Alle Jahre wieder kommt es vor Weihnachten dazu, dass plötzlich Gelder zur Verfügung stehen, die vorher unerreichbar schienen. So auch dieses Jahr: Wir hatten uns zwar darauf vorbereitet, doch wurden wir überrascht, weil es nicht für „Archivierungsmaterial“, sondern für „Geräte“ ausgegeben werden musste.

Eilens machten wir uns auf die Suche, bei der jetzt kommenden Text-Digitalisierung (= Eingaben in die Datenbank im Unterschied zur Bild-Digitalisierung an unserer Repro-Anlage) zweckmäßige Geräte zusammen zu tragen. Neben einigen Kleinigkeiten wir z. B. digitale Messschieber für die Durchmesserbestimmung bei Münzen und Medaillen oder gute Lupen für die Verfahrensbestimmung in der Fotografie oder Grafik gelang uns auf die Schnelle auch ein Ankauf eines A4-Scanners, der offenbar seit vielen Jahren unter anderem für die Glasplattendigitalisierung sehr erfolgreich eingesetzt wird. Dieses Gerät (Epson V750) konnten wir nur in dieser kurzen Zeit ankaufen, weil wir auf die Erfahrungen in anderen Einrichtungen zurückgreifen konnten. Ein Hoch also auf diese Kollegen (SPSG und Landesmuseum Hannover), die uns das, was wir normalerweise selbst hätten herausfinden müssen, auf dem Silbertablett serviert haben.

Denn auch wenn der Laie vielleicht denkt, dass Scannen ganz einfach ist, handelt es sich beim Scannen von historischen Glasplatten um ein diffiziles Geschäft, bei dem nicht nur konservatorischen Überlegungen zum Anfassen (Spezialhandschuhe), ihrer Reinigung, Schutz vor Verkratzen beim Auflegen auf die Glasplatte des Scanners, Grenzwerte für die Erwärmung durch den Scanner, Schutz vor zu viel Licht zu berücksichtigen sind. Der Scanner muss eine solche Auflösung (auch für sehr kleine Formate) mitbringen, dass er in der Lage ist, ein vollständiges Abbild der Glasplatte zu liefern, denn normalerweise haben so große analoge Vorlagen immer noch mehr Bildinformationen als digitale Abbilder. Welche Rolle die Anforderungen an „die Dichte“ eines Scanners in diesem Zusammenhang spielt, muss ich noch herausfinden. Der Scanner muss die Leistung haben, die der Hersteller verspricht (nicht immer gegeben!) und die Software muss so praktisch, einfach und effektiv strukturiert sein, dass sie Qualität und einen Massendurchsatz unterstützt. Und schließlich muss für die Dateiablage gesorgt sein. Diese Scans erzeugen einige zig-MB-Dateien, die in unterschiedlichen Formaten und Auflösungen vorgehalten und gesichert werden müssen. Anschließend müssen sie in professionelles Verpackungsmaterial umgelagert werden, denn in den letzten 10-20 Jahren haben sich die Erkenntnisse zur konservatorisch richtigen Lagerung der Kunstgegenstände, die bares Geld an Restaurierung spart, in neuen und besseren Produkten niedergeschlagen.

Durch den Erfahrungstransfer durch die Kollegen war gewährleistet, dass die notwendigen technischen Eckparameter (Auflösungen, Farbtiefe, Formate, Dichte) bereits – durch Erfahrung bewiesen und geläutert – durch unser Gerät erfüllt sind. Auch der Workflow, der durch die mitgelieferte Software unterstützt (und nicht behindert) werden muss, hatte sich bei diesen Institutionen bewährt. Zusätzlich haben wir noch einen Tipp für einen Anbieter erhalten, bei dem wir das Gerät knapp 300 Euro günstiger als sonst kaufen konnten.
Nun müssen wir „nur noch“ das handling der Glasplatten lernen: Das sichere Greifen der Glasplatten mit speziellen, dafür vorgesehenen Handschuhen, das Reinigen vor dem Scannen, das anschließende Verpacken in angemessenes Archivspezialpapier.
Ich schlage vor: Wenn wir unsere Erfahrungen in diesem Bereich gemacht haben, werden wir hier in diesem Forum dazu detailliert berichten.

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