ist nicht trivial.
Außerdem kommt hier ein Aspekt ins Spiel, den wir bei unserem Software-Ankauf nicht in dem Maß in Erwägung gezogen haben, wie dies zukünftig wohl Praxis werden wird und berücksichtigt werden sollte: Der Im- und Export von Daten aus und in die Objektverwaltungssoftware, der für viele Zwecke, nicht nur für DFG-Projekte sinnvoll ist. Wir haben uns mit MuseumPlus ein Produkt ausgesucht, das sowohl für den Import als auch für den Export eine Extra-Software und eine gewissermaßen "händische" Anpassung braucht. Diese muss nun bei der Firma Zetcom beauftragt werden, weil wir dies nicht selbst machen können. Die Vernetzung der Institutionen untereinander, der Export in Portale, der Import von Objektinformationen z. B. anlässlich von Ausstellungen dürfte zukünftig die Im- und Export-Funktion einer Software stärker in den Blickpunkt rücken.

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